Zwei Todesspritzen überlebt: Jetzt kann Christa Pike wieder gehen

- Christa Pike, die am 30. September eine Hinrichtung in Tennessee überlebte, kann wieder aufstehen und kurze Strecken gehen.
- Ein Gericht ordnete die Sicherstellung aller Beweismittel an; Gouverneur Bill Lee setzte weitere Hinrichtungen bis Ende Jahr aus.
- Ob bleibende Schäden zurückbleiben und ob ein neuer Hinrichtungstermin angesetzt wird, ist noch unklar.
Gut eine Woche nach ihrer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee kann die zum Tode verurteilte Christa Pike nach Angaben eines ihrer Anwälte wieder aufstehen und gehen. Die 50-Jährige habe sich erstmals in ihrem Krankenhauszimmer bewegt, sagte Anwalt Stephen Ferrell der BBC. Sie könne kurze Strecken zurücklegen.
Pike sei geistig weiterhin etwas benommen und verliere leicht den Faden, sagte Ferrell. Zugleich seien ihre Arme noch schwer verletzt und kaum einsetzbar. Ob bleibende Schäden zurückbleiben, sei derzeit unklar. Er gehe zwar davon aus, dass sich ihr Zustand weiter verbessern werde, er könne dauerhafte Folgen aber nicht ausschliessen.
Giftspritze überlebt
Pike hatte am 30. September die Vollstreckung ihrer Todesstrafe mit der Giftspritze überlebt. Nach Angaben der Behörden waren ihr die im Hinrichtungsprotokoll vorgesehenen zwei Dosen Pentobarbital verabreicht worden. Anschliessend wurde sie bewusstlos in ein Krankenhaus gebracht. Anfang dieser Woche war sie wieder zu Bewusstsein gekommen und hatte begonnen zu sprechen.
Am Mittwoch ordnete ein Gericht in Tennessee zudem an, sämtliche Beweismittel im Zusammenhang mit dem gescheiterten Hinrichtungsversuch aufzubewahren. Dazu gehören unter anderem Infusionsleitungen, Spritzen und Dokumente zu Pikes Zustand.
Ob der Bundesstaat einen neuen Hinrichtungstermin anstreben will, ist bislang offen. Tennessees republikanischer Gouverneur Bill Lee hat weitere Hinrichtungen zunächst bis zum Jahresende ausgesetzt und eine unabhängige Untersuchung des Falls angeordnet.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
