Angeblich kein Unfall: Russland dementiert Pesttod von Labormitarbeiterin

Angeblich kein UnfallRussland dementiert Pesttod von Labormitarbeiterin
05.10.2026, 11:31 Uhr
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Eine 28-jährige Mitarbeiterin eines Labors in Sibirien ist angeblich doch nicht an der Pest gestorben. Das behaupten die russischen Behörden und liefern eine andere Erklärung. In der betroffenen Region wird dennoch ein "Maßnahmenpaket" umgesetzt.
Der Tod einer Labormitarbeiterin in Sibirien ist nach offiziellen russischen Angaben nicht auf einen Pesterreger zurückzuführen. Die 28-Jährige, die an einem Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten arbeitete, sei an einer "Lungenentzündung unbekannter Herkunft" gestorben. Das teilte die für Seuchenbekämpfung zuständige russische Behörde Rospotrebnadsor mit, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete.
In Proben der Patientin seien keine Mikroorganismen nachgewiesen worden, "die mit ihrer beruflichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen". Die Frau war am vergangenen Freitag im Kreiskrankenhaus der Stadt Schelechow bei Irkutsk in Sibirien gestorben. Der Gouverneur der Nachbarregion Burjatien, Alexeij Zydenow, erklärte am Freitag, in Irkutsk sei eine Frau an der Pest gestorben.
Nach Angaben von Rospotrebnadsor hingegen ergaben Untersuchungen, dass es keinen Laborunfall in dem Institut in Irkutsk gab. Für die eigenen Angaben legten die Behörden bisher keine Nachweise vor. Vorher hatte es unbestätigte Berichte gegeben, dass die Frau sich mit Lungenpest infiziert haben könnte, als ihr versehentlich ein Reagenzglas herunterfiel.
Die hygienisch-epidemiologische Lage in der Region Irkutsk sowie in den Städten Irkutsk und Schelechow sei stabil, teilte die Behörde mit. Es werde ein "Maßnahmenpaket umgesetzt". Nach Angaben des Telegramkanals "Ljudi Bajkala" wurden in Irkutsk zwei allgemeine Krankenhäuser sowie eine Kinderklinik unter Quarantäne gestellt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts waren örtlichen Berichten zufolge an ihrem Arbeitsplatz in Quarantäne. Es seien keine weiteren Infektionen verzeichnet worden.
Lungenpest ist eine schwere Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich die Infektion auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar, wenn die Therapie früh beginnt. Die Pest kommt laut Robert Koch-Institut (RKI) noch in Ländern Afrikas, Amerikas und Asiens vor, in Deutschland nicht. Das Risiko der Einreise eines mit dem Pesterreger Infizierten sei gering.
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