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Thursday, October 8, 2026

Busse wegen Altpapier im öffentlichen Abfall: «Richtig so!»

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  • Eine Waadtländerin muss 150 Franken bezahlen, weil sie zwei A4-Blätter in einem öffentlichen Abfallkübel entsorgt hat.
  • Viele Leser und Leserinnen werfen der Gemeinde Villeneuve übertriebene Bürokratie und fehlendes Augenmass vor.
  • Andere verteidigen die Busse und fordern, dass die Abfallregeln konsequent durchgesetzt werden.

Zwei A4-Blätter, ein öffentlicher Abfalleimer und eine Rechnung über 150 Franken: Was für Clara* ein gewöhnlicher Spaziergang mit ihren Kindern sein sollte, endete mit einer saftigen Busse. Die Waadtländerin hatte eine Rechnung im Abfallkübel entsorgt, statt sie ins Altpapier zu werfen.

Die Gemeinde Villeneuve griff durch. Zu dem konkreten Fall befragt, meint Bürgermeister Nicolas Riesen: «Ist eine Einwohnerin oder ein Einwohner mit der Busse nicht einverstanden, kann sie oder er diese anfechten und vom Recht auf Anhörung Gebrauch machen.» Die Frau wehrte sich zunächst, zog ihre Beschwerde auf Anraten ihres Rechtsschutzes aber zurück. Mehr dazu erfährst du hier im Originalartikel.

Der Fall sorgt in der 20-Minuten-Community für reichlich Gesprächsstoff. Während viele Leser und Leserinnen über die Strafe nur den Kopf schütteln können, finden andere das Vorgehen der Gemeinde richtig.

«Was genau darf dieser Abfallkübel eigentlich fressen?»

Besonders die Höhe der Busse sorgt für Unverständnis. «Natürlich kann man sich hinter Paragrafen verstecken, aber hier vermisse ich jegliches Augenmass», schreibt Leser Knox. Auch User hare2 findet deutliche Worte: «Die Verantwortlichen haben jegliches Augenmass verloren. Absurd!»

Wie streng sollten Gemeinden mit der Mülltrennung im öffentlichen Raum sein?

Leserin Sara10 stellt sich derweil eine ganz andere Frage: «Was genau darf dieser öffentliche Abfallkübel eigentlich fressen? Papier gehört ins Papier, PET ins PET, Glas ins Glas, Alu ins Alu, Karton zum Karton, Plastik zum Plastik … Vielleicht sollte die Gemeinde am Kübel eine Speisekarte anbringen.»

Auch UrsWerner sieht die Gemeinde in der Pflicht: «Dann sollte die Gemeinde konsequenterweise neben den normalen Abfallkübeln auch separate Kübel für Kompost, Karton, Dosen usw. aufstellen. Wenn ich unterwegs eine Banane esse, wohin mit der Schale? Oder mit der leeren Red-Bull-Dose?»

«Man kann es auch übertreiben»

Andere stören sich daran, dass ausgerechnet zwei Blätter Papier eine Busse nach sich ziehen. «Man muss sich halt auf die ganz wichtigen Sachen konzentrieren, gell. Und alle, die jedes Wochenende die Parks vermüllen, gehen ohne Busse aus», kritisiert Aquaman13.

Leser domino22 beobachtet hingegen ein anderes Problem: «Ich sehe immer wieder, wie die gleichen Personen täglich den öffentlichen mit ihrem Hausmüll füttern. Spart Entsorgungskosten.» Dennoch findet auch er: «Aber ja, als Gemeinde kann man auch übertreiben.»

«Endlich wird mal gebüsst»

Doch es gibt auch Leser und Leserinnen, die die Busse begrüssen. «Alle regen sich auf, wenn Zeugs einfach weggeschmissen wird, und wenn dann eine Gemeinde konsequent dagegen vorgeht, ist es auch nicht recht», schreibt lie67 und ergänzt: «Ich finde es top, endlich wird mal gebüsst, umgesetzt, was entschieden ist, und Möglichkeiten genutzt.»

Papier in den öffentlichen Abfallkübel – was harmlos wirkt, kostete eine Waadtländerin 150 Franken.

Papier in den öffentlichen Abfallkübel – was harmlos wirkt, kostete eine Waadtländerin 150 Franken.Getty Images

Ähnlich sieht es Italianstar: «Unglaublich gut! Wenn ich sehe, wie in Italien Abfall weggeworfen wird, finde ich die Busse in Ordnung. Richtig so!» User aquarius22 erinnert daran, dass öffentliche Abfallkübel nicht zur Entsorgung von Hausmüll gedacht sind: «Es ist nicht richtig, Hausmüll in öffentlichen Abfallkübeln zu entsorgen. Genau darum gehts. Umgehung der Entsorgungsgebühren. Was ist daran so schwer zu verstehen?»

«Hat diese Gemeinde schon mal etwas von Datenschutz gehört?»

Für Diskussionen sorgt auch die Frage, ob Rechnungen überhaupt ins Altpapier gehören. Leser Medved findet: «Eine Rechnung gehört für mich gerade nicht in die Papiersammlung. Darauf stehen persönliche Daten wie Name, Adresse, Kundennummer oder andere sensible Angaben.»

User Oli.B stimmt zu: «Ich entsorge alles, was persönliche Dokumente sind, im Abfall. Ich will nicht meine Kontoauszüge auf der Strasse finden.»

*Name geändert.

Deborah Gonzalez

Deborah Gonzalez (dgo) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten. Sie ist Stellvertretende Ressortleiterin Gesellschaft & Community.

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