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Saturday, August 22, 2026

Französische Bauern sauer: Schweizer kaufen das knappe Heu weg

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  • Französische Viehhalter beklagen eine drohende Futterknappheit, weil Schweizer Käufer die Preise in die Höhe treiben.
  • Die Dürre lässt die Heupreise steigen, und Schweizer Landwirte sind bereit, bis zu 230 Euro pro Tonne zu bezahlen – gegenüber dem Normalpreis von rund 150 Euro.
  • Die französischen Behörden sprechen bisher von «einzelnen betrügerischen Handlungen», ohne organisierten Handel nachgewiesen zu haben.

Die Dürre, die die Futtervorräte für Nutztiere schrumpfen lässt, hat zu einem illegalen Handel mit Futtermitteln zwischen Frankreich und der Schweiz geführt. Schweizer Landwirte, die über eine höhere Kaufkraft verfügen, deckten sich in Frankreich mit Futter ein, kritisiert der Bauernverband FDSEA im Département Doubs.

«Darauf weisen wir seit drei Wochen beziehungsweise einem Monat hin: Schweizer Landwirte, die über die Grenze kommen, um sich in Frankreich mit Vorräten einzudecken», sagt Florent Dornier, Präsident des Bauernverbands im Doubs, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

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Ware wird nicht angemeldet

«Wir sehen Dutzende und Aberdutzende Lastwagen, die in Richtung Schweiz fahren», fügt Dornier hinzu, der selbst Milchbauer in einer Grenzgemeinde ist. Die Schweizer Berufskollegen würden dabei die vorgeschriebene Zollanmeldung nicht vornehmen.

Da die Schweiz nicht zum europäischen Binnenmarkt gehört, müssen Ausfuhren in das Land beim Zoll angemeldet und über Grenzübergänge abgewickelt werden, die von beiden Ländern kontrolliert werden.

Der Preis für Heu, der normalerweise bei rund 150 Euro pro Tonne liegt, ist infolge der Dürre auf mehr als 170 Euro gestiegen. Schweizer Käufer seien jedoch bereit, 220 oder 230 Euro zu bezahlen, so Dornier. Er befürchtet deshalb eine Verknappung zulasten der örtlichen Viehhalter.

Schweizer mit «mehreren Tonnen Futtermittel» gestoppt

«Das sind horrende Preise, die für französische Bauern unerschwinglich sind», sagt er. Wie France 3 Bourgogne-Franche-Comté berichtet, wurde am Montag ein Schweizer Landwirt auf einer kleinen Landstrasse in der Grenzgemeinde Les Fourgs mit einer illegalen Ladung von «mehreren Tonnen Futtermitteln» gestoppt.

Unter Berufung auf die regionale Zolldirektion in Besançon berichtet der Sender, dass der Landwirt eine Geldstrafe zahlen musste, die bis zu 3700 Euro (etwa 3400 Franken) betragen kann. Zudem musste er seine Ladung in Frankreich wieder verkaufen.

Die durchgeführten Kontrollen hätten «einige Transporte von Futtermitteln und Stroh festgestellt, bei denen die Ausfuhrformalitäten nicht eingehalten wurden», räumt die Präfektur des Départements Doubs in einer E-Mail an AFP ein.

Im Winter droht Verknappung

Die französischen Behörden sprechen von «einzelnen betrügerischen Handlungen, ohne dass bislang ein organisierter Handel nachgewiesen werden konnte».

Die Dürre hat das Gras verdorren lassen, von dem sich die Herden normalerweise ernähren. Deshalb mussten die Landwirte auf Futter zurückgreifen, das eigentlich für den Winter eingelagert worden war. Dadurch droht nun eine Verknappung.

«Seit anderthalb Monaten greifen wir auf unsere Futtervorräte zurück. Wenn es so weitergeht, wird Ende Januar kein Heu mehr in den Scheunen liegen», warnt Dornier. Als Reaktion auf die Dürre kündigte der Bundesrat Anfang August an, die Zölle auf die Einfuhr von Futtermais vorübergehend auszusetzen.

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Justin Arber

Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.

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