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Tuesday, September 15, 2026

Fitness-Athletin siegt – doch Thema ist ihr Durchfall-Unfall

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  • Die australische Hyrox-Athletin Joanna Wietrzyk (22) erlitt beim Rennen in Peking einen Durchfall-Unfall und lief trotzdem weiter – und gewann.
  • Da sich Athletinnen und Athleten bei Hyrox-Strecke und Geräte teilen, sorgt der Vorfall für heftige Kritik am Gesundheitsrisiko für andere Teilnehmer.
  • Hyrox-Mitgründer Moritz Fürste räumte ein Versagen ein und passte das Regelwerk an: Bei Kontaminationsrisiko kann die Rennleitung Athleten aus dem Wettkampf nehmen.

Eigentlich ist Joanna Wietrzyk dafür bekannt, bei Hyrox-Rennen Rekorde zu jagen. Nach ihrem Auftritt in Peking spricht nun aber kaum jemand über ihre sportliche Leistung. Die Australierin verlor während des Rennens die Kontrolle über ihren Darm – und lief trotzdem weiter.

Welcher erste Gedanke kommt dir bei einem Rennen mit einem solchen Zwischenfall?

Auf Bildern und Videos ist zu sehen, wie sich Fäkalien über Beine, Socken und Schuhe der 22-Jährigen verteilen. Wietrzyk bricht das Rennen jedoch nicht ab. Sie absolviert weiter die verschiedenen Stationen, darunter Burpee Broad Jumps, Sandbag Lunges und Wall Balls. Besonders heikel: Bei Hyrox teilen sich die Athletinnen und Athleten Strecke und Trainingsgeräte. Wietrzyk gewinnt das Rennen schliesslich sogar.

Zwischen Ekel und Kampfgeist

Online sorgt der Vorfall derweil für heftige Diskussionen. Während einige Wietrzyk für ihren kompromisslosen Kampfgeist verteidigen, kritisieren andere vor allem das Gesundheitsrisiko für die übrigen Teilnehmer.

Für zusätzlichen Ärger sorgt eine kuriose Regel-Lücke: Spucken oder das Schnäuzen auf den Boden konnte bereits zuvor mit einer Zeitstrafe geahndet werden. Für einen Vorfall wie jenen von Wietrzyk gab es dagegen keine eindeutige Regelung. Die Kritik richtet sich deshalb längst nicht nur gegen die Australierin, sondern auch gegen Hyrox selbst.

Denn die Veranstalter greifen während des Rennens nicht ein. Ein Versäumnis, das Hyrox-Mitgründer Moritz Fürste inzwischen in einem Statement auf Instagram einräumt. Man hätte sofort reagieren müssen, erklärte der Deutsche.

Nach dem Wettkampf wurden betroffene Bereiche abgesperrt und desinfiziert, Geräte entfernt und Teile des Bodenbelags ausgetauscht. Mittlerweile hat Hyrox auch sein Regelwerk angepasst: Stellen Blut, Erbrochenes, Urin oder Fäkalien ein Gesundheits- oder Kontaminationsrisiko dar, kann die Rennleitung einen Athleten aus medizinischen Gründen aus dem Rennen nehmen.

Die Athletin selbst gibt sich von den Diskussionen unbekümmert. In einer zwischenzeitlich gelöschten Story postet sie ein Bild aus dem Krankenhaus und schreibt nüchtern: «Ein Sieg ist ein Sieg».

Céline Eicher

Céline Eicher (eic), Jahrgang 1996, arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Ressort Sport.

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