Teurere Fahrstunden? – Der hohe Benzinpreis belastet auch Fahrlehrer

Die Benzin- und Dieselpreise sind so hoch wie schon lange nicht mehr. Das merken auch Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer. Denn: Auch wenn pro Fahrstunde maximal 20 Kilometer zurückgelegt werden, belaste der hohe Treibstoffpreis die schmale Marge der Fahrschulen, heisst es vom Fachverband L-Drive.
Seit Jahren gleiche Preise für Fahrstunden
«Die Fahrschulen haben die Preise seit Jahren oder gar Jahrzehnten kaum mehr angepasst», betont Verbandspräsident Michael Gehrken. Deshalb wäre eine Anpassung der Preise für Fahrstunden sowieso überfällig.
Derzeit kostet eine Fahrstunde in der Schweiz rund 90 Franken – je nach Region und Angebot auch etwas mehr oder weniger.
Man muss Preisanpassungen zumindest ins Auge fassen.
«Der hohe Benzinpreis sollte darum dem einen oder anderen Fahrlehrer jetzt die Augen öffnen, dass er seine Kosten genauer anschaut», so Gehrken. Und dabei könne eigentlich nur eines herauskommen: «Dass man Preisanpassungen zumindest ins Auge fassen muss.»
Harter Preiskampf um Kundinnen und Kunden
Neben dem eher kleinen Kostenposten Benzin schlagen für die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer vor allem die Anschaffungskosten für das Fahrzeug zu Buche. Und den Lebensunterhalt muss man sich mit den Fahrstunden ja auch noch verdienen.
Der Toruing-Club der Schweiz (TCS) rechnet auf seiner Webseite vor, welches Budget man für das Erwerben des Auto-Führerscheins einplanen muss. Bei 20 Fahrstunden sind das mit allen obligatorischen Kursen (Nothelfer-Kurs, Verkehrskunde, Lernfahrausweis etc.) mindestens 2900 Franken.
In der Schweiz gibt es laut L-Drive rund 3500 aktive Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer. Sie sind allerdings nicht übers ganze Land gleichmässig verteilt. Gerade in Ballungsregionen gibt es tendenziell eher viele Anbieter. Folge: «Es herrscht ein Preiskampf um die Kunden», weiss Gehrken. Und mit dem Druck auf die Stundenpreise gerate auch die Marge für die Anbieter unter Druck.
Teure Fahrstunden für junge Leute
Diesen Aussagen stehen Klagen von Konsumentenschutz-Organisationen gegenüber, die schon seit Längerem monieren, die Preise der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer seien zu hoch. Junge Leute könnten sich die Fahrstunden kaum leisten.
Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.
Dem kann L-Drive-Präsident Gehrken wenig abgewinnen. «Das sind wohl dieselben Kreise, die dann jammern, wenn die Unfallzahlen steigen», sagt er. Gehrken betont, es gehe bei der Ausbildung im Strassenverkehr um die Sicherheit – «und diese gibt es nicht zum Nulltarif».
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.