Gänsehaut-Moment in Langnau: Todd Eliks Schicksal berührt die Eishockey-Schweiz
Gänsehaut-Moment in Langnau
Todd Eliks Schicksal berührt die Eishockey-Schweiz
«Im Hockey kämpfte er um Spiel und Sieg, jetzt kämpft er ums Leben.» Das sagt Pascal Müller, Ex-Teamkollege und Tigers-Sportchef, zum Krebs-Schicksal von Kultfigur Todd Elik.
Publiziert: vor 14 Minuten
Darum gehts
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- Todd Elik (60) kämpft gegen Darmkrebs mit Lebermetastasen, Diagnose seit Februar
- Heilungschance liegt bei 20 Prozent, sechs Chemotherapie-Zyklen bereits absolviert
- Tigers-Fans zeigen beim Heimspiel Unterstützung mit Banner: «Keep fighting, Todd»
Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey
Es ist ein Gänsehaut-Moment: Vor dem Spiel der SCL Tigers und Zug wird Todd Eliks Videobotschaft abgespielt. Der einstige Charakterkopf und Rüpel unseres Eishockeys ist gezeichnet von seiner Krankheit: Darmkrebs, mit Metastasen in der Leber. Die niederschmetternde Diagnose – die Heilungschance liegt bei 20 Prozent – musste der 60-Jährige im letzten Februar bewältigen, hat seither bereits sechs Zyklen der Chemotherapie hinter sich gebracht. In einer Chemo-Pause ist der Ex-Stürmer (SCL Tigers, Zug, Lugano) im Sommer in die Schweiz gereist, um einen 103-jährigen Superfan zu besuchen. Da wird seine Erkrankung publik.
«Eine solche Krankheit relativiert vieles»
Einstige Weggefährten wie zum Beispiel Tigers-Sportchef Pascal Müller (47) haben schon vorher von Eliks Schicksalsschlag gewusst. «Wir hatten regelmässig Kontakt, ich sah Todd an den Spielen, wenn er hier war», erzählt der Ex-Verteidiger, der in Langnau (1999/00) und Zug (2000/01) Eliks Teamkollege gewesen ist.
Den Kanadier so zu sehen, ist sowohl für Müller als auch für Langnaus Assistenztrainer Steve Hirschi (45), der ebenfalls bei den Tigers mit Elik gespielt hat, bedrückend. Die Augen des Ex-Verteidigers und Nationalspielers werden feucht. «Eine solche Krankheit stellt den Sport in den Hintergrund, relativiert vieles. Ich habe es in meinem Umfeld erlebt, wie jemand den Kampf gegen Krebs verloren hat. Es macht traurig.»
Auch Müller ist ergriffen. «Es berührt, wenn ein Mensch, ob Sportler oder nicht, von dieser Krankheit betroffen ist. Im Hockey kämpfte Todd um Spiel und Sieg, jetzt kämpft er ums Leben. Und diesen Kampf will er nicht verlieren», sagt er nachdenklich. Erst in der letzten Saison noch hat er Elik am Match getroffen, vor der Diagnose. «Wir alle hier wünschen ihm viel Kraft. Jetzt muss er wieder seinen Stock auspacken.» Müller sagt dies mit einem Lächeln, in Erinnerung daran, wie der Provokateur gerne mal mit seinem Stock ans Plexiglas hinter der Spielerbank geschlagen hat.
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Elik meldet sich bei Fans:«Hoffe, dass ich nach Langnau zurückkehren kann»
Auch die Tigers-Fans haben ihrem einstigen Star im Heimspiel am Dienstag mit einem Banner Mut gemacht für seinen Kampf gegen Krebs. «Keep fighting, Todd», kämpf weiter. Elik hat das mitbekommen, er verfolgt das Schweizer Hockey. Deshalb wendet er sich mit emotionalen Worten in seiner Videobotschaft an die Anhänger. Er sei mit einer Krankheit konfrontiert, von der er gedacht habe, dass er sie nie bekomme, «aber ich habe vor, sie zu besiegen». Die Tigers-Legende bedankt sich bei den Fans für ihren Zuspruch: «Ihr seid mit Abstand die besten Fans der Liga.»
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