Warum fehlen Coop, Migros und Aldi nach der Sicherheitskontrolle?

Du bist am Flughafen und holst dir noch schnell eine Flasche Wasser, eine Tüte Chips und ein paar Kaugummis für den Flug. Schon bist du ein kleines Vermögen los. Warum gibt es nach der Sicherheitskontrolle eigentlich keinen der typischen Detailhändler wie Coop, Migros oder Aldi?
Wofür gibst du am Flughafen am ehesten Geld aus?
Wer nach der Sicherheitskontrolle schnell noch etwas kaufen möchte, ist den hohen Preisen oft einfach ausgesetzt und muss sie in Kauf nehmen. Wir wollten herausfinden, weshalb das so ist. Sind die Standorte zu teuer, die Verkaufsflächen zu klein oder lohnt sich ein solcher Laden für die Detailhändler schlicht nicht? 20 Minuten hat nachgefragt.
Am Flughafen wird anders eingekauft
Die Medienstelle von Aldi Suisse erklärt auf Anfrage: «Als Discounter haben wir einen klaren Auftrag: Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden hohe Qualität zum bestmöglichen Preis bieten. Bei der Evaluation neuer Standorte sind daher verschiedene Faktoren entscheidend, darunter die Wirtschaftlichkeit, die Standortqualität sowie die Vereinbarkeit mit unserem Discount-Modell.» Nur so könne der Discounter die Preise dauerhaft tief halten.
Ausserdem gehören zum Geschäftsmodell laut Aldi Suisse typischerweise grössere Einkaufskörbe und der Einkauf des täglichen Bedarfs. «Die Verkaufsflächen nach den Sicherheitskontrollen an Flughäfen sind hingegen in erster Linie auf den unmittelbaren Reisebedarf ausgerichtet», erklärt die Medienstelle. Dort befänden sich in der Regel eher kleinflächige Läden mit einem entsprechend anders gelagerten Sortiment für ein anderes Einkaufsverhalten.
Coop plant keine Filiale, die Migros bleibt vage
Coop erklärt auf Anfrage, dass sie derzeit keine Filiale nach der Sicherheitskontrolle planen. Mirjam Arnold, Leiterin der Kommunikation, sagt: «Wir sind mit unseren Standorten im Flughafen Zürich zufrieden. Aus diesem Grund bestehen aktuell keine entsprechenden Pläne für einen Standort nach der Sicherheitskontrolle.» Auch die Migros äussert sich knapp: «Das Filialnetz werde laufend überprüft und ergänzt», heisst es. Zu Überlegungen für einzelne Standorte gebe man allerdings grundsätzlich keine Auskunft.
Der Flughafen sieht bisher kein grosses Bedürfnis
Dario Geiser, Communication Manager des Flughafens Zürich, erklärt, dass es nach der Sicherheitskontrolle vor allem kleine Läden mit Snacks und Produkten für unterwegs gebe. Für einen grossen Detailhändler wie die Migros, Coop oder Aldi sei dort wenig Platz. «Im Gegensatz dazu bieten Betreiber im Flughafen- und Reisemarkt in der Regel selektierte, reiserelevante Sortimente auf begrenzten Verkaufsflächen an. Hinzu kommen besondere sicherheitsrelevante Anforderungen.» Ausserdem dürften Reisende je nach Zielland bestimmte Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte oder frisches Obst nicht einführen. Ein umfassendes Lebensmittelangebot mache deshalb für viele Passagiere weniger Sinn.
Ob Passagiere eine solche Einkaufsmöglichkeit vermissen, lässt sich laut Geiser aus den regelmässigen Befragungen aber nicht ablesen: «Das Fehlen eines Lebensmitteleinzelhandels-Discounters wurde bisher nicht als wesentliches Bedürfnis thematisiert.» Eine mögliche Erklärung sieht der Flughafen darin, dass Reisende bereits vor der Sicherheitskontrolle im angrenzenden Airport Shopping frische Lebensmittel für ihre Reise einkaufen könnten.
Wie wichtig wäre dir eine günstige Einkaufsmöglichkeit direkt vor dem Abflug?
Yasmina Al Dubai (yad), Jahrgang 2004, arbeitet seit Juni 2026 bei 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im Lifestyle-Ressort.
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