Angriff auf Flughafen: "Entscheidend, ob USA eingreifen"
Die ZDFheute live mit den Hintergründen zum verheerenden Angriff auf den Flughafen in Riad.
11.10.2026 | 22:54 minZwölf Menschen wurden getötet, 309 weitere verletzt, einige schwebten in Lebensgefahr: Der Angriff der Huthi-Miliz auf den Hauptflughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad ist verheerend. Er birgt die höchste Opferzahl bei einem Angriff auf den mit den USA verbündeten Golfstaat seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar.
ZDF-Korrespondentin Golineh Atai warnt vor internationaler Eskalation
Längst hat sich der Konflikt auch auf den Jemen ausgeweitet - auf die von Iran unterstützte Huthi-Miliz und der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung. Es ist nun die bereits dritte Attacke auf den Flughafen in den vergangenen Tagen. Eskaliert der Konflikt nun? ZDF-Korrespondentin Golineh Atai mit einer Einschätzung bei ZDFheute live.
Noch ist nicht offiziell gesichert, dass die Huthi-Miliz die Dratzieher hinter dem Attentat sind, die Zeichen darauf verdichten sich aber. So bestätigte die Miliz selbst das in den sozialen Netzwerken und auch Saudi-Arabien vermutet die Huthis als Aggressor. Saudi-Arabien habe in Reaktion auf die jüngsten Angriffe zunächst versucht, Ruhe zu bewahren.
Ich fürchte nur, dass es so ein massiver Angriff, der schwerste seit zehn Jahren, dass sich das in diesem Fall kaum durchziehen lässt.
ZDF-Korrespondentin Golineh Atai
Dritter Angriff auf Flughafen in Riad: Huthi-Miliz bestätigt Vorwürfe
Die Huthi-Miliz führt demnach derzeit einen Konflikt sowohl im Jemen als auch in Saudi-Arabien. Bereits seit Anfang September machte die Huthi-Miliz im Jemen Geländegewinne, stellte die Waffenruhe in Frage und nahm die Küste des Roten Meeres bis hin zur strategisch wichtigen Meerenge von Bab al-Mandab ein. "Seitdem die Straße von Hormus geschlossen ist, versuchen die Saudis ihr Öl über das Rote Meer auszuführen und über die Meerenge von Bab al-Mandab", so Atai.
Der Angriff auf den Flughafen Riad war der dritte und bislang heftigste Angriff in dieser Woche.
11.10.2026 | 0:26 minDiese Gebietsgewinne versuche Saudi-Arabien seither mit Luftangriffen wettzumachen, im Falle der jemenitischen Gebirgsstadt Taris. Im Gegenzug wollten die Huthis wiederum Saudi-Arabien deshalb unter Druck setzen, diese Angriffe zu beenden. Mit eigenen, verheerenden Angriffen, wie in Riad.
Menschen versammeln sich vor einer U-Bahn-Station an der Straße zum internationalen Flughafen King Khalid in Riad, Saudi-Arabien.
Quelle: APGeopolitische Weichenstellung: Entscheiden sich die USA für ein Eingreifen?
Laut ZDF-Korrespondentin Atai droht nun eine Eskalation: "Es kommt jetzt darauf an, wie die Amerikaner entscheiden werden, ob sie jetzt tatsächlich entscheiden werden, wieder in diesem Kriegsszenario einzugreifen." So habe US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio bereits verlauten lassen, dass man die Lage beobachte.
Nach der eher glücklos verlaufenen ersten Offensive gegen die Huthis bleibe jedoch abzuwarten, ob die US-Amerikaner tatsächlich noch einmal angreifen. Stattdessen habe sich ein neues Verteidigungsbündnis aus Pakistan, der Türkei und Saudi-Arabien ergeben. "Dieses neue Verteidigungsbündnis hat sich auch vor einigen Tagen getroffen zu einer außerordentlichen Sitzung", so Atai.
Da wurde dann beschlossen, dass Pakistan und die Türkei angeblich sehr rasch Bodentruppen schicken wollen.
ZDF-Korrespondentin Golineh Atai über einen möglichen Rückschlag gegen die Huthi-Miliz
Der Jemen-Konflikt bedroht die Weltwirtschaft, die Meerenge Bab al-Mandab ist eine wichtige Route für saudische Ölexporte. Türkei und Pakistan schicken nun Truppen nach Saudi-Arabien.
06.10.2026 | 1:31 minGefahr für weltweiten Ölhandel durch Kämpfe an der Meerenge Bab al-Mandab
Der Jemen sei mämlich weiterhin ernsthaft bedroht: Die selbsterklärten Ziele der von Iran unterstützten Huthis seien die Einnahme des Jemen. "Ganz ausdrücklich versuchen die Huthis die Ölraffinerien im Land unter Kontrolle zu bekommen, die Ölausfuhr aus dem Jemen zu kontrollieren", so Atai.
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Auch Saudi-Arabien sei schwer vom Krieg getroffen, nicht nur durch die zivilien Opfer, sondern auch in seiner Zukunftsvision, künftig Ivestitionsstandort zu werden und sich vom ökonomischen Hauptinteresse Öl wegzubewegen. "Die Saudis suchen händeringend nach Unterstützung, um einer Miliz, die doch militärisch sehr geschickt und agil agiert, etwas entgegensetzen zu können", sagt Atai.
Das Interview führte ZDFheute live-Moderator Christian Hoch. Zusammengefasst hat es ZDFheute-Redakteur Jannik Höntsch.
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute live am 11.10.2026 ab 11 Uhr.
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