Messerattacke in Kloster: Ukrainer tötet Geistlichen

Darum gehts
- Bei einem Messerangriff auf ein Benediktinerinnen-Kloster in Jaroslaw, Polen, ist ein Geistlicher getötet worden.
- Vier weitere Personen wurden mit Stichwunden ins Spital eingeliefert; der 31-jährige Täter wurde festgenommen.
- Er soll einen ukrainischen Pass bei sich gehabt haben – das Kloster liegt 35 km von der ukrainischen Grenze entfernt und hilft Kriegsflüchtlingen.
Bei einer Messerattacke in einem Benediktinerinnen-Kloster in Polen ist ein Mann getötet worden. Vier weitere Personen wurden schwer verletzt, wie die örtliche Polizei mitteilte.
Nach Informationen des Senders TVN24 soll es sich bei dem Toten um einen Geistlichen handeln. Der 31 Jahre alte mutmassliche Täter wurde festgenommen. Den Angaben der Polizei zufolge soll er einen ukrainischen Pass bei sich gehabt haben.
Mehrere Opfer mit Stichwunden im Spital
Der Mann sei in den Morgenstunden in das Klostergelände in Jaroslaw im Südosten Polens eingedrungen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft dem Sender TVN24.
Die Opfer seien mit Stichwunden in Spitäler eingeliefert worden, eine Person sei dort an ihren Verletzungen gestorben. Bei der Tatwaffe handele es sich vermutlich um ein Küchenmesser. Über den genauen Tathergang und ein mögliches Motiv gebe es bislang noch keine Erkenntnisse.
Kloster leistete Hilfe für Flüchtlinge aus der Ukraine
Eine Augenzeugin sagte dem Sender, der mutmassliche Täter habe vor der Messe plötzlich mehrere Geistliche angegriffen. Danach sei er in ein Café auf dem Klostergelände gelaufen und habe dort weitere Menschen attackiert.
Das Benediktinerinnen-Kloster in Jaroslaw liegt 35 Kilometer von Polens Grenze zur Ukraine entfernt. Es leistet seit Jahren Hilfe für Kriegsflüchtlinge, die aus dem von Russland angegriffenen Nachbarland nach Polen kommen. «Ich habe das Gefühl, das ist ein Angriff auf das Gute, was hier getan wird», sagte die Leiterin des Klosters TVN24.
Anti-ukrainische Rhetorik nimmt zu
Wie die britische Zeitung über EU-Politik, «The Parliament Magazine», erst vor wenigen Tagen geschrieben hatte, nimmt in Polen die anti-ukrainische Gewalt und Rhetorik zu. Angetrieben wird sie von Migrationsängsten, unbewältigter Geschichte zwischen den beiden Ländern und Desinformation. Die anstehenden Wahlen im Jahr 2027 verstärken den Trend noch mehr.
Vor diesem Hintergrund könnte die Attacke in Jaroslaw eine weitere Eskalation in der Gewalt gegen Ukrainer gewesen sein. Oder aber sie könnte die anti-ukrainische Rhetorik weiter antreiben – egal, ob es sich um einen echten Ukrainer oder um einen russischen Agenten, der sich als solchen ausgibt, handelt.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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