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Friday, September 18, 2026

„Größter Diebstahl von Arbeitskraft“: Intern Kritik bei Microsoft an KI-Training

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Bei Microsoft wurde das unerlaubte Abgreifen von Millionen urheberrechtsgeschützter Texte als „erstaunlicher Diebstahl von beispiellosem Umfang“ und womöglich „größter Diebstahl von Arbeitskraft in der Geschichte der Menschheit“ bezeichnet. Diese Worte stammen von Brent Hecht, dem Leiter des Bereichs für Angewandte Wissenschaft bei Microsoft und sind jetzt im Zuge eines Gerichtsverfahrens öffentlich geworden, das die New York Times angestrengt hat. Sie machen deutlich, dass es intern bei den KI-Konzernen massive Bedenken hinsichtlich der Vorgehensweise beim Training der Modelle gibt. Intern hat der ChatGPT-Chef von OpenAI demnach im Juni 2023 eingestanden, dass KI für Verlage eine „existenzielle Bedrohung“ sei.

Laut den erhellenden Zitaten aus dem öffentlich gemachten Gerichtsdokument hat Nick Turley intern auch längst eingestanden, dass KI „größtenteils als Ersatz [für Pressetexte] dient, Punkt“. Je besser sie würden, desto mehr würden sie die Produkte von Verlegern auch ersetzen, wird der ChatGPT-Chef in dem Dokument weiter zitiert. Das öffentlich immer wieder vorgebrachte Argument, dass das KI-Training an nachrichtlichen Texten unter die US-amerikanische Ausnahme der „Fair Use“ fällt, glaubt man demnach nicht einmal selbst: Würde man sich damit vor Gericht durchsetzen, „würde das den Begriff vollkommen lächerlich machen“, hat Hecht demnach intern eingestanden.

Die internen Kommentare sind jetzt im Zuge des Gerichtsverfahrens (Az.: 1:25-md-03143-SHS-OTW) öffentlich geworden, das die New York Times Ende 2023 gegen OpenAI und Microsoft angestrengt hat. Die bekannteste US-Zeitung wirft den beiden KI-Konzernen vor, unerlaubt Millionen von Artikeln zum Training ihrer Modelle genutzt zu haben. Nach Ansicht des Verlages bedrohen ChatGPT & Co. die Abo-, Lizenz- und Werbeeinnahmen des eigenen Unternehmens. Der Fall gilt als einer der zentralen Präzedenzfälle für die Frage, ob die Praktiken beim KI-Training den Schutz der fairen Nutzung („Fair Use“) genießen.

Die jetzt veröffentlichten Interna von Microsoft und OpenAI scheinen jetzt zu zeigen, dass die zentralen Argumente der New York Times intern bei den KI-Konzernen geteilt werden. So habe man bei Microsoft beobachtet, dass fast niemand noch auf einen Link zu der Zeitung klickt, wenn die eigene KI zu nachrichtlichen Themen befragt wird. Der zentrale Vorteil der Technik sei doch gerade, dass sie Fragen beantworte, statt eine Reihe von Links auszugeben, habe Microsofts leitender Rechtsberater erklärt. Sogar Microsoft-Chef Satya Nadella habe unter Eid eingestanden, dass Konversationen mit Chatbots den Besuch der eigentlichen Quelle ersetzen würde.

Intern weiß man derweil um die Gefahren dieses Vorgehens: „Unsere KI-Content-Strategie hat einen ‚Teufelskreis‘ in Gang gesetzt, der sowohl die Leistung unserer Modelle als auch das gesamte Internet beeinträchtigen wird“, wird Microsoft zitiert. Es sei „höchst ungewöhnlich“, dass ein Endprodukt die eigene ökonomische Grundlage bedrohe, denn die KI-Modelle benötigen die Texte der New York Times & Co., deren Geschäft man gefährde. Erhellend sind auch Zitate von OpenAI-Mitgründer Greg Brockman. Als ihm berichtet wurde, dass man einen Weg gefunden habe, die Paywall der New York Times zu umgehen, habe er gesagt: „Oh, nett.“ An anderer Stelle habe er geschrieben, dass er „zutiefst motiviert“ von den Unmengen („gazillions“) an Geld sei, dass ChatGPT einbringen würde.

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