Papstreise in Frankreich – Macron empfängt Leo XIV.

- Papst Leo XIV. ist zum Auftakt eines viertägigen Besuchs in Frankreich von Präsident Emmanuel Macron empfangen worden.
- Der französische Staatschef nahm das Oberhaupt von weltweit 1.4 Milliarden Katholiken am Pariser Flughafen Orly in Empfang.
- Anschliessend stand ein Treffen im Élysée-Palast auf dem Programm. Zur Ankunft des Papstes läuteten Kirchenglocken im ganzen Land.
Beim Empfang im Élysée-Palast in Paris mahnte der Pontifex zu einer «neuen Brüderlichkeit». Dazu gehöre die Achtung des Lebens in allen Phasen des menschlichen Daseins von der Zeugung bis zum Tod. Damit bezog sich Leo auf ein neues Gesetz für Sterbehilfe, das die Nationalversammlung im Sommer beschlossen hatte, sowie auf das Recht auf Abtreibung, das unter Präsident Emmanuel Macron in der französischen Verfassung verankert wurde.
Papst Leo XIV. besucht Frankreich
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Bild 1 von 9. Das Flugzeug aus Rom landet in Paris. Damit beginnt Papst Leo XIV. einen viertägigen Besuch in Frankreich. Bildquelle: REUTERS/Gonzalo Fuentes.
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Bild 2 von 9. Papst Leo XIV. betritt auf dem Pariser Flughafen Orly französischen Boden. Bildquelle: REUTERS/Gonzalo Fuentes.
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Bild 3 von 9. Der Pontifex wird von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfangen. Bildquelle: Keystone/ EPA/YOAN VALAT / POOL.
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Bild 4 von 9. Auch Macrons Ehefrau, Brigitte Macron, war zugegen. Bildquelle: REUTERS/Gonzalo Fuentes.
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Bild 5 von 9. Kinder jubeln dem Pontifex zu. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Gregorio Borgia.
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Bild 6 von 9. In Orly warten Kinder, um den Papst zu empfangen: Willkommen in Frankreich! Bildquelle: REUTERS/Remo Casilli.
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Bild 7 von 9. Im Élysée-Palast rief das kirchliche Oberhaupt im Beisein von Präsident Emmanuel Macron zu einer «neuen Brüderlichkeit» auf. Bildquelle: REUTERS/Benoit Tessier/Pool.
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Bild 8 von 9. Am Empfang im Elysée-Palast nahm auch der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy teil. Bildquelle: Reuters/ MOHAMMED BADRA.
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Bild 9 von 9. Die Vorbereitungen (hier die Notre-Dame in Paris) für den viertägigen Papstbesuch liefen bereits vorgestern an. Zur Ankunft des Papstes läuteten Kirchenglocken im ganzen Land. (Bild: 23.09.2026). Bildquelle: REUTERS/Sarah Meyssonnier.
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Im Beisein Macrons betonte er: «Der Schutz des Rechts auf Leben bildet die unverzichtbare Grundlage für alle anderen Menschenrechte.» Dazu gehöre, «dass man lernt, das Leben bedingungslos anzunehmen».
Kritik an Leihmutterschaft und Organhandel
Leo XIV. warnte zudem vor einer «Versuchung, sich von der Wissenschaft Lösungen und Trost für all unser Leid zu erwarten». «Dabei besteht oft die Gefahr, dass man einer Illusion erliegt.» Er sei besorgt, «wie Gesellschaften derzeit in die falsche Richtung abdriften und Gefahr laufen, Wissenschaft und Technik in gewinnorientierte Unternehmungen zu verwandeln, die Gen-Manipulationen, Leihmutterschaft, Organhandel oder das Angebot eines geplanten Todes fördern».
Macron hatte zuvor versichert, Frankreich würde technologischen Fortschritt nicht über Menschenwürde stellen und den Äusserungen des Papstes stets Aufmerksamkeit schenken.
US-Papst mit Wurzeln in der Normandie
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Der seit vergangenem Jahr amtierende Papst aus den USA – mit bürgerlichem Namen Robert Prevost – hält sich bis Montag erstmals in Frankreich auf. Die Familie des 71-Jährigen hat auch französische Wurzeln. Seine Grossmutter ist aus der Normandie. Mit seiner Forderung nach «neuer Brüderlichkeit» spielte er auf den Dreiklang Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit aus den Zeiten der Revolution von 1789 an. Heute ist dies offizieller Leitspruch des Landes.
Macron sagte bei dem Empfang im Élysée-Palast, es sei eine Ehre und eine Freude, den Papst zu empfangen. «Oft mit dem Schauspiel des Unglücks der Welt konfrontiert, verspüren viele unserer Mitbürger mit Ihrem Besuch in Frankreich Hoffnung.» Macron stellte sich hinter die Friedensbotschaft des Papstes und betonte: «Die Suche nach Frieden an allen Fronten ist eine essenzielle Notwendigkeit.»
An den Papst gerichtet sagte Macron auch, man sei stolz auf dessen normannische Wurzeln. «Und Sie werden sehen, wir haben selbst Wurzeln aus Béarn und Bigorre gefunden.» Beide Gegenden liegen im Südwesten Frankreichs.
Messe auf der Place de la Concorde am Samstag
Nachmittags will das kirchliche Oberhaupt die UNO-Kulturorganisation Unesco besuchen, die ihren Sitz in der französischen Hauptstadt hat. Am Abend ist ein Vespergottesdienst in Frankreichs Nationalstadion im Vorort Saint-Denis mit etwa 80'000 Teilnehmern geplant.
Am Samstag werden zu einer Messe auf der Place de la Concorde unterhalb der Champs-Élysées mehrere Hunderttausend Menschen erwartet.
Beziehungen getrübt
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Das Verhältnis zwischen dem Vatikan und Frankreich ist nicht frei von Spannungen. Kritik der katholischen Kirche gab es zuletzt unter anderem daran, dass das Recht zur Abtreibung in der französischen Verfassung verankert wurde, und an einem Gesetz zur aktiven Sterbehilfe. Die Kirche wiederum steht – wie in zahlreichen anderen Ländern – wegen ihres Umgangs mit Missbrauchsopfern in der Kritik. Am Wochenende will sich der in Lourdes mit einem kleinen Kreis von Opfern treffen.
Für den Papst ist dies die erste Frankreich-Reise seit seiner Wahl im vergangenen Jahr. Weitere Stationen sind der Wallfahrtsort Lourdes im Südwesten sowie die Stadt Metz unweit der deutsch-französischen Grenze. Dort will der Pontifex aus den USA eine Europa-Rede halten.
Strenge Trennung zwischen Kirche und Staat
In Frankreich gilt – bis auf einige Regionen im Osten des Landes – seit mehr als einem Jahrhundert eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Beispielsweise muss dort keine Kirchensteuer gezahlt werden. Präsident Macron will den Messen des Papstes auch fernbleiben. Zwar sind die Katholiken weiterhin die grösste religiöse Gruppe in Frankreich, inzwischen bekennen sich aber viele Menschen im Land nicht mehr zu einer Religion.
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