Mehr tanken als nötig – Das ist bekannt zur Kerosinknappheit am Frankfurter Flughafen

So reagiert die Fluggesellschaft: Am Flughafen Frankfurt kann es derzeit zu Einschränkungen bei der Kerosinversorgung kommen, wie die deutsche Bild-Zeitung berichtete. Die grösste deutsche Fluggesellschaft Lufthansa, zu der auch Swiss gehört, hat deshalb ihre Pilotinnen und Piloten dazu aufgefordert, vor dem Abflug nach Frankfurt zusätzlichen Kraftstoff aufzunehmen. Das sogenannte Tankering soll den Bedarf an Treibstoff in Frankfurt verringern. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmassnahme, teilte das Unternehmen mit. Mit Flugstreichungen sei deshalb derzeit nicht zu rechnen.
Das sind die Auswirkungen: Lufthansa will auf Kurz- und Mittelstreckenflügen bis zu acht Tonnen mehr Kerosin tanken, als für den Flug eigentlich nötig wäre, wie SRF-Wirtschaftsredaktor Pascal Lago sagt. Je nach Schätzung gehe man davon aus, dass rund 2.5 bis 4.5 Prozent dieses zusätzlichen Gewichts allein für den Treibstoffverbrauch aufgewendet werde. Ein Teil des zusätzlich getankten Kerosins werde also direkt dafür benötigt, den zusätzlichen Treibstoff überhaupt durch die Luft zu transportieren. «Das verursacht natürlich nicht nur zusätzliche Kosten für Lufthansa, sondern belastet auch die Umwelt», sagt Lago.
Airlines nutzen Tankering laut Wirtschaftsredaktor Pascal Lago zum Teil auch, um Kosten zu sparen. Wenn der Treibstoff an einem Flughafen günstiger sei als am nächsten, werde bewusst mehr getankt. Weil dies für die Airlines finanziell attraktiv, für die Umwelt jedoch schädlich sei, gebe es ein EU-Gesetz, dass Fluggesellschaften dazu verpflichte, mindestens 90 Prozent des Treibstoffs, den sie für Flüge ab einem EU-Flughafen benötigen, auch tatsächlich an diesem Flughafen zu tanken.
Deshalb ist das Kerosin knapp: Grund für die angespannte Versorgungslage ist laut Lufthansa unter anderem eine reduzierte Kapazität der Pipeline-Anbindung. Zudem wird der niedrige Rheinpegel als möglicher Belastungsfaktor für die Versorgung genannt, da Tankschiffe den Fluss nur eingeschränkt beladen befahren könnten. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport teilte mit, es finde derzeit eine turnusgemässe Wartung einer Pipeline statt, die auch den Flughafen mit Kerosin versorge. Ein Engpass durch diese Routine-Wartung werde wegen anderer Versorgungswege und grosser Tank-Speichermöglichkeiten nicht erwartet. «Die Betriebsfähigkeit des Flughafens ist somit davon nicht beeinträchtigt», so Fraport.
Was das für Swiss bedeutet: Auch die Fluggesellschaft Swiss ist von der Kerosinknappheit betroffen. «Für unsere Flüge Zürich–Frankfurt–Zürich sowie Genf-Frankfurt-Genf tanken wir aufgrund der aktuellen Situation bis auf weiteres das Kerosin auch für die Rückflüge», sagt eine Sprecherin auf Anfrage. Alle Flüge könnten jedoch durchgeführt werden. «Aufgrund der kurzen Strecke hat es auch keinen Einfluss darauf, wie viele Fluggäste und wie viel Fracht wir transportieren können. Das zusätzliche Gewicht stellt diesbezüglich kein Problem dar», so die Sprecherin. Die Massnahme zeige zudem bereits Wirkung. «Wir gehen davon aus, dass wir diese in absehbarer Zeit wieder einstellen können.»
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