Knall über dem Atlantik: Ex-KLM-Chef löst Powerbank-Brand aus

- Auf einem KLM-Flug von Amsterdam nach Curaçao ist die Powerbank eines Ex-KLM-Chefs in Brand geraten.
- Die Boeing 777-300ER musste mitten über dem Atlantik umkehren und nach Amsterdam-Schiphol zurückfliegen.
- Pikant: Das Laden von Powerbanks ist bei KLM an Bord verboten – der Passagier soll eingeschlafen sein.
Auf einem KLM-Flug von Amsterdam nach Curaçao ist am Donnerstag eine Powerbank in Brand geraten. Der Zwischenfall ereignete sich mitten über dem Atlantik, rund fünfeinhalb Stunden nach dem Start. Die Boeing 777-300ER musste daraufhin umkehren und nach Amsterdam zurückfliegen.
Besonders pikant: Die Powerbank gehörte niederländischen Medienberichten zufolge Camiel Eurlings (53), einem ehemaligen KLM-Chef. Eurlings war von 2013 bis 2014 bei Air France-KLM für den Frachtbereich zuständig. Zuvor war er von 2007 bis 2010 niederländischer Verkehrsminister. Heute ist er Direktor des internationalen Flughafens auf der Karibikinsel Bonaire.
Ex-KLM-Chef soll beim Laden eingeschlafen sein
Der Zwischenfall ereignete sich in der Business Class. Eurlings soll seine Powerbank zum Laden angeschlossen haben und anschliessend eingeschlafen sein. Das Gerät explodierte dem Bericht zufolge mit einem lauten Knall und fing Feuer.
Die Besatzung konnte den Brand schnell löschen. Bilder aus der Kabine zeigen deutliche Russspuren am Sitz und an der Bordwand. Auch eine Verkleidung am Flugzeugfenster wurde durch das Feuer beschädigt.
Eine Person wurde nach Angaben von KLM leicht verletzt. Ob es sich dabei um Eurlings handelt, ist nicht bekannt. Die Fluggesellschaft selbst bestätigte die Identität des betroffenen Passagiers unter Verweis auf den Datenschutz nicht.
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Powerbank durfte gar nicht geladen werden
Für zusätzliche Brisanz sorgt, dass das Laden der Powerbank während des Fluges bei KLM nicht erlaubt ist. Ausgerechnet ein ehemaliger Verantwortlicher der Fluggesellschaft soll damit gegen die Regeln an Bord verstossen haben.
Nach dem Feuer entschied sich die Cockpitcrew zur Umkehr. Statt weiter in Richtung Curaçao zu fliegen, nahm die Boeing Kurs auf Amsterdam-Schiphol. Die Passagiere wurden dort auf eine andere Maschine verteilt und konnten ihre Reise in die Karibik mit deutlicher Verspätung fortsetzen.
Powerbanks sorgen immer wieder für Zwischenfälle
Immer wieder kommt es an Bord von Flugzeugen zu Problemen mit Powerbanks und anderen Geräten mit Lithium-Ionen-Akkus. Erst im August musste ein Swiss-Flug von Zürich nach Boston wegen einer rauchenden Powerbank über dem Atlantik umkehren und in Dublin landen.
Das Sicherheitsrisiko liegt vor allem in den Lithium-Ionen-Batterien. Werden sie beschädigt oder überladen, können sie sich stark erhitzen. Im schlimmsten Fall drohen Brände, Explosionen oder die Freisetzung giftiger Gase.
Auch Swiss hat die Regeln verschärft
Swiss und die ganze Lufthansa Group führten im Januar neue Regeln für Powerbanks ein. Sie dürfen nicht im aufgegebenen Gepäck oder in den Gepäckfächern über den Sitzen verstaut werden. Ein generelles Verbot plant die Airline derzeit nicht. Stattdessen setzt sie auf Prävention und die Mitverantwortung der Passagiere.
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Nach mehreren Zwischenfällen hatte Aviatik-Experte Christoph Regli von der ZHAW gegenüber 20 Minuten erklärt, aus Sicherheitsgründen wäre ein vollständiges Verbot von Powerbanks aus seiner Sicht am besten. Gleichzeitig verwies er darauf, dass dabei Sicherheit und Reisekomfort gegeneinander abgewogen werden müssten.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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