Pinault-Familie verkauft Anteil: Puma bekommt chinesischen Großaktionär

Pinault-Familie verkauft AnteilPuma bekommt chinesischen Großaktionär
07.10.2026, 15:42 Uhr

Der Sportartikelhersteller Puma ist in den vergangenen Jahren zurückgefallen. Zuletzt stand ein fettes Minus in der Bilanz. Der chinesische Konkurrent Anta steigt nun groß bei der Herzogenaurachern ein. Neben vielen warmen Worten gibt es allerdings auch klare Ansagen.
Das fränkische Sportartikelunternehmen Puma ist jetzt zu großen Teilen in chinesischer Hand. Anta Sports Products Limited habe die Übernahme des Aktienpakets vom französischen Anteilseigner Artémis SAS abgeschlossen und sei damit nun größter Puma-Aktionär, teilte das Unternehmen in Herzogenaurach mit. Anta halte 29,06 Prozent der Puma-Anteile. Das Anteilspaket der französischen Milliardärsfamilie Pinault kostete rund 1,5 Milliarden Euro. in Übernahmeangebot an die übrigen Puma-Aktionäre sei "derzeit" nicht geplant, bekräftigte Anta.
"Wir heißen Anta Sports als unseren größten Aktionär willkommen. Für uns ist das langfristige Engagement von Anta Sports ein großer Vertrauensbeweis in unsere Strategie, unser Managementteam und unsere Zukunft", sagte Puma-Vorstandschef Arthur Höld.
Anta-Chairman Ding Shizhong bezeichnete Puma als "ikonische Marke". Man sehe darin erhebliches langfristiges Potenzial. "Wir haben volles Vertrauen in das Managementteam und die strategische Ausrichtung", wird er in einer gemeinsamen Mitteilung zitiert. "Als langfristig orientierter Aktionär freuen wir uns darauf, unsere Erfahrungen und Fähigkeiten, insbesondere im Bereich Retail und im operativen Geschäft, einzubringen", erklärte Anta-Chef Ding Shizhong. Gleichzeitig respektieren man Pumas Unabhängigkeit und Markenidentität.
Zugleich aber meldete Anta Anspruch auf eine "angemessene Vertretung" im Puma-Aufsichtsrat an. Die Pinault-Familienholding Artemis stellt dort bisher zwei Mitglieder. Die Vorsitzende des Gremiums, Heloise Temple-Boyer, ist die stellvertretende Chefin von Artemis.
Puma, einst Nummer drei der Welt in der Sportartikelbranche hinter dem US-Marktführer Nike und dem Lokalrivalen Adidas, hatte zuletzt erhebliche wirtschaftliche Probleme. Das Unternehmen rutschte in die Verlustzone und musste Umsatzeinbußen hinnehmen. Im vergangenen Jahr wurden nur noch 7,3 Milliarden Euro erlöst und ein Rekordverlust eingefahren. Im Ranking der Sportartikelkonzerne rutsche Puma ab und landete deutlich hinter seinem eigenen Großaktionär Anta.
Anta ist dagegen seit Jahren auf Wachstumskurs und kaufte in den USA und in Europa teils bekannte Sportartikelmarken wie Wilson (Tennis, Golf), Arcteryx (Outdoor), oder Atomic (Ski) auf. Puma erhofft sich von der Übernahme unter anderem bessere Erkenntnisse über den wichtigen chinesischen Sportartikelmarkt - dieser gilt in der Branche nicht nur als weltgrößter Markt, sondern auch als der mit dem größten Wachstumspotenzial.
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