heise+ | Leica im Interview: Wie viel KI verträgt die Smartphone-Fotografie?
Ausgerechnet Xiaomi mit Kamerapartner Leica unterlief bei der Sonnenfinsternis am 12. August ein peinlicher Fehler: Eine KI-Funktion legte den Mond über die verdunkelte Sonne. Im Interview erklären Marius Eschweiler, Leiter von Leica Mobile, und Pablo Acevedo Noda, Entwicklungschef der Abteilung, wie sie das künftig verhindern wollen. Außerdem verraten sie, warum sie KI nicht als grundsätzliche Bedrohung für die Fotografie wahrnehmen.
Leica ist als Kamerahersteller bekannt, der großen Wert auf authentische Fotografie legt. Dennoch kam es bei der partiellen Sonnenfinsternis zu einem Vorfall mit dem Xiaomi 17 Ultra, dessen Kamera in Kooperation mit Leica entwickelt wurde: Die KI des Smartphones hat fälschlicherweise die Mondoberfläche über die halb verdunkelte Sonne gelegt. Wie haben Sie das wahrgenommen?
Marius Eschweiler: Für uns als Kamerahersteller ist wichtig, dass eine glaubwürdige Beziehung besteht zwischen dem, was aufgenommen wurde und dem, was tatsächlich wiedergegeben wird. Natürlich findet Bildverarbeitung statt und einem Smartphone geben wir mehr Helferlein an die Hand als einer klassischen Kamera mit einem großen Sensor. Doch KI sollte nie Bildelemente ersetzen. Dass das bei der Sonnenfinsternis passiert ist, widerspricht allem, wofür Leica steht, wenn es um den Umgang mit KI im Bereich Fotografie geht.
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