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Wednesday, October 21, 2026

Cyberangriffe auf Unternehmen – Sind KMUs den Hackern ausgeliefert?

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Bei einem Hackerangriff können Daten gestohlen und ganze Systeme lahmgelegt werden. Zuletzt meldeten auch die Pensionskasse des Bundes Publica, Ricardo oder die SRG Angriffe. Das kann Unternehmen empfindlich treffen. Wie können sich gerade kleine Betriebe davor schützen? SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren erklärt, welche Massnahmen am meisten bringen und welche Verantwortung auch Mitarbeitende tragen.

Jürg Tschirren

Digitalredaktor

Jürg Tschirren hat Zeitgeschichte und Journalismus studiert. Er arbeitet seit 2007 als Digital Redaktor für SRF und berichtet über IT, Kommunikation, Künstliche Intelligenz, soziale Netzwerke, digitale Distribution, Unterhaltungselektronik, Datenschutz und Computersicherheit.

Sind KMUs den Hackern ausgeliefert?

KMUs sind Cyberangriffen nicht schutzlos ausgesetzt. Aber viele KMUs unterschätzen das Risiko und schützen sich zu wenig gut. Laut einer Studie zur Cybersicherheit bei Schweizer KMUs erlitten vier Prozent der kleinen KMUs in drei Jahren Schäden durch Cyberangriffe. Das sind hochgerechnet rund 26'000 Firmen. Die meisten Angriffe sind nicht gezielt: Getroffen wird, wer verwundbar ist. Wer sich richtig schützt, kann Schaden verhindern.

Warum bleiben bekannte Lücken offen?

Cybersicherheit ist bei KMUs oft Nebensache. Sicherheitsupdates werden hinausgeschoben, weil sie Programme lahmlegen können. Zudem fehlt der Überblick über vergessene Geräte im Netz, die Einfallstore für Angriffe sein können. Dazu kommt: Es werden auch Lücken angegriffen, bevor es überhaupt ein Sicherheitsupdate gibt, das sie schliessen könnte.

Hände tippen auf einer beleuchteten Laptop-Tastatur.
Legende: Viele KMUs unterschätzen Cyberrisiken. Aufgeschobene Updates und vergessene Geräte im Netz können Angreifern den Zugang erleichtern. KEYSTONE/Christian Beutler

Welche Schutzmassnahmen bringen am meisten?

Betriebe sollen vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Zwei-Faktor-Anmeldung für Mail und Fernzugänge,
  • Backups ausserhalb des Netzes, die Angreifer nicht erreichen können,
  • rasche Updates für alles, was vom Internet aus erreichbar ist,
  • ein Plan für den Notfall,
  • regelmässige kurze Schulungen zur Sensibilisierung,
  • eine Versicherung gegen Cyberrisiken, falls alle anderen Massnahmen versagt haben.

Was verändert künstliche Intelligenz konkret?

Laut dem neusten Halbjahresbericht des Bundesamtes für Cybersicherheit (Bacs) setzen Angreifer KI inzwischen systematisch ein, um ihren Opfern massgeschneiderte, persönliche und glaubwürdige Inhalte zu schicken. Phishing-Mails sind dank KI fehlerfrei geschrieben und auf Empfängerinnen und Empfänger zugeschnitten. Das erschwert es, solche Betrugsversuche zu erkennen. Ausserdem hilft KI, bekannte Lücken schneller auszunutzen. Das Zeitfenster für Updates wird damit kürzer. KI macht Angriffe schneller, billiger und persönlicher.

Welche Verantwortung tragen Mitarbeitende?

Die Hauptverantwortung trägt die Geschäftsleitung: Sie muss Schutz, Regeln und Schulungen bereitstellen. Von Mitarbeitenden kann man zwei Dinge erwarten: dass sie sich an die Regeln halten und Vorfälle sofort melden – auch eigene Fehler. Wo Fehler bestraft werden, verschweigen Mitarbeitende sie oft, was Angreifern in die Hände spielt. Rechtlich haften Angestellte laut Schweizer Obligationenrecht nur für Schäden, die sie absichtlich oder fahrlässig verursachen.

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