Risikokarte zeigt: Diese Länder gelten als «extrem» gefährlich

Eine neue Weltkarte zeigt, um welche Länder oder Regionen man 2027 einen grossen Bogen machen sollte. Während sich die Lage in mehreren Staaten verschlechtert hat, gehört die Schweiz weiterhin zu den sichersten Flecken auf der Erde.
Hinter der «Global Risk Map 2027» steht der US-Sicherheitsdienstleister Global Guardian. Bewertet werden Kriminalität, bewaffnete Konflikte, Terrorismus, politische Unruhen, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur und Naturkatastrophen. Daraus ergeben sich fünf Risikostufen von «niedrig» bis «extrem». Ab «hoch» rät das Unternehmen von Reisen ab, die nicht unbedingt notwendig sind.
Die Karte ist allerdings keine offizielle Reisewarnung. Global Guardian ist ein privates Sicherheitsunternehmen. Für konkrete Reisen sollten deshalb zusätzlich die offiziellen Reisehinweise der Behörden beachtet werden. Diese findest du hier.
Iran neu auf höchster Gefahrenstufe
Besonders dunkel färbt sich die Karte im Nahen Osten. Der Iran wird neu mit der höchsten Risikostufe «extrem» bewertet. Global Guardian verweist unter anderem auf die politische Lage und die gestiegene Gefahr willkürlicher Festnahmen von Ausländerinnen und Ausländern.
Auch rund um den Persischen Golf hat sich die Bewertung wegen des Nahoskonflikts verschlechtert. Bahrain und Kuwait springen von «moderat» auf «hoch». Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien steigen auf «mittel», ebenso Saudi-Arabien.
Das könnte auch Reisende betreffen, die dort eigentlich gar keine Ferien machen wollen. Dubai, Abu Dhabi und Doha gehören zu den wichtigsten Umsteigeflughäfen auf dem Weg nach Asien, auf die Malediven oder zu anderen Fernreisezielen.
In diesen Regionen gilt das Risiko als «extrem»
Die dunkelrote Farbe steht auf der Karte für die höchste Risikostufe. Sie findet sich vor allem in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan, der Ukraine, Syrien, dem Jemen, dem Gazastreifen, Sudan, Somalia, Myanmar und Haiti. Auch Teile der Sahelzone und Zentralafrikas fallen in diese Kategorie.
Dabei bewertet Global Guardian nicht immer ganze Staaten gleich. So können einzelne Grenz- oder Konfliktregionen deutlich gefährlicher eingestuft sein als der Rest eines Landes. «Extrem» bedeutet laut Global Guardian, dass aktive Konflikte mit schwerer Kriminalität und Unruhen zusammentreffen und staatliche Institutionen nicht ausreichend in der Lage sind, die Sicherheitslage zu kontrollieren oder auf grosse Krisen zu reagieren.
Auch Ferienparadiese schneiden schlecht ab
Gefahren lauern aber nicht nur in Konfliktregionen. Mexiko bleibt ein Hochrisikoland. Die Gewalt durch die Drogenkartelle reicht laut Global Guardian zunehmend auch in Gegenden, die viele mit Traumstränden und Ferien verbinden. Genannt werden etwa Cancún, Tulum und Puerto Vallarta.
Ecuador wird ebenfalls neu als «hoch» eingestuft. Dort eskaliert die Bandengewalt. Besonders problematisch ist Guayaquil – ausgerechnet jene Stadt, über die viele Reisende auf dem Weg zu den Galápagos-Inseln kommen.
Bei der Türkei und Ägypten lohnt sich ebenfalls ein genauer Blick auf die Karte. Nicht das ganze Land ist gleich betroffen. In der Türkei gelten vor allem die Grenzregionen zu Iran, Irak und Syrien als problematisch. Antalya und Bodrum liegen weit davon entfernt. In Ägypten konzentrieren sich die grössten Risiken unter anderem auf den Nord-Sinai sowie bestimmte Grenz- und Wüstengebiete.
Für diese Länder geht es in die andere Richtung
Es gibt aber auch gute Nachrichten. Jamaika verbessert sich von «hoch» auf «mittel». Global Guardian verweist unter anderem auf eine deutlich gesunkene Mordrate.
Südkorea schafft den Sprung von «moderat» auf «niedrig», weil sich die politische Lage beruhigt habe. Auch Ungarn wird nach dem Ende der Orban-Regierung neu mit einem niedrigen Risiko bewertet. Nach dem Regierungswechsel sieht Global Guardian insbesondere ein geringeres Risiko für grössere politische Proteste.
Zusätzliche Risikokategorien
Höchstes Risiko willkürlicher Festnahmen
Afghanistan, Belarus, China, Eritrea, Iran, Irak, Myanmar, Nicaragua, Nordkorea und Russland.
Höchstes Gesundheitsrisiko
Afghanistan, Burkina Faso, Burundi, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Guinea-Bissau, Haiti, Liberia, Mali, Niger, Nordkorea, Sierra Leone, Somalia, Südsudan, Sudan, Syrien und Jemen.
Höchstes Umweltrisiko
China, Kolumbien, Indien, Indonesien, Mexiko, Mosambik, Myanmar, Pakistan, Philippinen und Russland. Dazu zählen Risiken durch Naturkatastrophen und andere Umweltgefahren.
Höchstes Risiko für Daten und Privatsphäre
China, Kuba, Hongkong, Iran, Macau und Russland.
Städte mit besonders hohem Risiko
Culiacán (Mexiko), Durban (Südafrika), Goma (Demokratische Republik Kongo), Guatemala-Stadt (Guatemala), Guayaquil (Ecuador), Khartum (Sudan), Mogadischu (Somalia), Port Moresby (Papua-Neuguinea), Port-au-Prince (Haiti) und Quetta (Pakistan).
Schweiz bleibt ein grüner Fleck
Wer seine Ferien lieber in der Schweiz verbringt, findet auf der Karte keinen Grund zur Sorge. Die Schweiz ist grün eingefärbt und gehört damit zur niedrigsten Risikostufe.
Das passt auch zu anderen internationalen Sicherheitsbewertungen. Auf der Risikokarte des Analyseunternehmens A3M erhielten die Schweiz, Norwegen und Finnland die beste Einstufung.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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