"Vielleicht hat Hoeneß Undav damit keinen Gefallen getan"
Die Formkrise des VfB Stuttgart ist auch die Formkrise des Deniz Undav. Lothar Matthäus überlegt, ob es eine gute Entscheidung war, ihn zum Kapitän zu machen.

Geknickter Kapitän: Deniz Undav nach dem 2:3 des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach IMAGO/Sportfoto Rudel
Nach sieben Spieltagen noch ohne Bundesliga-Scorerpunkt? Man hat es schon fast vergessen, aber Deniz Undav erlebte das in der vergangenen Saison bereits. Die Umstände allerdings waren gänzlich andere. Am 2. Spieltag musste er bereits in der 14. Minute verletzt vom Feld und feierte erst am 7. sein Comeback - ohne Tor oder Vorlage. Erst am 8. Spieltag erzielte er seinen ersten von später 19 Saisontreffern.
Eine Wiederholung dieser Zahlen, die ihn bis zur WM führten, wirkt gerade unrealistisch. Am Freitag legte er beim 2:3 gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach den nächsten unglücklichen Auftritt hin, kassierte bereits seine dritte kicker-Note 5 in dieser Saison. Es war nicht zu übersehen, dass die Liga-Flaute - in der Champions League steht er bei einem Tor und zwei Assists nach drei Spielen - ihm zu schaffen macht.
"Er hat das Lächeln verloren"
Ist womöglich eine zusätzliche Bürde, dass er seit Sommer VfB-Kapitän ist? "Ja, so sieht es zumindest aus", befand Lothar Matthäus am Sonntagabend bei Sky90. "Er hat keine Leichtigkeit mehr. Er hat das Lächeln verloren. Er denkt vielleicht zu viel nach."
Er "würde jetzt nicht sagen, man muss ihm die Kapitänsbinde wegnehmen", so der Rekordnationalspieler und TV-Experte. "Aber vielleicht hat man ihm damit keinen Gefallen getan, weil er zu viel mit sich selbst beschäftigt ist." VfB-Coach Sebastian Hoeneß hatte Undav kurz vor dem Saisonstart zum Nachfolger von Atakan Karazor ernannt.
"Als Kapitän hast du noch einmal eine besondere Verantwortung für die Mannschaft. Zwar nicht so viel wie ein Trainer, aber du als Kapitän hast dann doch Dinge, die dich von dem ablenken können, was du eigentlich jahrelang gut gemacht hast", überlegte Matthäus.
Undav selbst wollte wie - mit einer Ausnahme - sämtliche Teamkollegen am Freitagabend keine Fragen beantworten. Nach dem 1:1 gegen Atletico unter der Woche hatte er noch auf einen baldigen "Dosenöffner" gehofft: "Irgendwann kriege ich wieder Chancen und dann muss ich die einfach mal machen."
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.