Betrüger locken Hotelgäste in die Twint-Falle

- Wer einem angeblichen Hotel-Cashback glaubt, riskiert den Verlust der Kontrolle über E-Banking und Twint.
- Das Bacs warnt vor der Masche, die von gehackten Buchungs- oder E-Mail-Systemen von Hotels ausgeht.
- Die Täter registrieren ähnliche Internetadressen und erstellen eine nahezu identische Kopie der Hotelwebseite.
- Opfer werden unter einem Vorwand zur Freigabe des zweiten Faktors oder zur Code-Weitergabe aufgefordert.
Phishing-Versuche im Zusammenhang mit tatsächlich erfolgten Hotelbuchungen und -reservationen kommen immer häufiger vor. Die Informationen stammen mutmasslich aus kompromittierten Buchungssystemen und ermöglichen besonders glaubwürdige und gezielte Kontaktaufnahmen.
Die Masche hat sich gemäss einer aktuellen Warnmeldung des Bundes weiterentwickelt. «Ausgangspunkt in den aktuellen Fällen ist ebenfalls die Kompromittierung des Buchungs- oder E-Mail-Systems eines Hotels. Um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, registrieren die Täter ähnliche Internetadressen und erstellen eine nahezu identische Kopie der offiziellen Hotelwebseite.»
Cashback per Twint
Den Opfern wird ein vermeintlicher Cashback von 7,5 Prozent auf den bereits gezahlten Übernachtungspreis versprochen. Um die Auszahlung zu erhalten, sollen die Opfer in der E-Mail den Link auf die angebliche Hotelwebseite anklicken und dort den Cashback-Anspruch aktivieren.
Auf der gefälschten Hotel-Webseite können Betroffene den angeblichen Cashback-Betrag tatsächlich «anfordern». Anschliessend wird ihnen angeboten, die Rückerstattung direkt auf ihr Twint-Konto auszahlen zu lassen.
Nach der Auswahl des entsprechenden Finanzinstituts werden sie jedoch auf eine täuschend echt nachgebildete Anmeldeseite ihrer Bank weitergeleitet. Dort werden die Opfer aufgefordert, ihre Zugangsdaten einzugeben, welche anschliessend von den Betrügern abgegriffen werden können. Die vorgespiegelte Rückerstattung dient somit lediglich als Vorwand, um an sensible Bankzugangsdaten zu gelangen.
Verhaltensempfehlungen
- Sei äusserst misstrauisch, wenn du unaufgefordert bezüglich Rückerstattungen oder dringenden Kreditkartenverifizierungen kontaktiert wirst. Das gilt auch, wenn die Absender deine genauen Buchungsdetails kennen.
- Gib niemals Codes weiter, die du per SMS erhalten hast.
- Klicke nicht auf Links in verdächtigen Nachrichten: Gib niemals persönliche Daten auf Webseiten ein, die du über einen Link in einer verdächtigen E-Mail oder SMS erhalten hast.
- Wenn du unsicher bist, ob eine Nachricht legitim ist, logge dich direkt über die offizielle App oder Website in dein Buchungskonto ein (ohne Links aus der Nachricht zu nutzen) oder ruf das entsprechende Hotel über die offizielle, selbst recherchierte Telefonnummer an.
- Um Rückerstattungen zu erhalten, musst du niemals Zugangsdaten angeben oder QR-Codes scannen.
- Solltest du bereits Kartendaten auf einer solchen Seite eingegeben haben, kontaktiere umgehend dein Finanzinstitut oder deine Kreditkartenfirma, um die betroffene Karte sperren zu lassen.
- Falls du einen finanziellen Schaden erlitten hast, empfiehlt das Bacs, bei der örtlichen Polizei Strafanzeige zu erstatten. Auf der Seite von Suisse ePolice kannst du Polizeiposten in deiner Nähe suchen.
Betrüger erhalten Zugang zu E-Banking
Geben die Opfer dort ihre Zugangsdaten ein, nutzen die Betrüger diese Informationen unmittelbar für einen Login-Versuch im E-Banking. Da für den Zugriff auf das E-Banking ein zweiter Faktor erforderlich ist, müssen die Angreifer neben den Zugangsdaten auch die entsprechende Authentisierung überwinden. Zu diesem Zweck werden die Opfer auf der gefälschten Webseite möglichst lange durch den vermeintlichen Rückerstattungsprozess geführt. Währenddessen melden sich die Täter im Hintergrund beim E-Banking an.
Sobald die Bank den zweiten Faktor anfordert, werden die Opfer unter einem Vorwand zur Freigabe oder Eingabe der erforderlichen Bestätigung aufgefordert. Auf diese Weise können die Angreifer die Authentisierung abschliessen und die Kontrolle über das E-Banking-Konto erlangen. In einzelnen Fällen werden Betroffene auch aufgefordert, mit einem Kartenlesegerät einen bestimmten Code zu generieren und diesen den vermeintlichen Supportmitarbeitenden mitzuteilen. Tatsächlich handelt es sich dabei um die Authentifizierungscodes für den laufenden Login der Täter.
Die Kriminellen versuchen damit vor allem, das mit dem Bankkonto verknüpfte Twint-Konto auf eine andere Telefonnummer umzuschreiben. Es ist aber auch denkbar, dass betrügerische Zahlungen direkt aus dem E-Banking getätigt werden.
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?
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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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