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Wednesday, October 7, 2026

Kleiner Elektro-Löwe mit scharfen Krallen

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Der Peugeot E-208 GTi teilt sich mit dem Opel Corsa GSE die Technik, kostet aber 4000 Franken mehr. Der direkte Vergleich offenbart entscheidende Unterschiede – und einen klaren Sieger.

Publiziert: vor 25 Minuten

Aktualisiert: vor 24 Minuten

  • Der Peugeot E-208 GTi und der Opel Corsa GSE haben eine identische Technik
  • Der Peugeot E-208 GTi kostet 4000 Franken mehr als der Opel Corsa GSE
  • Beide bieten 281 PS und 5,5 Sekunden von 0 bis 100 km/h

«Kennst du einen, kennst du alle.» Diesen Spruch hört man immer wieder, wenn es um Autos verschiedener Marken eines grossen Konzerns geht. Gleichteile in vielen Modellen zu verstecken, ohne dass die Kundschaft es merkt, ist eine hohe Kunst. Bei schrumpfenden Budgets wird sie immer anspruchsvoller. Das ist bei Stellantis nicht anders als bei VW.

Der Automatikknubbel und die Fahrmodus-Wippe sind bei vielen Fahrzeugen des franko-italienischen Stellantis-Konzerns (wir lassen die US-Marken bewusst aussen vor) zu guten Bekannten geworden. Die Frage lautet, wann der erste Interieur-Designer mit Streik droht, weil er diese Teile schon wieder in einem neuen Modell unterbringen soll.

Gleiche Technik verbaut

Auch im Peugeot E-208 GTi sind solche Bedienelemente vorhanden. Genauso wie im Opel Corsa GSE. Kein Wunder: Beide Elektro-Kleinwagen teilen sich die Technik der modularen CMP-Plattform, die sowohl für Verbrennungs- als auch für Elektroantriebe ausgelegt ist. Bei so einem Konzept ist der Kompromiss ein ständiger Begleiter. Bei den Topmodellen Opel Corsa GSE und Peugeot E-208 GTi wird der Vergleich spannend. Wie rechtfertigt Peugeot den Einstiegspreis von 41'990 Franken – stolze 4000 Franken mehr als für den Opel?

Zunächst ein Blick auf die Technik: Beide Elektro-Kleinwagen haben Vorderradantrieb, 281 PS (207 kW) und 345 Nm Drehmoment, absolvieren den Sprint von 0 auf 100 km/h in 5,5 Sekunden und werden bei 180 km/h abgeregelt. Auch der Rest des Agilitätsmenüs ist weitgehend identisch, etwa das mechanische Torsen-Sperrdifferenzial und die Michelin-Sportreifen. Auch die Akkugrösse bleibt mit 51 kWh gleich. Mehr Leistung, mehr Batterie oder mehr Topspeed bekommt man beim Peugeot also nicht. Auch bei der WLTP-Reichweite herrscht mit 374 Kilometern Gleichstand. Genauso wie bei der lahmen Ladeleistung von maximal 100 kW und dem eher hohen Verbrauch: Nach unserer Testfahrt meldet der Bordcomputer 18,8 kWh/100 km – Peugeot gibt 17,2 kWh/100 km an.

Mehr Kofferraum im Franzosen

Immerhin ist der E-208 GTi mit 1535 Kilogramm etwas leichter (–19 kg) als der Corsa GSE und der Kofferraum schluckt 309 statt nur 267 Liter. Maximal sind es 1118 Liter beim Peugeot und 1042 Liter beim Opel. Im Fond gibt es klare Vorteile für den Corsa. Beim Peugeot ist der Platz begrenzter sowie das Ein- und Aussteigen mühsamer.

Auf gehts zur Testfahrt im E-208: Die Vorderachse lenkt zackig ein, das Torsen-Differenzial zieht den Stromer gierig aus der Kurve – wer vom Gas geht, spürt das Heck mitlenken – nicht zu wild und immer kontrolliert. Zur Not unterstützt das ESP. Im Sportmodus haben die Peugeot-Techniker die Eingriffsschwelle des Stabilitätsprogramms allerdings deutlich nach oben verschoben. Die Entwickler wollten offenbar dem E-208 GTi einiges von jenem Lastwechsel-Eigenleben einhauchen, das die klassischen Vorgänger des Franzosen auszeichnete.

Alpine als Konkurrent

Der E-208 GTi ist somit eher der Freigeist, lässt das Heck bewusst mitarbeiten und bedient so den Spieltrieb des Piloten. Wenn man es übertreibt, greifen die Regelsysteme blitzschnell ein. Der Opel hingegen ist neutraler abgestimmt und bietet eher unkomplizierten Fahrspass. Dass beide keine Komfortkünstler sind, liegt in der Natur der Sache. Gerade bei schlechten Strassen merkt man, dass man in einem Sportler sitzt. Prügelhart sind jedoch beide nicht.

Die Lenkung ist beim Peugeot ähnlich präzise wie beim Opel, aber nicht ganz so mitteilungsfreudig. Spass macht der wendige Elektro-Löwe auf jeden Fall. Die Sitze sind bequem und bieten genug Seitenhalt. Eine weitere Gemeinsamkeit steckt im Bremspedal: Im Sportmodus verzichten beide Autos beim Bremsen auf die Rekuperation. Das soll den störenden Übergang zur mechanischen Bremse verhindern. Allerdings fehlt auch beim Peugeot ein definierter Druckpunkt.

Bleibt die Frage, ob der Aufpreis von 4000 Franken des E-208 GTi gegenüber dem Corsa gerechtfertigt ist. Für Fans der Löwenmarke auf alle Fälle. Peugeot-CEO Alain Favey ist eindeutig: «Unser Wettbewerber ist die Alpine A290, nicht der Opel Corsa GSE.» Ein Blick auf die Preisliste verrät: Die Alpine kostet in der Performance-Version mit 218 PS (160 kW) mindestens 41'400 Franken. Zudem fährt der Peugeot dynamischer als der französische Rivale. Am Ende bleibt die Kernfrage: Will man wirklich über 41'000 Franken für einen Elektro-Kleinwagen hinblättern?

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