Krieg gegen die Ukraine: Russland bombardiert Krankenhaus in Charkiw
Stand: 03.11.2026 • 13:16 Uhr
Russland setzt seine Angriffe auf die Ukraine fort: Nach einem Hilfsgüter-Verteilzentrum am Montag wurden heute medizinische Einrichtungen und Energieanlagen bombardiert. Präsident Selenskyj ist zu einem Besuch in Berlin eingetroffen.
Russland hat die Ukraine erneut mit einer schweren Angriffswelle überzogen. Dabei ist offenbar eine große Zahl Raketen, Marschflugkörper und Kampfdrohnen zum Einsatz gekommen, wie aus Angaben der ukrainischen Luftwaffe hervorgeht. Neben Energieanlagen wurden auch medizinische Einrichtungen getroffen.
Allein bei einem Treffer auf ein Krankenhaus in der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurden nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft mindestens 73 Menschen verletzt. 226 Patienten mussten in andere Kliniken verlegt werden.
Schwer getroffen wurde auch die Großstadt Dnipro im Süden des Landes, wo zunächst ein Toter und 17 Verletzte gezählt wurden. Dort wurde ebenfalls eine medizinische Einrichtung beschädigt, in der gerade 100 Menschen behandelt wurden, teilte Gouverneur Olexander Hanscha mit.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Massive Stromausfälle
Hauptziel der Angriffe waren nach übereinstimmenden Angaben aus Kiew wie aus Moskau Energieanlagen der Ukraine. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien gezielt Wärmekraftwerke in den Gebieten Winnyzja, Dnipropetrowsk und Charkiw sowie mehrere Umspannwerke getroffen worden.
Der private ukrainische Versorger DTEK teilte mit, drei seiner Kraftwerke könnten aufgrund "massiver Zerstörung" keinen Strom mehr produzieren. Die Angriffe führten zu Stromausfällen in mehreren Landesteilen. So seien in der nördlichen Region Schytomyr am Morgen mehr als 180.000 Haushalte ohne Strom gewesen, wie Gouverneur Witalij Bunetschko mitteilte. Betroffen seien rund 130 Ortschaften.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte die russische Armee bei der jüngsten Angriffswelle mehrere ballistische Raketen vom Typ "Iskander-M" und "Zirkon", 59 Marschflugkörper verschiedener Typen und 289 Kampfdrohnen ein. Es seien drei Raketen, 49 Marschflugkörper und 257 Drohnen abgefangen worden. Die ukrainische Flugabwehr ist seit Monaten deutlich geschwächt, besonders weil ausreichend Nachschub wichtiger Abwehrraketen fehlt.
Opferzahl nach Angriff auf Verteilzentrum steigt
Am Montag hatte es bei einem schweren russischen Angriff auf eine Schule, die als Verteilzentrum für Hilfsgüter diente, viele Tote gegeben. Aus Komyschuwacha bei Saporischschja werden mittlerweile 31 Todesopfer gemeldet, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj. Es werde befürchtet, dass noch Menschen unter den Trümmern verschüttet seien. Rund 50 Menschen werden laut Gouverneur Mychajlo Semikin noch vermisst.
Unter den Opfern befinden sich den Rettungskräften zufolge zwei Helfer und vier Polizisten. Sie seien durch eine zweite Angriffswelle getötet worden, nachdem die russischen Streitkräfte kurz nach dem ersten Schlag erneut Bomben abgeworfen hatten. Selenskyj sprach von einem "niederträchtigen Terrorangriff".
Bei ukrainischen Gegenangriffen auf Russland wurde eine Raffinerie bei der Stadt Jaroslawl getroffen. Es gab dort zwei Verletzte. In Moskau wurde zeitweise an allen vier Flughäfen der Betrieb wegen Drohnenalarm eingestellt. Das russische Militär teilte mit, es seien 856 feindliche Drohnen abgefangen worden.
Präsident Selenskyj in Berlin
Vor neuen Gesprächen zwischen Russland, der Ukraine und den USA über ein Ende des Krieges ist Selenskyj in Berlin eingetroffen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfing ihn am Mittag am Kanzleramt. Er wolle mit Merz auch über die ukrainische Flugabwehr und Hilfen für die angeschlagene Energieversorgung sprechen, teilte Selenskyj auf der Plattform X mit.
Kurz zuvor hatte der US-Sondergesandte Steve Witkoff eine neue Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA für nächste Woche Dienstag und Mittwoch in Abu Dhabi angekündigt. Sie soll auf Ebene der Berater der Staats- und Regierungschefs stattfinden.
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