Grossbrand in Hitlers Teehaus: Feuer wieder aufgeflammt

- Das historische Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden (D) ist bei einem Grossbrand weitestgehend zerstört worden.
- Die Polizei nahm einen mutmasslichen Brandstifter fest: einen 33-jährigen Deutschen, der in die Psychiatrie kam.
- In der Nacht zum Sonntag flammte das Feuer erneut auf, die Feuerwehr löschte es.
Nach dem Grossbrand am historischen Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg ist das Feuer in der Nacht zum Sonntag erneut aufgeflammt. Es habe «nochmal zimmerhoch gebrannt», sagte ein Polizeibeamter. Die Feuerwehr rückte demnach aus und löschte die Flammen. Dass ein Feuer wegen Glutnestern nach dem eigentlichen Brand wieder aufflackert, sei nicht unüblich, sagte er.
Am Kehlsteinhaus war in der Nacht zum Samstag ein Grossbrand ausgebrochen. Die Polizei nahm einen mutmasslichen Brandstifter fest. Ein 33-jähriger Deutscher wurde festgenommen und in die Psychiatrie gebracht, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des in rund 1800 Metern Höhe liegenden Brandorts und des Wetters äusserst schwierig und dauerten bis in den Samstag hinein. Verletzt wurde aber niemand.
Rund 200 Einsatzkräfte vor Ort
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim löste ein Rauchmelder des Kehlsteinhauses am Freitagabend gegen 21.15 Uhr Brandalarm aus. Die alarmierten Feuerwehren sahen bei der Anfahrt hoch aufschlagende Flammen, vor Ort wurde dann «der Vollbrand des Gebäudes festgestellt». Die Flammen hätten es «weitestgehend zerstört».
Etwa 200 Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Polizei und Bergwacht rückten aus. Die Polizei sperrte die Strasse, die zu dem denkmalgeschützten Kehlsteinhaus führt. Zudem wurde eine Flugverbotszone für Drohnen eingerichtet.
Starker Wind, Schneeverwehungen und Eis hätten den Einsatzkräften zugesetzt, berichtete Kreisbrandrat Michael Brandl bei einer Pressekonferenz am Samstagnachmittag. Gegen 2 Uhr in der Nacht habe der Löscheinsatz deshalb unterbrochen werden müssen. Er konnte demnach erst am Morgen fortgesetzt werden.
Wiederaufbau angekündigt
Das 1937/38 erbaute Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden war Teil des sogenannten Führersperrgebietes Obersalzberg und sollte Hitler als Repräsentationsgebäude dienen. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude unbeschadet. Seit 1952 wird es als Gaststätte genutzt, eine Ausstellung erinnert an die Geschichte des Hauses. Mit 350'000 Besuchern pro Jahr ist das Kehlsteinhaus eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Bayerns.
Innenminister Herrmann kündigte bereits den Wiederaufbau des zerstörten Gebäudes an. Es werde auf jeden Fall keine Ruine bleiben, sagte er. Das Haus sei mit einer besonderen Historie verbunden. «Es ist wichtig, dass wir die Erinnerungsarbeit auch weiterhin leisten.»
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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