3D-Druck: Bambu Lab stellt neues Topmodell H3C offiziell vor
Es ist so weit: Nach angeblichen Leaks, einem kurzen Teaser und mehreren Veröffentlichungen rund um Genehmigungsverfahren der US-Regulierungsbehörde FCC hat 3D-Drucker-Hersteller Bambu Lab am heutigen Dienstag sein neues Topmodell H3C auf seiner H3C-Produktseite offiziell präsentiert. Sein Preis beginnt bei 2500 Euro.
Das Herz des neuen Modells arbeitet mit sogenannten Werkzeugköpfen (PrintTools), die alle ihre eigene Filamentzufuhr und ihr eigenes Heizsystem haben. Das Filament bleibt dabei eingelegt, vorgewärmt und druckbereit, ohne dass ein Filament zurückgezogen werden muss, bevor das nächste zugeführt wird. Laut Bambu Lab erfolgt der Materialwechsel bei diesem „Swaptek“ genannten System in nur sechs Sekunden. Das bisherige Spitzenmodell H2C, das weiter angeboten wird, arbeitet hingegen mit einem Wechselsystem, bei dem der Druckkopf während des Drucks automatisch zwischen Hotends wechseln kann.
Bambu Labs H3C kommt mit gleich neun Werkzeugköpfen,....
(Bild: Bambu Lab)
Auch die Zahl der Köpfe wurde erhöht: Im Magazin des H2C befinden sich bis zu sechs wechselbare Hotends, ergänzt durch ein fest installiertes Hotend, wodurch insgesamt bis zu sieben Farben bzw. Materialien möglich sind. Der H3C kommt hingegen mit neun Werkzeugköpfen. Zwar gibt es Multi-Werkzeugkopf-Drucker auch schon von anderen Herstellern (etwa den Prusa XL / XL+ oder den Snapmaker U1), üblich waren bislang aber vier bis sechs wechselbare PrintTools.
...an die nicht nur Druckköpfe montiert werden können.
(Bild: Bambu Lab)
Passend dazu ist der Neuling in der Combo-Version mit einem neuen AMS (Automatic Material System) namens AMS 3H ausgestattet, das auch neun Spulen aufnehmen kann. Die in der H2C AMS Combo enthaltene AMS-2-Pro-Einheit kann hingegen nur maximal vier Spulen aufnehmen. Zudem reicht die neue aktive Trocknungsfunktion beim neuen Modell nun bis 85 statt 65 Grad Celsius, umfasst aber nur zwei Spulen. Laut Hersteller lässt sich das AMS 3H mit anderen AMS-Einheiten kombinieren, sodass am Ende 24 Farben bereitstehen können.
Bambu Lab verspricht, dass sich dank der schnellen Umschaltung zwischen den neun Werkzeugen und der CMYKW-Fünf-Farben-Mischung nahezu jede Farbe erzeugen lasse, ohne für ein einzelnes Detail eine ganze Spule Filament kaufen zu müssen. Der Druck von Figuren würde damit in eine „echte Vollfarb-Ära“ eintreten. Swaptek ist laut Hersteller zudem nicht auf 3D-Druck beschränkt. Werkzeuge zum Schneiden, Zeichnen, Prägen und andere Verarbeitungswerkzeuge sollen sich auf dieselbe Weise montieren und automatisch wechseln lassen.
Voll auf TPU
Einen Schwerpunkt legt Bambu Lab beim H3C zudem auf den Druck von TPU (thermoplastisches Polyurethan). Mit diesem gummiartigen, extrem flexiblen und strapazierfähigen Filament lassen sich elastische und schlagfeste Bauteile im 3D-Druck herstellen. TPU ist beim 3D-Druck allerdings recht tückisch, weil es wie eine nasse Nudel durch den Drucker geschoben werden muss. Da es so extrem flexibel ist, weicht es bei jedem kleinen Widerstand im Druckkopf zur Seite aus, anstatt sauber durch die Düse zu fließen.
Der neue „FlexFeed“-Extruder unterstützt sowohl 1,75-mm- als auch 2,85-mm-Filamente.
(Bild: Bambu Lab)
Um diesem Problem zu begegnen, liefert Bambu Lab den H3C serienmäßig mit acht 0,4-mm-Druckköpfen für den täglichen Einsatz bei Mehrmaterial- und Vollfarbdrucken sowie einem speziellen 2,85-mm-Druckkopf aus. Zusammen mit einem neuen „FlexFeed Extruder“ soll dieser auch weiches TPU mit einem Härtegrad von 75A bis zu fünfmal schneller drucken als bisher. Passendes Filament war im herstellereigenen Onlinestore bereits vor der offiziellen Ankündigung des H3C aufgetaucht; weitere flexible Materialien sollen laut Bambu Lab folgen.
Eine Uhr soll sich mit dem H3C in einem einzigen Druckvorgang drucken lassen: eine 0,2-mm-Düse für feine Details auf dem Zifferblatt, eine 0,4-mm-Düse für das Gehäuse aus Kohlefaser und eine 0,4-mm-Düse für 2,85 mm dickes Filament für ein weiches TPU-Armband.
(Bild: Bambu Lab)
Auch das Bauvolumen wurde gegenüber dem H2C erhöht: Kam das Modell auf maximal 325 × 320 × 320 mm, liegt es nun bei 330 × 320 × 325 mm. Ein weiteres interessantes Detail beim AMS 3H: Die Einheit kommt nun ab Werk mit einer eigenen Stromversorgung (laut Spezifikationen bis zu 200 Watt bei 220 Volt, 70 Watt im sogenannten Steady State), während diese beim AMS 2 Pro optional ist.
Als Zubehör zum H3C bietet Bambu Lab einen Luftreiniger namens E1 an. Er soll sich nahtlos mit dem Drucker synchronisieren und die Filterung automatisch aktivieren, sobald der Druckvorgang beginnt.
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