iPhone-Duo-Vorbestellungen: Hat Apple einen „großen Fehler“ gemacht?
Apples Probleme beim Verkaufsstart des neuen iPhone Duo hätten vermieden werden können. Davon geht der üblicherweise gut informierte Bloomberg-Reporter Mark Gurman aus. In seinem Newsletter vom Sonntag schreibt er, die Vorgehensweise des Konzerns sei ein „großer Fehler“ gewesen. Der Grund: Die Firma habe gewusst, wie schlecht es um die Verfügbarkeitssituation – auch aufgrund Apples hoher Qualitätsansprüche bei vergleichsweise geringer Produktionsausbeute – steht. Dennoch habe Apple die Vorbestellphase gestartet, weil das Unternehmen offenbar den Umsatz im Finanzquartal noch „mitnehmen“ wollte. Dies werde dazu führen, dass viele Early Adopter, die das neue Foldable zu kaufen wünschten, enttäuscht würden.
Nahezu unmöglich, Geräte zu kriegen
Tatsächlich war es am vergangenen Freitag quasi unmöglich, ein Gerät zum Verkaufsstart am kommenden Freitag zu erwerben. Wie auch Mac & i nachvollziehen konnte, waren etwa im deutschen Apple-Online-Store alle „Slots“ bereits nach drei Minuten weg. Hinzu kam Apples technische Unzulänglichkeit: Nur die Apple-Store-App arbeitete zunächst einwandfrei, die Website hingegen nicht. Nach nur 15 Minuten wurden die Liefertermine auf November, Dezember und schließlich gar Januar gerückt.
Apples Aussage, die Nachfrage sei „schlichtweg außergewöhnlich“ gewesen, kann man so zwar sicherlich unterstreichen, allerdings weiß niemand, wie viele Geräte tatsächlich in der ersten Fuhre zur Verfügung standen. Wer das iPhone Duo jetzt vorbestellen möchte, bekommt es laut Apple frühestens am 22. Januar zugeschickt. Das gilt für alle vier Varianten in beiden Farben. Damit ist das lukrative Weihnachtsgeschäft passé, zumal Apple die Kreditkarteneinzüge erst beim Versand startet, also nicht etwa jetzt schon Geld auf seine Konten erhält.
Einschränkungen beim Kauf
Eine Möglichkeit gibt es nun noch: Apple könnte für sogenannte „Drop-in“-Käufe gewisse Stückzahlen am Freitag in seinen Läden bereithalten. Schlangen von Kunden haben sich bereits angekündigt, die übernachten wollen. Allerdings gibt es Informationen dazu, dass Apple selbst nicht damit rechnet, dass es größere Mengen gibt – möglicherweise sogar gar keine. Apple-Store-Mitarbeiter sollen potenzielle Käufer bereits gewarnt haben, ohne Abholtermin zu kommen. In zwei Ländern – Japan und Südkorea – heißt es bereits auf Apples Website, man könne die Geräte nur an Menschen herausgeben, die einen Abholtermin haben. Interessanterweise gilt das auch für das iPhone 18 Pro Max, das eigentlich besser lieferbar sein sollte. Laut Apple gilt das für einen „eingeschränkten Zeitraum“, dessen Ende aber noch nicht absehbar ist. In Japan und Südkorea wird es also am Freitag definitiv keine iPhone-Duo-„Drop-ins“ geben.
In den USA hat Apple zudem auf die Lieferprobleme reagiert und beschränkt den Bestellvorgang auf seiner Website auf zwei Geräte pro Kunde. In anderen Regionen wie Festlandchina, Hongkong und Singapur ist dies genauso und wird auch entsprechend ausgezeichnet. Eine gute Nachricht für iPhone-Duo-Vorbesteller gibt es unterdessen: In mehreren Märkten haben sich Liefertermine leicht nach vorne verschoben. Einige Dezember-Bestellungen gingen auf den 20. November zurück (als frühestem Termin).
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