Schaltersterben geht weiter: SBB schliesst 13 Reisezentren

- Die SBB schliessen per 1. Januar 13 weitere Reisezentren.
- Damit bleiben schweizweit noch 102 bediente Standorte übrig – vor vier Jahren waren es noch 140.
- Entlassungen gibt es keine; betroffene Angestellte sollen die Möglichkeit bekommen, an anderen Standorten weiterzuarbeiten.
SBB-Schalter gibt es schweizweit immer seltener. Von den rund 800 SBB-Bahnhöfen in der Schweiz sind nur noch 115 bedient. Allein in den vergangenen vier Jahren verschwanden 25 Verkaufspunkte mit Schalter. Per 1. Januar will die SBB 13 weitere Reisezentren dichtmachen, wie der «Blick» unter Bezug auf die Bundesbahnen berichtet.
SBB-Sprecher Moritz Weisskopf bestätigt der Zeitung das Aus für die Reisezentren an folgenden Bahnhöfen:
- Arbon TG
- Brunnen SZ
- Döttingen AG
- Frick AG
- Genève-Eaux-Vives GE
- Laufen BL
- Oensingen SO
- Rotkreuz ZG
- Schönbühl Shoppyland BE
- St. Margrethen SG
- Stein am Rhein SH
- Uznach SG
- Ziegelbrücke GL
Entlassungen soll es keine geben. Die betroffenen Angestellten sollen gemäss SBB das Angebot bekommen, an anderen Standorten mit Reisezentrum weiterzuarbeiten.
Wenn Passagiere nicht auf eine persönliche Beratung verzichten möchten, müssen sie im schlimmsten Fall bis zu 30 Minuten Fahrzeit mit dem ÖV in Kauf nehmen, um eines der verbliebenen 102 Reisezentren zu erreichen.
Persönliche Beratung soll es auch in Zukunft geben
Gemäss der SBB kaufen immer weniger Leute Billette am Schalter. Die Schalterverkäufe seien zuletzt auf 4 Prozent gefallen, die Mehrheit der Verkäufe geschehe digital per App oder online. Zumal es seit einer Weile auch möglich ist, internationale Billette über die App zu kaufen.
«Wenn nur wenige Billette pro Tag verkauft werden, macht der Betrieb eines Reisezentrums keinen Sinn», sagte SBB-Chef Vincent Ducrot vergangenes Jahr im Interview mit 20 Minuten. Auch die Billettautomaten wolle die SBB schrittweise reduzieren.
Die persönliche Beratung bleibe aber ein wichtiger Bestandteil des Angebots, betont die SBB. So bietet das SBB-Personal etwa Beratung bei Abos oder komplexen Problemen. SBB-Sprecher Weisskopf will sich auf Nachfrage der Zeitung aber nicht festlegen, wie viele Standorte es in Zukunft noch geben wird. SBB-Chef Ducrot versicherte im Interview aber, ein breites Netz beibehalten zu wollen.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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