Touristen wollen «dramatisches Foto» – Rettung dauert Stunden

- Drei Touristen sind am Lost Boy Beach im US-Bundesstaat Oregon von der Flut überrascht worden und waren stundenlang gestrandet.
- Da der Rückweg durch steigende Flut versperrt war, schrieben sie «SOS» aus Ästen und setzten einen Satelliten-Notruf ab.
- Nach rund fünf Stunden rettete die Feuerwehr die drei Unverletzten durch die Brandung.
Eigentlich wollten sie nur ein «dramatisches» Foto machen. Aber der Ausflug von drei Touristen zum Lost Boy Beach im US-Bundesstaat Oregon wurde zu einem stundenlangen Rettungseinsatz.
Wie «The Oregonian» berichtet, stiegen die drei am Mittwoch zu der abgelegenen Bucht hinunter. Der kleine Strand ist bei Ebbe gut erreichbar. Um dorthin zu gelangen, müssen die Besucher über Felsen klettern und durch eine Meereshöhle gehen. Die Touristen wurden von der Flut überrascht und der Rückweg war plötzlich versperrt.
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Schrieben «SOS» aus Ästen
Handyempfang hatten die drei nicht, aber trotzdem konnten sie laut Feuerwehrchef Jeff McBrayer über die Satelliten-Notruffunktion eines Smartphones oder einer Smartwatch einen Notruf absetzen, wie er gegenüber der Zeitung sagt.
Gegen 15.45 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Wie die Behörden mitteilten, schickten die Rettungskräfte zuerst eine Drohne los, um die Lage einzuschätzen. Diese entdeckte die Touristen auf einem der letzten trockenen Flecken. Neben ihnen hatten sie ein grosses «SOS» aus Ästen gelegt.
Rettung konnte nicht warten
Die Retter hätten zuerst überlegt, auf die Ebbe zu warten, wie McBrayer sagte. Aber die Touristen waren bereits nass und kalt. Darum befürchteten die Einsatzkräfte eine Unterkühlung und leiteten die Rettung bereits früher ein. Erschwert wurde diese aber durch den starken Wellengang. Wie McBrayer mitteilte, traten zudem mehrere sogenannte Sneaker Waves auf.
Was sind Sneaker Waves?
Sneaker Waves sind unerwartet grosse und besonders kräftige Wellen, die plötzlich viel weiter an den Strand laufen als die Wellen zuvor. Sie können Menschen überraschen und ins Meer ziehen. Besonders gefährlich sind sie, weil das Wasser zuvor ruhig wirken kann. Sneaker Waves können prinzipiell an vielen offenen, ungeschützten Meeresküsten weltweit vorkommen.An der Küste Oregons treten solche Wellen immer wieder auf.
Die Feuerwehr arbeitete sich schliesslich entlang der felsigen Küste zu den Gestrandeten vor. Dabei waren sie mit Seilen gesichert. Bei den Touristen angekommen, gaben sie ihnen Schwimmwesten und brachten sie durch die Brandung zurück.
Nach rund fünf Stunden war die unfreiwillige Strandpause vorbei. Die drei Touristen seien mit einigen Schrammen und blauen Flecken davongekommen. Ernsthaft verletzt wurde niemand.
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