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Tuesday, November 3, 2026

«Ich habe keinen Tisch, kein Sofa – und Micasa schuldet mir 2689 Franken!»

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Blick-Lesern Ronja L.* (45) ist sauer! Vergangenes Wochenende ist sie mit ihrer kleinen Familie in eine neue Wohnung im Raum Zürich gezogen. Wochen vor dem Umzug hat sich L. extra ein neues Sofa und einen neuen Esstisch bei Micasa gekauft. Doch die Möbelkette, die früher der Migros gehörte und verkauft wurde, lieferte weder Tisch noch Sofa zum abgemachten Zeitpunkt. Für beides zusammen hat die Mutter bereits 5088 Franken gezahlt.

«Die Möbel sind mir egal, ich will einfach mein Geld zurück», sagt L. gegenüber Blick. Weder zum Sofa noch zum Tisch habe sie eine Information von Micasa erhalten, kritisiert sie. Da ist L. stutzig geworden. Über die Hotline teilte man ihr dann mit, dass die Lieferung gestoppt wurde. Warum, weiss L. nicht.

Lieferant spricht von Lieferstopp

Besonders brisant: L. kontaktiert darauf direkt den Lieferanten, der über das Möbelhaus Micasa seine Möbel verkauft. Dort bestätigte man ihr, dass die Lieferung gestoppt sei – weil Micasa nicht bezahle. Pikant: Auf der Micasa-Website kann der Tisch noch immer bestellt werden.

Darauf geht L. in der Filiale in Volketswil und fordert ihr Geld für Tisch und Sofa zurück. Sie hält ihre Karte für die Rückerstattung ans Gerät. Zu Hause dann der nächste Schock: Statt eine Rückerstattung für das Sofa wurde ihr der Betrag von 2689 Franken erneut abgezogen. Immerhin: Am Tag des Umzugstermins teilt ihr der Kreditkartenbetreiber mit, dass die zweite Buchung für das Sofa rückgängig gemacht werden konnte.

Doch das ist nur ein kleiner Trost. «Ich habe keinen Tisch, kein Sofa, und Micasa schuldet mir 5088 Franken. Als hätte ich nicht schon genug Zügelstress», beschwert sich L. «Und die neue Wohnung ist jetzt halb leer.» Den Betrag für den Tisch hat Micasa mittlerweile zurückerstattet. Es fehlen aber noch immer 2689 Franken. Die Kreditkartenfirma weiss jedoch nichts von einer weiteren Rückerstattung. «Ich weiss nicht, was ich unternehmen muss, um an mein Geld zu kommen», so L. verzweifelt.

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Neuer Investor bringt Geld

Was ist bloss los bei Micasa? Geht dem Möbelhändler etwa das Geld aus? Dafür spricht die Übernahme durch eine neue Schweizer Investorengruppe. Den Wechsel bestätigte das Möbelhaus Anfang Oktober gegenüber Blick. Wer die Investorengruppe ist, war zuerst ein Geheimnis. Seit gestern Abend ist klar: Es handelt sich dabei um Toni Shala. Doch über den Logistik-Unternehmer ist so gut wie nichts bekannt.

Ein Lieferant und langjähriger Partner von Micasa, der Blick kontaktiert, hätte sich im Vorfeld mehr Informationen zum neuen Investor gewünscht. Dass es bei einem Investorenwechsel anfänglich zu Problemen kommen könne, sei man sich gewohnt. Genaueres will er gegenüber Blick nicht preisgeben.

Micasa gibt zu, dass es in der Übergangsphase zu Verzögerungen bei Zahlungen an Lieferanten kam. «Mit den betroffenen Partnern werden verbindliche Vereinbarungen getroffen. Ziel ist, dass Zahlungen schnellstmöglich wieder fristgerecht erfolgen», teilt eine Sprecherin auf Anfrage von Blick mit. Hier kommt auch die neue Eigentümerschaft ins Spiel: «Diese hat zusätzliche finanzielle Mittel bereitgestellt und sichert damit die Finanzierung für die weitere Entwicklung des Unternehmens», heisst es weiter.

Die Sprecherin betont, dass noch ausstehende Lieferungen und offene Kundenanliegen mit hoher Priorität und im direkten Austausch mit den Betroffenen bearbeitet werden. Für L. besteht also noch Hoffnung, an ihr Geld zu kommen.

Bisheriger CEO weg

Nachdem die Migros das Möbelhaus abgestossen hatte, übernahmen der bisherige CEO Philipp Agustoni und der damalige COO der Migros Fachmarkt AG, Manuel Landolt, Firmenanteile. Zudem beteiligten sich die deutschen und österreichischen Investorenfamilien Brandstetter-Finger und Wiest an 30 Filialen. Beide Investorenfamilien haben ihre Anteile nun nach etwas mehr als einem Jahr an Shala verkauft.

Auch CEO Agustoni hat Ende Oktober seinen Platz geräumt – warum, ist nicht bekannt. Auf der Netzwerkplattform Linkedin verabschiedet er sich und spricht von einer intensiven Zeit. Stattdessen übernimmt sein Kollege Landolt den Chefposten, wie Micasa bestätigt. Treuhänderin Beatrix Ferkinghoff ist neu im Verwaltungsrat. Sie ist auch Verwaltungsrätin des Logistikunternehmens Jung Stein aus Dietikon ZH.

Mit der Übernahme von Micasa hat Shala beschlossen, 4 der 30 Filialen zu schliessen. Betroffen sind die Standorte in Crissier VD, Langendorf SO, Brügg BE und Buchs AG. Insgesamt verlieren 70 Angestellte deswegen ihren Job.

* Name geändert

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