WM-Eskalation im Eishockey droht: Erste Russland-Entscheidung provoziert großen Ärger

Russlands Cracks kehren aufs Eis zurück - oder doch nicht? Der Weltverband lässt die U20 für die WM in Kanada offiziell zu. Dass die kleine Sbornaja dort aber auch antreten kann, scheint ausgeschlossen.
Der Eishockey-Weltverband IIHF hat nach dem umstrittenen CAS-Urteil erste Maßnahmen ergriffen und die Wiedereingliederung Russlands in die U20-WM in Kanada eingeleitet. Wie der Schweizer Verband mitteilte, sei den Nationen ein angepasster Spielplan zugestellt worden. Russland werde demnach auf Rang zehn eingestuft und den Platz Norwegens in der Gruppe B übernehmen.
Ob Russland wirklich am Turnier in Edmonton und Red Deer in der Provinz Alberta vom 26. Dezember 2026 bis zum 5. Januar 2027 teilnehmen kann, ist jedoch unrealistisch. Kanadas Premierminister Mark Carney hatte zuletzt bekräftigt, dass das russische Team trotz der Zulassung nicht antreten darf.
Sollte es doch zur Eingliederung kommen, würde Russland auch auf die Schweiz treffen. Der Verwaltungsrat von Swiss Ice Hockey teilte jedoch mit, angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine und der gegenwärtigen Umstände nicht gegen die russische Auswahl anzutreten. "Dieser Entscheid ist ausdrücklich nicht mit einem Verzicht auf die Teilnahme an der WM gleichzusetzen."
Mit Blick auf die WM 2027 in Deutschland hatten die Schweizer noch erklärt, sich dem Boykott vieler Nationen vorerst nicht anzuschließen. Der Verband wolle die Entscheidungen der IIHF abwarten, diese wurden für die U20-WM nun offenbar getroffen. Bezüglich des Turniers in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim im kommenden Mai wolle der Weltverband "alle verfügbaren Optionen" offen halten und Gespräche mit allen betroffenen Nationalverbänden, auch dem russischen, suchen. Einen angepassten Spielplan hat der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) nicht erhalten.
Neben der Schweiz und Gastgeber Kanada sind zudem die USA, Titelverteidiger Schweden, Lettland, Finnland, Deutschland, die Slowakei, Tschechien und Norwegen für die WM der Junioren qualifiziert. Sollte Russland zugelassen werden, müssen die Norweger in die Division I absteigen. Am Freitag vergangener Woche hatte der Internationale Sportgerichtshof CAS entschieden, dass Russland trotz des laufenden Angriffskrieges in der Ukraine wieder an internationalen Turnieren teilnehmen darf.
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