Lange Leidenszeit von EVZ-Spielerin: Bei Noemi Ryhner wurden acht Wochen Ausfall zu acht Monaten
Lange Leidenszeit von EVZ-Spielerin
Bei Neomi Ryhner wurden acht Wochen Ausfall zu acht Monaten
Im schlimmsten Fall hätte sie den Fuss verlieren können. Komplikationen nach ihrem Wadenbeinbruch verlängern die Leidenszeit von EVZ- und Nati-Stürmerin Noemi Ryhner. «Ich kam mental an meine Grenzen.»
Publiziert: vor 18 Minuten
Darum gehts
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- Noemi Ryhner kämpft nach Wadenbeinbruch und Infektion mit Rückschlägen
- Ein aggressives Bakterium führte zu Komplikationen – OP und wochenlanger Antibiotika-Kur
- Aus acht Wochen Pause wurden acht Monate, WM-Teilnahme im November ungewiss
Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey
Ein Wadenbeinbruch zur Unzeit – und der Olympia-Traum war geplatzt für Noemi Ryhner. Die EVZ- und Nati-Stürmerin verletzte sich Ende Januar im Cup-Halbfinal, verpasste den Final und damit den Triumph der Zugerinnen. Schon damals haderte die 26-Jährige und war untröstlich, dass sie in Mailand nicht auflaufen konnte. Fürs Bronze-Spiel reiste Ryhner an Krücken extra nach Italien und feierte mit dem Team. In den Playoffs mit dem EVZ war sie wiederum nur Zuschauerin auf dem Weg zum Meistertitel.
Viel zu verkraften für die junge Hockeyspielerin. «In der Reha kam ich mental an meine Grenzen», gesteht Ryhner. Die ganze Zeit machten ihr Schmerzen das Leben schwer. «Niemand fand die Ursache für die wiederkehrende Schwellung.» Die Spielerin bekam das Gefühl, dass es an der verschraubten Platte im Fuss liegen könnte, die die Sehnen berührt. Die Zugerin versuchte, die Probleme mit einer Spritze in den Griff zu bekommen.
Ryhner: «Ich haderte extrem»
Doch die Fortschritte blieben aus. Zusammen mit den Physios wurde Ende Juni entschieden, Platte und Schrauben zu entfernen, da der Bruch verheilt ist. Nach einem Tag an Krücken konnte Ryhner normal laufen. Dann erzählt sie von der fatalen Zeit wenige Tage später: «Schmerzen, Schwellung und Rötung waren zurück.» Obwohl das Blutbild keine Anzeichen für eine Infektion zeigte, ging sie zur Nachkontrolle – da kam Eiter aus der Wunde. Sie hatte sich eine bakterielle Infektion eingefangen. Innert zwei Stunden wurde sie operiert, die Wunde geöffnet und ausgespült. Sie blieb fünf Tage stationär im Spital.
Was folgte, war eine wochenlange Kur mit starken Antibiotika. Der Sommer mit den hohen Temperaturen wurde zur Herausforderung. Ryhner durfte weder an die Sonne noch in die Badi. Hinzu kamen körperliche Beschwerden. «Ich konnte kaum trainieren, mein Körper kam an seine Grenze, ich verlor meinen ganzen Kraftaufbau. Ich haderte extrem.» Sie verliess kaum mehr die Wohnung. «Noch keine meiner vorherigen Verletzungen hat mich mental so sehr aus der Bahn geworfen wie diese.»
Noch immer kein Schlittschuhlaufen
Denn: Die Schmerzen liessen einfach nicht nach. Es stellte sich heraus, dass sich die eigentlich selbstauflösenden Fäden der genähten Wunde nicht selbst aufgelöst hatten. Ein Knoten drückt noch immer genau auf den ohnehin schon gereizten Knöchel. Die Nati-Spielerin entschied sich aus Angst vor neuerlichen Komplikationen gegen einen weiteren Eingriff. Noch immer kann sie deswegen nicht Schlittschuhlaufen. «Dabei würde mir Eiskontakt mental helfen.» Stattdessen muss sich Ryhner weiterhin in Geduld üben. Aus einem prognostizierten achtwöchigen Ausfall sind mittlerweile acht Monate geworden.
Doch Ryhner kann ihre Situation mittlerweile aus einer anderen Perspektive sehen: «Es war ein sehr aggressives Bakterium. Im schlimmsten Fall hätte ich den Fuss verlieren können. Deshalb bin ich jetzt einfach glücklich, dass der Fuss noch dran ist und ich neben dem Eis überhaupt wieder schmerzfrei trainieren kann.» Bitter ist dennoch, dass nebst dem Comeback ein grosses Ziel, die WM im November, in weite Ferne gerückt ist. «Wo ich körperlich stehe, weiss ich erst, wenn ich irgendwann wieder auf dem Eis stehe.» Aufgeben gibts für die Zugerin nicht, sie will zurückkehren. «Ich habe schon so viel investiert, wegen dieser Verletzung aufhören werde ich bestimmt nicht», sagt sie kämpferisch.
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