ESPNWho's on the CFP bubble? Did Week 8 burst the Big 12's two-bid dreams?Bollywood HungamaAli Abbas Zafar wraps up shooting for Ahaan Panday-Sharvari starrer Beparwah; says returning to YRF feels like “coming back home”Daily MaverickWINNING: Anna Trapido is Food Writer of the YearThe Jerusalem PostIsraeli Hollywood star Gal Gadot votes in 26th Israeli Knesset electionsPunchFRSC sends 19,560 number plates to FCT after delay complaintsUN NewsKenya: 20 Ebola contacts released from quarantineInquirerEstrada’s camp refutes Bonoan’s P7-B insertion claim anewThe Straits TimesDinner will never be Over at competitive eater Zermatt Neo’s new restaurantCapital FMFormer Kiambu governor Waititu, co-accused plead for leniency in sentencingZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioGhaflaRuto Breaks Ground on KSh70 Billion Cement Plant in KituiBBC NewsUK and EU officials to discuss freedom of movement
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, October 27, 2026

US-Parteien: Nicht mehr selbstverständlich an der Seite Israels

Translate
Trump und Mamdani vor dem Weißen Haus.

Stand: 27.10.2026 • 09:12 Uhr

Die USA sind der wichtigste Verbündete Israels. Doch das Verhältnis wandelt sich. Vor allem jüngere US-Bürger sehen die Regierung Netanjahu kritisch. Das wirkt sich auch auf den Wahlkampf von Demokraten und Republikanern aus.

Arnd Henze

Zohran Mamdani hat es in diesen Tagen nicht leicht: Für den israelischen Ministerpräsidenten ist New Yorks Bürgermeister ein "Antisemit", für propalästinensische Aktivisten dagegen ein "Verräter" und "Komplize des Genozids" im Gaza. Mamdani erlebt in seinem Amt, wie schwer es ist, sich zwischen den Polen einer vergifteten Debatte um das Verhältnis zu Israel zu bewegen.

Die eine Seite wirft ihm vor, dass er auch selbst das israelische Vorgehen in Gaza mehrfach als "Genozid" kritisiert hat. Vor der UN-Generalversammlung im September ließ er prüfen, ob die New Yorker Polizei den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshof gegen Benjamin Netanjahu vollstrecken kann.

Und er gilt als Vorbild und Förderer einer neuen Generation progressiver Kandidierenden für die bevorstehenden Kongresswahlen. Im New Yorker Stadtteil Harlem tritt nun die propalästinensische Aktivistin Darializa Avila Chevalier an, die vor zwei Jahren bei den Gaza-Protesten eine zentrale Rolle gespielt hatte.

Chevalier setzte sich bei den parteiinternen Vorwahlen gegen einen langjährigen Abgeordneten durch, dem die Millionenspenden proisraelischer Lobbyorganisationen am Ende möglicherweise sogar geschadet haben.

Darializa Avila Chevalier schlug in der Vorwahl den bisherigen Abgeordneten ihrer Partei und kandidiert nun für einen Sitz im Repräsentantenhaus.

Mamdani sucht den Schulterschluss

Auf der anderen Seite sucht Bürgermeister Mamdani demonstrativ den Schulterschluss mit New Yorker Juden. Erst im September hat er ein ambitioniertes Programm gegen Antisemitismus auf den Weg gebracht. Zur Überraschung vieler inszeniert der bekennende Muslim seit seinem Amtsantritt ein betont harmonisches Arbeitsverhältnis mit der jüdischen Polizeichefin Jessica Tisch, einer engagierten Unterstützerin Israels. Für den radikalen Flügel seiner Anhängerschaft sind solche Signale des Ausgleichs purer Verrat.

Zur offenen Konfrontation kam es, als sich Mamdani am Jahrestag der Terroranschläge vom 7.Oktober an einer Mahnwache beteiligte. Während der Bürgermeister zwischen Vertretern jüdischer Gruppen schweigend eine Kerze in der Hand hielt, schallten ihm von der anderen Seite der Polizeiabsperrung aggressive Beschimpfung und antisemitische Sprechchöre entgegen.

Die Teilnahme Mamdanis an einer Mahnwache für die Opfer des Hamas-Terrors vom 7. Oktober 2023 löste in New York laute Proteste pro-palästinensischer Aktivisten aus.

Durch die Demokraten geht ein tiefer Riss

Im spannungsreichen Mikrokosmos von New York zeigt sich wie in einem Brennglas der tiefe Riss, der sich beim Thema Israel durch die Demokratische Partei zieht. Das gilt auch für die Demokraten im US-Repräsentantenhaus. Ein Antrag zum Stopp aller Waffenlieferungen an Israel fand vor einigen Wochen mit 103 Ja und 99 Nein-Stimmen erstmals mehr Unterstützer als Gegner unter den Demokraten.

Nach den Wahlen im November dürfte der Rückhalt für Israel noch schwächer werden. Sollte sich in Michigan der progressive Kandidat Abdul El-Sayed durchsetzen, wäre das auch im Senat ein Signal, dass der Rückhalt für Israel nicht mehr selbstverständlich ist.

Bis zum Wahltag am 3.November bleibt das Thema aber für die Demokraten eines, bei dem sie nichts gewinnen können: Wer sich die pro Israel einsetzt, verliert vor allem junge Wähler, wer sich betont kritisch positioniert, bekommt schnell den Stempel "radikal".

Was Trump 2024 noch versprach

Für die demokratische Partei ist das ein Déjà-vu zur Präsidentschaftswahl 2024. Donald Trump präsentierte sich dagegen vor zwei Jahren noch als treuer Verbündeter des jüdischen Staates und versprach zugleich, den Nahen Osten zu befrieden und keine neuen Kriege zu beginnen.

Mit dieser doppelten Botschaft gelang es Trump, zwei gegensätzliche Pole in seiner MAGA-Bewegung zusammenzuhalten. Auf der einen Seite gehören Millionen "christliche Zionisten" zu den republikanischen Stammwählern. Sie sehen den Staat Israel, die rechten Kräfte in der Regierung und die Siedlerbewegung als natürliche Verbündete in ihrer Sehnsucht nach einem Groß-Israel in biblischen Grenzen. Die besetzten palästinensischen Gebiete in der West Bank gelten für sie als "Judäa und Samaria".

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckebee, räumte in einem Interview kürzlich sogar ein, dass für ihn das biblische Israel auch Gebiete im Irak, Jordanien und Ägypten, umfasst. Lobbyorganisationen der "christlichen Zionisten" wie Christians United for Israel (CUNI) drängen seit vielen Jahren darauf, an der Seite Israels gegen Iran vorzugehen.

Auch die Republikaner haben ein Problem

Mindestens ebenso radikal denkt auf der anderen Seite der MAGA-Bewegung aber auch das isolationistische "America First"-Lager. Es hat seine Wortführer in prominenten Podcastern und Influencern wie dem früheren Fox-News-Moderator Tucker Carlson, Ex-Trump-Berater Steve Bannon und der früheren Kongressabgeordneten Marjorie Taylor Greene. Weil dieser Flügel der Bewegung weniger straff organisiert und vor allem digital vernetzt ist, reicht er weit in rechtsextreme und verschwörungsideologische Kreise.

Seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar entladen sich diese unvereinbaren ideologischen Spannungen zwischen den beiden Lagern mit voller Wucht. Und sie werden verschärft durch die ökonomischen Folgen des Krieges, die hohen Benzinpreisen und die Inflation.

Um Trump nicht allein für das Desaster haftbar machen zu müssen, fokussiert sich die Kritik in der MAGA-Bewegung umso heftiger auf Israel. In seinen millionenfach aufgerufenen Podcasts beschreibt Tucker Carlson den US-Präsidenten immer wieder als Marionette Israels. Gegenüber der BBC erklärte er drastisch: "Mir tut Donald Trump leid, so wie mir alle Sklaven leidtun."

Tucker Carlson wirft Israel vor, die US-Politik zu manipulieren. Auch das hat ihm den Vorwurf eingetragen, antisemitische Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Kurzer Weg zu Verschwörungstheorien

Die Grenzen zu antisemitischen Verschwörungserzählungen verwischen dabei leicht, zumal Carlson auch nicht bereit ist, sich von Extremisten wie Candace Owens, Jack Jones und dem Neonazi Nick Fuentes zu distanzieren. Sie alle erreichen vor allem unter jungen Republikanern eine Millionenanhängerschaft.

"In der MAGA-Bewegung gibt es eine wachsende Wut über den Iran-Krieg", beobachtet die Historikerin Lauren Strauss von der American University. "Und der einfachste Weg, ihn zu kanalisieren, besteht darin, ihn auf die Loyalität der Republikaner zu Israel zu richten und den latenten Antisemitismus in der Bewegung zu mobilisieren." Seit mehr als 100 Jahren gebe es die Unterstellung, die Loyalität amerikanischer Juden gelte nicht den USA, sondern anderen Mächten.

Auch ein Generationenkonflikt

Die Israel-Debatte in der Republikanischen Partei ist auch ein Generationenkonflikt. Nach Meinungsumfragen hat inzwischen eine Mehrheit der unter 50-Jährigen ein negatives Bild von Israel und will die Militärhilfe deutlich reduzieren.

Bei den Älteren ist es genau umgekehrt: Historikern Strauss sieht darin eine tiefgreifende Verschiebung: "Seit vielen, vielen Jahren gilt die Republikanische Partei als Bastion an der Seite Israels." Das sei heute nicht mehr selbstverständlich: "Was wäre, wenn JD Vance Präsident würde und Tucker Carlson sein Ohr hätte?" Sie hofft, dass so ein Szenario nie eintritt.

Was Trump gerade bevorzugt

Trump, der die bevorstehenden Kongresswahlen zu einem Referendum über seine Person erklärt hat, behandelt das toxische Thema auf seine Weise: Er ignoriert es. Zuletzt vermied er jeden Kontakt mit Netanjahu. Selbst bei der UN-Generalversammlung Mitte September in New York ging er jeder Begegnung mit dem israelischen Regierungschef aus dem Weg.

Dafür fand er Zeit für ein anderes, betont harmonisches Treffen: mit New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani.

View the original on Tagesschau →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.