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Friday, September 25, 2026

Beziehung China – USA – Von ideologischen Feinden zu wirtschaftlichen Rivalen

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Beziehung China – USA Von ideologischen Feinden zu wirtschaftlichen Rivalen

Erst Systemwettbewerb, jetzt Konkurrenz im Welthandel: Die Beziehung zwischen den USA und China in drei Kapiteln.

Das Verhältnis zwischen den beiden Grossmächten USA und China hat über die Jahrzehnte verschiedene Phasen durchlaufen. Die Geschichte in aller Kürze:

Konfrontation (1949–1972)

Tiefes Misstrauen prägte die Beziehungen zwischen den USA und China nach der Gründung der Volksrepublik China 1949. Die USA verweigerten dem kommunistischen Regime in Peking die Anerkennung und unterstützten stattdessen die nach Taiwan geflohenen Nationalisten als rechtmässige Vertretung Chinas.

Mehrere uniformierte Personen sprechen mit einem Mann in wattiertem Mantel vor einem Holzgebäude.
Legende: Koreakrieg: Auch China und die USA waren beteiligt: Ein US-Militär und zwei südkoreanische Militärpolizisten verhören einen chinesischen Soldaten in der Nähe von Kujang, heutiges Nordkorea (31.10.1950). Keystone-SDA: Gene Herreck

Im Koreakrieg Anfang der 50er-Jahre standen sich chinesische und US-amerikanische Truppen dann sogar direkt gegenüber. Erst als sich das Verhältnis zwischen China und der Sowjetunion durch den Machtkampf in der kommunistischen Welt verschlechterte, näherten sich Washington und Peking vorsichtig an.

Annäherung (1972 bis ca. 2017)

1972 besuchte Richard Nixon als erster US-Präsident die Volksrepublik China. Der Besuch markierte einen Wendepunkt: Washington und Peking verständigten sich auf eine schrittweise Normalisierung ihrer Beziehungen. Beide Staaten verfolgten dabei ein gemeinsames strategisches Ziel, nämlich den Einfluss der Sowjetunion einzudämmen.

In den folgenden Jahren wurden die diplomatischen Beziehungen ausgebaut und unter Deng Xiaoping öffnete China seine Wirtschaft schrittweise für den Weltmarkt. Die Idee «Wandel durch Handel» prägte das Verhältnis des Westens zu China: Insbesondere nach Chinas Beitritt zur Welthandelsorganisation (2001) hoffte man, dass die wirtschaftliche Einbindung Chinas dessen Öffnung fördern und das Land politisch liberaler würde.

Das Tiananmen-Massaker von 1989

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Ein Mann steht vor einer Reihe von Militärpanzern auf einer Strasse.
Legende: «Tank Man»: Ein Bild, das Geschichte schrieb Ein scheinbar unbeteiligter Passant mit Einkaufstaschen in der Hand hat sich am 5. Juni 1989 vor eine Panzerkolonne gestellt. Der Mann wurde nie offiziell identifiziert. Er wurde von Umstehenden weggezogen, woraufhin die Panzer ihren Weg fortsetzten. Keystone-SDA: Jeff Widener

Im Frühling 1989 versammelten sich auf dem Tiananmen-Platz in Peking Studierende, Arbeiterinnen und Arbeiter sowie andere Bürgerinnen und Bürger, um politische Reformen, mehr Meinungsfreiheit und ein Ende der Korruption zu fordern. Die Protestbewegung war über Wochen angewachsen und fand weltweit Beachtung.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni liess die chinesische Führung dann das Militär gegen die Demonstrierenden vorgehen und die Proteste gewaltsam niederschlagen.

Bis heute wird das Ereignis in China weitgehend tabuisiert – in chinesischen Medien und Schulbüchern kommt es kaum oder gar nicht vor. Inhalte im Internet dazu werden zensiert. Die genaue Anzahl der Toten ist bis heute nicht bekannt, Schätzungen von Menschenrechtsgruppen gehen von etwa 400 bis über 3000 Toten aus.

Trotz des Tiananmen-Massakers von 1989, das Sanktionen und scharfe Kritik aus den USA auslöste, blieb die Annäherung bestehen. Die wirtschaftlichen Beziehungen vertieften sich in der Folge weiter, China wird zur «Werkbank der Welt», während die USA anfingen, massiv billige Konsumgüter zu importieren.

Wirtschaftliche Rivalität (seit ca. 2017)

Schon vor Trump stiegen die Spannungen. Doch mit dem ersten Amtsantritt von Donald Trump traten diese offener zutage und es begann eine neue Phase der US-chinesischen Beziehungen. Der US-Präsident warf Peking immer wieder unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums vor und verhängte Zölle auf chinesische Waren. China reagierte mit Gegenzöllen.

Unter Präsident Joe Biden blieb der grundlegende Kurs bestehen: Die USA versuchten, den technologischen und militärischen Aufstieg Chinas zu bremsen, indem sie etwa den Zugang zu Hochleistungschips einschränkten.

In Donald Trumps zweiter Amtszeit ist die Beziehung zwischen den beiden Ländern geprägt von Unberechenbarkeit. 2025 eskaliert der Handelsstreit mit neuen Zöllen in Rekordhöhen von bis zu 145 Prozent. Um einen wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern, einigten sich beide Seiten im Mai 2026 auf einen vorläufigen Handelsfrieden, die Zölle sind vorerst also ausgesetzt. Andere Konfliktfelder bestehen jedoch weiterhin: die Vorherrschaft bei KI und der Mikrochip-Technologie, die ungelöste Taiwan-Frage und die Positionierung Chinas im Irankrieg.

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