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Wednesday, October 14, 2026

Tausende bangen um ihr Geld: Schweizer Teakholz-Firma geht pleite

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  • Rund 800 Schweizer Anleger bangen um ihr Geld, nachdem die Firma Life Forestry Switzerland (LFS) bankrott ist.
  • Die LFS verkaufte Teakbäume in Costa Rica und Ecuador; über 6000 Kunden in Europa investierten rund 200 Millionen Franken.
  • Die Nidwaldner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Geschäftsführer Carl-Lambert Liesenberg.

Rund 800 Schweizerinnen und Schweizer haben in Teakbäume investiert und müssen nun um ihr Geld bangen. Die Firma Life Forestry Switzerland (LFS) hatte über 6000 Kunden in ganz Europa, die insgesamt um die 200 Millionen Franken investiert haben. Nun ist sie bankrott, wie eine Recherche von Correctiv.Schweiz und SRF Rundschau zeigt.

Carl-Lambert Liesenberg ist der Geschäftsführer und seit 2017 Eigentümer und alleiniger Verwaltungsrat der LFS. Der 62-Jährige lebt in der Zentralschweiz. Die Nidwaldner Staatsanwaltschaft bestätigt ein laufendes Verfahren gegen ihn. Fünf Hausdurchsuchungen wurden durchgeführt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Wohin floss das Geld?

Das Geschäftsmodell der LFS drehte sich um den Verkauf junger Teakbäume in Costa Rica und Ecuador, wie SRF beschreibt. Die Kunden wurden Besitzer der Bäume, während sich LFS um Unterhalt und Ernte kümmern sollte. Dafür sollte die Firma 15 Prozent des Verkaufserlöses erhalten. Den Kunden wiederum standen Jahresrenditen von bis zu zwölf Prozent zu.

Dafür wird Teakholz benutzt

Wie die Recherchen von Correctiv.Schweiz und SRF Rundschau zeigen, existieren die Bäume. Sie befinden sich jedoch nicht im Besitz der LFS, sondern im Falle von Costa Rica im Besitz zweier lokaler Firmen. Allerdings sitzt Liesenberg im Verwaltungsrat der einen. Die andere wird von einem Geschäftspartner geführt.

Die 200 Millionen Investitionsgelder gingen nicht nur an diese beiden Firmen. Die Recherche fand Darlehen in der Höhe von 25 Millionen Franken in der Abschlussbilanz der LFS im Jahr 2023. Diese wurden an Liesenbergs andere Unternehmen in der Schweiz und Tansania und an Geschäftspartner in Ecuador vergeben. 3,6 Millionen Franken gingen an Liesenberg persönlich.

Kunden «weiterhin Eigentümer der Bäume»

Liesenberg verteidigte sich in einer Medienmitteilung. Er betont, dass die Kunden weiterhin Eigentümer der Bäume sind und daher ihr investiertes Geld nicht verloren haben. Von der Insolvenz seien nur Bewirtschaftung, Ernte und Verkauf betroffen.

«Durch die Insolvenz der LFS AG ist niemand zu Schaden gekommen und alle Verpflichtungen werden eingehalten», schreibt er. Er weist darauf hin, dass 4000 Kunden neue Verträge mit einem seiner ehemaligen Mitarbeiter geschlossen hätten, der sich nun um die Bewirtschaftung kümmere.

In Deutschland leben die meisten Kunden der LFS. Die Justiz dort hat sich bereits mehrmals mit der Firma beschäftigt. 2025 befand das Landgericht Frankfurt an der Oder, dass das Geschäftsmodell der LFS von vornherein «auf Täuschung und Schädigung der Kunden» ausgelegt war.

Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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