Partei von Nigel Farage – Rekordspenden für Reform UK: Millionen von Kryptoinvestoren

- Die rechtspopulistische britische Partei Reform UK erhält einem Medienbericht zufolge gleich zweimal Rekordspenden in Millionenhöhe.
- Zunächst spendete der Kryptowährungsunternehmer Ben Delo mit 36 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 40 Millionen Franken) die grösste Einzelsumme an eine politische Partei in Grossbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen.
- Am Nachmittag kündigte ein weiterer Kryptounternehmer an, dieselbe Summe überweisen zu wollen.
Sein «sportlicher Ehrgeiz» habe ihn dazu angespornt, sagte Christopher Harborne, der Reform UK bereits zuvor eine Millionensumme gespendet hatte, der Zeitung «The Telegraph». Die Spende sei «ein philanthropisches Geschenk an unser Land».
Die beiden Einzelspenden sind die mit Abstand grössten jemals in Grossbritannien notierten. Die britische Wahlkommission veröffentlicht gemeldete Parteispenden quartalsweise. Bislang waren die zehn Millionen Pfund (11 Millionen Franken) von Lord John Sainsbury an die Konservativen im September 2023 Rekord. Harborne hatte bereits im August 2025 neun Millionen Pfund (knapp 10 Millionen Franken) an Reform überwiesen.
Spenden im Hinblick auf Wahlen 2029
Kryptounternehmer Delo sagte dem «Telegraph», er habe die 36 Millionen Pfund gespendet, um einen «fairen Kampf» bei den Wahlen zu gewährleisten. Ein neues Parlament wird im Vereinigten Königreich planmässig erst 2029 wieder gewählt.
Reform hatte in Umfragen in den vergangenen Monaten zwischenzeitlich teils deutlich vorn gelegen, diesen Vorsprung zuletzt aber wieder eingebüsst. «Meine Schlussfolgerung aus den jüngsten Problemen von Reform ist, dass sie weniger Zeit damit verbringen sollten, Gelder zu beschaffen, um unter gleichen Bedingungen konkurrieren zu können, und mehr Zeit damit, sich auf das Regieren vorzubereiten», sagte Delo dem «Telegraph» zufolge.
Reform-Chef Nigel Farage sagte der Zeitung, er fühle sich durch das Vertrauen des Spenders «geehrt».
Spendenskandale rund um Reform und Farage
Reform war in den vergangenen Wochen mehrfach durch mutmassliche Spendenskandale in die Schlagzeilen geraten. Die Polizei untersucht in einer Investigativrecherche erhobene Vorwürfe, die nahelegen, dass hochrangige Parteivertreter versucht haben, Spenden aus ausländischen Quellen zu verschleiern. Für die Annahme von Geldern gelten in Grossbritannien strenge Regeln.
Gegen Farage läuft zudem eine parlamentarische Untersuchung, nachdem er 2024 von Harborne ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (5.5 Millionen Franken) erhalten und nicht angegeben hatte. Der einstige Brexit-Vorkämpfer sagt, dass es sich nicht um eine Spende, sondern um ein persönliches Geschenk ohne Bedingungen gehandelt habe.
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