Gadenlandschaften – Leben statt Leerstand: Neue Ideen für alte Glarner Scheunen

Gadenlandschaften Leben statt Leerstand: Neue Ideen für alte Glarner Scheunen
Im Kanton Glarus stehen 800 ungenutzte Gaden. Ein Projekt möchte, dass Neues darin entsteht. 90 Vorschläge gingen ein.
Ein «Gadä» bezeichnet im Glarner Dialekt einen Stall oder eine Scheune. Die Gaden wurden früher für das Vieh oder als Lager für Heu benutzt.
Im Kanton Glarus gibt es noch rund 2300 Exemplare dieser einfachen Holzbauten. Rund ein Drittel davon steht leer. Einem Teil von ihnen soll nun neues Leben eingehaucht werden.
Gaden im Glarnerland
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Bild 1 von 2. Eine typische Gadenlandschaft in einer Alpensiedlung oberhalb von Elm. Bildquelle: Reto Fuchs/Atelier Freienstein.
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Bild 2 von 2. An einigen Gaden nagt der Zahn der Zeit. Der Kanton möchte mit dem Projekt Gegensteuer geben. Bildquelle: Reto Fuchs/Atelier Freienstein.
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Dafür macht sich eine Projektgruppe stark. Sie wird vom Glarner Architekten Reto Fuchs angeführt. «Ungenutzte Gebäude zerfallen eher», sagt der Projektleiter. Mit dabei sind auch der Bund, der Kanton Glarus sowie die Glarner Gemeinden.
Neues Zuhause für Fledermäuse
Das Projektteam hat nicht einzelne Gaden im Blick, sondern das grosse Ganze: die Gadenlandschaften. Sie bestehen aus mehreren Gebäuden, eingebettet in die umliegende Natur. Teil dieser Landschaften können auch Trockenmauern, typische Pflanzen oder Wege sein.
In jeder der drei Glarner Gemeinden wurde eine Gadenlandschaft ausgewählt. In den letzten Wochen wurden Ideen für eine alternative Nutzung gesammelt.
Im Ideenbriefkasten sind 90 Vorschläge gelandet. «Es gab Leute, die haben nur zwei, drei Sätze geschrieben, andere haben komplette Dossiers eingereicht», erzählt Projektleiter Reto Fuchs.
Die Vorschläge, wie die Gaden aus ihrem Dornröschenschlaf geholt werden könnten, sind vielfältig: Sanfter Tourismus, Gastronomie, Yogakurse, Kunst und Kultur, Natur – von allem ist laut Projektleiter Fuchs etwas dabei.
«Es sind niederschwellige Angebote. Zum Beispiel im Stall übernachten und die Natur beobachten, regionale Produkte verkaufen oder die Gaden als Unterschlupf für Fledermäuse nutzen.»
Kein Halligalli geplant
Auf dem Papier sind den Ideen keine Grenzen gesetzt. Bei der konkreten Umsetzung allerdings schon. Die Gaden stehen in der Landwirtschaftszone. Aus rechtlicher Sicht gibt es vieles zu beachten.
Wildschutz, Gewässerschutz, Naturgefahren, Raumplanung oder Denkmalpflege sind nur einige Aspekte, die berücksichtigt werden müssen. «Genau das macht es spannend», findet Projektleiter Reto Fuchs.
Die komplexen Anforderungen sind mit ein Grund, warum Bund und Kanton beim Projekt Gadenlandschaften dabei sind. Was – Stand heute – ausgeschlossen werden kann, sind dauerhafte Übernachtungen.
Pop-ups als Versuchsballon
Initiator Fuchs sieht im neuen Raumplanungsgesetz eine grosse Chance für das Gadenprojekt: «Die Kantone sollten damit, unter Auflagen, zonenfremde Nutzungen möglich machen können.» Natürlich gebe es auch warnende Stimmen. Auch sie sollen einbezogen werden.
In den kommenden Wochen werden die eingereichten Vorschläge gesichtet und ausgewertet. Einige Ideen sollen dann als Pop-up ausprobiert werden. Bei einer Zwischennutzung seien rechtliche Ausnahmen eher möglich. Die Kosten belaufen sich laut Fuchs auf 300’000 Franken. Der Bund übernimmt die Hälfte.
«In einer Zukunftswerkstatt sollen später Eigentümer und Ideen zusammengebracht werden», erklärt Reto Fuchs das weitere Vorgehen. Ziel sei und bleibe der langfristige Erhalt der historischen Scheunen.
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