Anschlag auf Kirche in Jordanien: Fahndung nach Tätern läuft
Die Zeremonie in einer griechisch-orthodoxen Kirche im Westen Jordaniens lief gerade 15 Minuten, so ein Augenzeuge, da eröffneten am Freitag bewaffnete Männer das Feuer auf die Trauergemeinde. Sieben Menschen starben im Kugelhagel bei dem Angriff auf die griechisch-orthodoxe Sankt-Georgs-Kirche in dem Dorf Hamoud in der Provinz Karak.
Ein weiteres Opfer erlag seinen schweren Verletzungen, teilte Gesundheitsminister Ibrahim al-Bdour am Samstag mit. Weitere 26 Menschen befänden sich weiterhin im Krankenhaus, darunter einer in kritischem Zustand, sagte al-Bdour der Nachrichtenagentur AFP.

Der Generalstaatsanwalt von Amman untersagte laut der jordanischen Nachrichtenagentur Petra unter Androhung rechtlicher und strafrechtlicher Konsequenzen die Veröffentlichung von Details zu den Schüssen in der Kirche. Ausgenommen von der Nachrichtensperre sind offizielle Regierungsmedien. Sie stehen unter der Aufsicht des Ministeriums für Regierungskommunikation.
Überwachungskamera zeigt drei Angreifer
Aufnahmen, die offenbar von einer Überwachungskamera der Kirche stammen, zeigen drei Personen, die von einem Gehweg aus auf das Gebäude schießen. Anschließend liefen sie zur Eingangstür des Gotteshauses.

Zwei der Bewaffneten, die auf den Aufnahmen zu sehen sind, hielten offenbar Pistolen in der Hand, als sie sich der Kirche näherten und Schüsse abfeuerten. Ein dritter Mann, offenbar mit einem halbautomatischen Gewehr bewaffnet, eröffnete ebenfalls das Feuer. Von Zeugen aufgenommene Videos zeigen zerbrochenes Glas und Blutlachen auf dem Boden der Kirche.
Dorgham Halasa, der sich unter den Trauergästen befand, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass die Menschen in der Kirche zu fliehen begannen, als die Schüsse fielen. Er habe die Bewaffneten nicht gesehen, aber andere hätten berichtet, vier von ihnen gesehen zu haben. Die Gesamtzahl der Angreifer lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
Augenzeugenberichten zufolge sollen sich während der Trauerfeier zwischen 150 und 200 Menschen im Bereich der Kirche aufgehalten haben. Der Angriff soll etwa fünf Minuten gedauert haben. Anschließend seien die Täter geflüchtet.
König Abdullah droht mit "eiserner Faust"
Jordaniens Innenminister sprach von einem "Terroranschlag einer Gruppe von Extremisten". Es sei jedoch noch zu früh, um zu sagen, ob sie Verbindungen zu bekannten Gruppen im In- oder Ausland hätten.
Der jordanische König Abdullah besuchte Karak wenige Stunden nach dem Angriff und kündigte an, die Täter würden "mit eiserner Faust" bestraft. "Der Terroranschlag wird mit härtester Vergeltung beantwortet werden", heißt es in einer Erklärung des Königs.

Jordaniens Minister für islamische Angelegenheiten, Mohammad Chalajleh, und mehrere Abgeordnete verurteilten den Angriff. Laut Nachrichtenagentur Petra kündigte die Regierung in Amman drei Tage Staatstrauer an.
Stabilität in Jordanien
Angriffe dieser Art sind in dem Land im Nahen Osten äußerst selten. Die jordanischen Behörden haben nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren jedoch wiederholt Anschlagsversuche islamistischer Extremisten vereitelt.
Jordanien gilt als relativ stabil. Das Land im Nahen Osten ist in diesem Jahr jedoch zunehmend Ziel iranischer Angriffe geworden, nachdem die USA und Israel Ende Februar ihren Krieg gegen den Iran gestartet hatten.
Christen bilden eine Minderheit in dem mehrheitlich muslimisch geprägten Königreich. Sie machen zwischen zwei und drei Prozent der Bevölkerung aus. Jordanien beherbergt jedoch mehrere biblische Stätten, die christliche Pilger aus der ganzen Welt anziehen.
In der Provinz Karak verübten im Jahr 2016 Bewaffnete eine Reihe von Anschlägen auf Polizisten, unter anderem an einer bei Touristen beliebten Kreuzritterburg. Dabei wurden zehn Menschen getötet
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