ESPNHow NFL pros such as Matthew Stafford gain perspective from coaching their kidsESPN DeportesEl gran desafío de Iraola: guiar a un Liverpool sumido en la incertidumbreThe Jerusalem PostHezbollah cannot buy back Shia support as group promises $14,000 to displaced familiesRTP DesportoFC Porto sofre goleada na UEFA Youth LeagueVilaWebLa Generalitat vol facilitar la renovació de la regularització extraordinària d’immigrants amb més suport formatiu i laboralZDF heuteAktuelle Pressemitteilungen des ZDF3DNewsПредставлена камера моментальной печати Fujifilm Instax Square 2 с аналоговыми фильтрамиPremium TimesTanker crash spills 33,000 litres of groundnut oil in Lagos, LASTMA warns against consumptionDeadlineMidjourney: Report Claims AI Model Is Worst Offender For Flouting Hollywood CopyrightSportstarBoxing Federation of India suspends secretary general Pramod Kumar over alleged irregularitiesScreen RantNew Young James Bond Officially Unveiled In First Look At SilverfinBBC BusinessNetflix to lay off 1,000 staff in steepest cuts since 2022
The Daily Newsstand · Free, Always
Wednesday, October 14, 2026

Feuerwehrmann von Migranten angezündet? Stimmt nicht, Herr Musk

Translate

Dieses Bild geht gerade viral. Den Feuerwehrmann sollen angeblich junge Migranten bei Protesten in Bordeaux angezündet haben. Doch dem ist nicht so.

Dieses Bild geht gerade viral. Den Feuerwehrmann sollen angeblich junge Migranten bei Protesten in Bordeaux angezündet haben. Doch dem ist nicht so.Screenshot Instagram

Die Behauptung

Junge Migrantinnen und Migranten sollen in Bordeaux im Rahmen der landesweiten Schulproteste einen Feuerwehrmann angezündet haben. Ein virales Bild soll das beweisen.

Die Bewertung

Die Behauptung ist falsch. Das Bild ist zwar echt und entstand im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten. Aber die von einigen Social-Media-Userinnen und -Usern verbreitete Behauptung stützt die Aufnahme nicht. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Mann absichtlich von jemandem in Brand gesetzt wurde. Videos des Vorfalls zeigen nichts dergleichen. Der Feuerwehrmann stand auch nicht in Flammen.

Das Bild ist echt, die damit verbreitete Behauptung aber falsch

Das virale Bild schockiert: Es zeigt einen nach vorn gebeugten Mann, der in Flammen zu stehen scheint (siehe Bild oben). Geteilt wurde die Aufnahme unter anderem auf X, Instagram und Facebook (zum Beispiel hier, hier und hier sowie hier, hier und hier archiviert). Laut jenen, die die Aufnahmen teilen, wurde der Mann absichtlich angezündet. «Junge Migranten der zweiten und dritten Generation filmen einen französischen Feuerwehrmann, nachdem sie ihn während der Schulproteste in Bordeaux in Brand gesetzt haben», heisst es etwa bei @visegrad24 (hier archiviert), dem mehr als 2,1 Millionen X-Accounts folgen. Unter anderem Tech-Milliardär Elon Musk hat den Beitrag mit «!!» kommentiert (hier, hier archiviert). Darauf reagiert @visegrad24 wiederum mit der Forderung nach «Massen-Deportationen». Die Stossrichtung ist klar. Doch sie entbehrt jeder Grundlage, denn der Hintergrund des Bildes ist ein anderer. Das zeigen mehrere Punkte.

Keine KI: Fotograf bestätigt Echtheit der Aufnahme

Das Bild ist echt. Bei den Fotoagenturen Keystone-SDA (hier archiviert) und Picture-Alliance (hier archiviert) findet sich ein ganz ähnliches Foto, das nur wenige Sekundenbruchteile vorher oder nachher aufgenommen wurde. Aufgenommen hat es der französische Fotograf Guillaume Bonnaud am 29. September 2026 in der Rue Sainte-Catherine in Bordeaux. Das ist den Angaben der Plattformen zu dem Bild zu entnehmen. Zudem habe er dies gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, wie Correctiv.org schreibt (hier archiviert). Der exakte Ort des Vorfalls lässt sich mithilfe von Online-Kartendiensten verifizieren.

Video zeigt spontane Verpuffung

Neben dem Foto kursieren auch Videos, die den Moment zeigen, etwa auf Tiktok. Die französische Tageszeitung «Le Figaro» zeigt auf der Plattform einen Zusammenschnitt verschiedener Clips (hier sowie hier archiviert):

In den Clips ist aus verschiedenen Perspektiven zu sehen, wie sich der Feuerwehrmann einem bereits brennenden Haufen am Boden nähert, den er offenbar austreten möchte. Just in dem Moment, in dem er das linke Bein anhebt, um zur Tat zu schreiten, kommt es zu einer, wie es scheint, spontanen Explosion beziehungsweise Verpuffung. Danach, auch das zeigen die Szenen, rennt der Feuerwehrmann zurück zu seinen Kollegen. In Flammen steht er dabei nicht. Dieser Eindruck wird nur von dem von Guillaume Bonnaud aufgenommenen Foto erweckt und von der Aufnahme, die von den Social-Media-Accounts geteilt wird. Es zeigt den Moment, nachdem sich der Feuerwehrmann von den Flammen weggedreht hat.

Behörde nennt Aerosol als Auslöser der Verpuffung

Den von den Videos vermittelten Eindruck bestätigt Sophie Brocas, die Präfektin des Departements Gironde, dessen Hauptstadt Bordeaux ist, in einer Mitteilung (hier archiviert). Darin heisst es: «Als er bei einem Brand an einer in der Rue Sainte-Catherine errichteten Barrikade im Einsatz war, wurde ein Feuerwehrmann laut Presseberichten durch die Explosion einer in der Barrikade platzierten Sprühdose verletzt.» Der Feuerwehrmann sei nach dem Vorfall ins Spital gebracht und einige Tage krankgeschrieben worden. Bereits am Nachmittag habe er jedoch in die Feuerwache zurückkehren können. Als die Flammen seine Beine berührten, habe er «leichte Verletzungen» erlitten, so Ici.fr (hier archiviert). Laut Polizeiangaben wird ein Angriff ausgeschlossen, heisst es weiter. Trotzdem habe die Staatsanwaltschaft Bordeaux Ermittlungen wegen «Brandstiftung mit schweren Verletzungen» eingeleitet.

Was erwartest du von sozialen Netzwerken, wenn in Posts falsche Behauptungen aufgestellt werden?

Fazit

Das virale Foto zeigt zwar einen echten Vorfall bei den Protesten in Bordeaux, wird in sozialen Medien jedoch in einen falschen Zusammenhang gestellt. Der Feuerwehrmann wurde nicht von Jugendlichen oder Migranten angezündet, sondern durch die Verpuffung einer Spraydose in einer brennenden Barrikade leicht verletzt. Videos des Vorfalls und Angaben der Behörden widersprechen damit der verbreiteten Behauptung.

Faktencheck-Push

Falle nicht auf Fake-News rein! Abonniere in der 20-Minuten-App die Benachrichtigungen des Faktencheck-Kanals. So bleibst du auf dem neuesten Stand über den Wahrheitsgehalt von Behauptungen aus der weiten Welt der sozialen Medien. Stimmt die neueste Nachricht zu den Epstein-Files, sieht man wirklich ukrainische Soldaten im viralen Video und sind tatsächlich Ufos auf der Erde gelandet?

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Benachrichtigung». Wähle hier die gewünschten Themen aus.

Fake News entdeckt? Schick sie uns!

Kommt dir eine Meldung, Behauptung, ein Bild oder ein Video unglaubwürdig vor? Schick uns deinen Verdacht an faktencheck@20minuten.ch oder über einen der untenstehenden Messenger.

Speichere unseren Kontakt im Messenger deiner Wahl und sende verdächtige Videos, Fotos und Dokumente schnell und unkompliziert an die 20-Minuten-Redaktion. Verrate uns bitte auch, wo du es entdeckt hast. Je genauer deine Angaben sind, desto besser können wir eine Behauptung auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.

Die Verwendung deiner Beiträge durch 20 Minuten ist in unseren AGB geregelt: 20min.ch/agb

Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

View the original on 20 Minuten →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.