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Saturday, September 19, 2026

Idee aus den Niederlanden – In diesem Stadtquartier wächst das Znacht vor der Haustür

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Die Früchte wachsen in diesem Quartier an praktisch jeder Ecke. Wer in Rijnvliet am Stadtrand von Utrecht wohnt, muss für frisches Obst nicht in den Laden – ein paar Schritte vor die Haustür genügen.

«Das ist Luxus», sagt Lotte Groen. Die Ärztin ist eine von rund 3000 Bewohnerinnen und Bewohnern des Neubauquartiers. «Klar, das Ernten kostet ein bisschen Zeit, aber man weiss, wo das Essen herkommt. Es muss nicht transportiert werden.»

Quitten und Feigen mitten in der Stadt

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  • Bild 1 von 4. Im Stadtquartier wachsen Quitten … Bildquelle: SRF.

    Nahaufnahme einer Quitte, die an einem Baum hängt.
  • Bild 2 von 4. … Feigen … Bildquelle: SRF.

  • Bild 3 von 4. … oder Szechuanpfeffer. Alle Bewohnerinnen und Bewohner können die Nahrungsmittel selbst pflücken. Bildquelle: SRF.

  • Bild 4 von 4. Ein Baumwipfelpfad ist direkt mit der angrenzenden Schule verbunden. Der «essbare Wald» im Zentrum des Quartiers ist so auch eine Art grünes Klassenzimmer. Bildquelle: SRF.

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Die Strassen in Rijnvliet sind nach Pflanzen und Früchten benannt. Über 220 verschiedene Pflanzenarten wachsen hier – und fast alle sind essbar: Sanddorn, Feigen, Quitten oder sogar Szechuanpfeffer.

«Ich koche sehr gerne», erzählt Groen. «Mir ist frisches, biologisches Essen wichtig – genauso wie meine Gesundheit ganz allgemein. Einfach Kräuter pflücken und Dinge aus dem Quartier holen zu können, das gibt mir das Gefühl, näher an der Natur zu sein.»

Dass Rijnvliet heute so aussieht, ist vor allem den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst zu verdanken. Ursprünglich sah der Bebauungsplan ein ganz gewöhnliches Quartier vor – mit denselben Baumarten und Rasenflächen wie überall. Die künftigen Bewohner protestierten dagegen, holten einen Experten für essbare Wälder an Bord und suchten das Gespräch mit den Stadtbehörden.

Der essbare Wald, der so entstand, bildet heute das grüne Herzstück des Quartiers. Geplant hat ihn Xavier San Giorgi, Experte für Agroforstwirtschaft. «Ein essbarer Wald orientiert sich grundsätzlich an natürlichen Ökosystemen», sagt er. «Wir ahmen einen natürlichen Wald nach, ersetzen aber die nicht essbaren Pflanzen durch essbare.»

Der Wald erstreckt sich über anderthalb Hektar direkt neben der Schule und dient dieser praktisch als erweitertes Schulzimmer. Um die Pflege der Pflanzen im ganzen Quartier kümmern sich die städtischen Behörden – nicht die Bewohner selbst. «Das ist entscheidend», sagt San Giorgi. «Nur so kann ein solcher Raum meines Erachtens funktionieren. Die Bewohner können sich aufs Ernten konzentrieren, auf die Produkte, die sie untereinander teilen. Sie müssen nicht wissen, wie man einen Baum schneidet oder wann man das Gras mäht.»

Laut den Planern entstehen dabei keine höheren Pflegekosten als für die Grünflächen in einem gewöhnlichen Neubauquartier. Ein vergleichbares Projekt dieser Grösse gebe es europaweit derzeit nicht, sagen die Verantwortlichen. Entsprechend gross ist das Interesse von aussen: «Wir sehen, dass viele Gemeinden mit ihren Gärtnerteams vorbeikommen», sagt van der Linden. «Aber auch Landschaftsarchitekten kommen, um zu sehen und zu lernen, was wir hier gepflanzt haben und wie wir es machen.»

Das «essbare Quartier» fördert dabei nicht nur den Kontakt mit der Natur, sondern auch jenen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern. Sie haben sich in einer Bürgerinitiative organisiert, tauschen sich in Chatgruppen aus, informieren sich gegenseitig, wann welche Früchte reif sind, und helfen sich mit Rezepten aus.

«Es gibt hier viele Gleichgesinnte», sagt Lotte Groen. «Es gibt auch viele Kinder, mit denen mein Sohn spielen kann, und ich kann ihn hier wirklich sicher aufwachsen lassen. Ich kann ihn einfach laufen lassen, und er lernt dabei viel über die Natur. Dieses Quartier nimmt einen mit offenen Armen auf.»

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