Unzufriedenheit mit Senat erreicht neuen Höchststand
Berlin vor der Wahl Unzufriedenheit mit Senat erreicht neuen Höchststand
Stand: 20.09.2026 • 01:11 Uhr
Vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus ist laut Infratest Dimap nur noch jeder Fünfte mit der Arbeit des Senats zufrieden. Damit ist die Landesregierung in Berlin so unbeliebt wie zuletzt keine andere in Deutschland vor einer Wahl.
- Zufriedenheit mit Senat laut Vorwahlerhebung von Infratest Dimap auf Tiefstand
- Berlin mit bundesweit unbeliebtester Landesregierung vor einer Wahl
- Spitzenkandidierende sind nur wenig bekannt
- Wirtschaftliche Lage der Stadt deutlich schlechter bewertet als 2023
Unmittelbar vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September hat die Zufriedenheit der Menschen mit der Arbeit des Senats den niedrigsten Stand erreicht, der in Berlin bislang vor einer Wahl ermittelt wurde. Lediglich 20 Prozent der Befragten gaben bei einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap an, mit dem Senat "zufrieden" oder "sehr zufrieden" zu sein. Das ist der niedrigste Wert in einer Erhebung direkt vor einer Wahl seit 2001. 77 Prozent gaben an, "weniger" oder "gar nicht" zufrieden zu sein. Die Berliner Regierungskoalition aus CDU und SPD belegt damit im bundesweiten Vergleich den letzten Platz und rangiert mit ihren Beliebtheitswerten in Vorwahlerhebungen hinter Regierungen in Sachsen-Anhalt (31 Prozent), Thüringen (39) und Bremen (41). Die bundesweit höchsten Zufriedenheitswerte ermittelten die Meinungsforscher zuletzt vor Wahlen in Schleswig-Holstein (75) und Hamburg (61).
Unbeliebter als Rot-Rot-Grün
Unter den Berliner Anhängern der regierenden CDU bewerten laut Umfrage 56 Prozent die Arbeit des Senats negativ. Dasselbe gilt für 72 Prozent der Anhänger der regierenden SPD. Noch unbeliebter ist der Senat bei Anhängern der Grünen (82 Prozent), der Linken (83) und der AfD (96). Die Arbeit der amtierenden Landesregierung wird damit insgesamt schlechter bewertet als die Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und Linken, die im Februar 2023 bereits einen außergewöhnlich niedrigen Zustimmungswert verzeichnete (24 Prozent).
Kandidierende nur mäßig populär
Der Wahlkampf der Parteien war in diesem Jahr nicht von populären Kandidaten geprägt. Von den Spitzenkandidaten und Spitzenkandidatinnen verzeichnet Elif Eralp (Linke) mit 27 Prozent bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der politischen Arbeit den höchsten Zustimmungswert. Es folgt der CDU-Kandidat Stefan Evers (21 Prozent) vor dem SPD-Politiker Steffen Krach (20), Werner Graf von den Grünen (11) und der AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker (11). Allerdings machte ein großer Teil der Befragten keine Angaben über die Zufriedenheit mit einzelnen Kandidierenden oder gab an, diese nicht zu kennen. Dies war vor allem beim Grünen-Kandidat Werner Graf (66 Prozent) und bei der AfD-Kandidatin Kristin Brinker (60 Prozent) der Fall. Beim SPD-Politiker Steffen Krach (46), dem Kandidaten der CDU, Stefan Evers (46) waren es noch knapp die Hälfte. Die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp (43) kam hier auf den besten Wert.
Wirtschaftliche Lage Berlins vielfach schlechter bewertet
Infratest Dimap hat die Wahlberechtigten erneut nach der wirtschaftlichen Situation der Hauptstadt befragt. Hier zeigt sich eine schlechtere Grundstimmung als noch im Februar 2023 bei der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus. 75 Prozent der Befragten gaben an, Berlin befinde sich in einer "weniger guten" oder in einer "schlechten" wirtschaftlichen Lage – zwölf Prozent mehr als vor der Wahl 2023. Diese Bewertung lässt sich bei einer deutlichen Mehrheit der Anhänger aller Parteien feststellen. Ein besonders großer Teil der AfD-Anhänger sieht Berlin in einer "weniger guten" oder "schlechten" Lage, bei den Anhängern der Grünen trifft das noch auf 64 Prozent der Befragten zu. Für die repräsentative Erhebung hat Infratest Dimap im Auftrag der ARD in Berlin 1.171 wahlberechtigte Personen befragt.
Hinweis: In einer früheren Version des Beitrags fehlte die Angabe, dass es sich um den niedrigsten Umfragewert unmittelbar vor einer Wahl zum Abgeordnetenhaus handelt. Wir haben den Beitrag entsprechend präzisiert und bitten den Fehler zu entschuldigen.
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