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Wednesday, October 7, 2026

«Wütend und verwirrt»: Christa Pike äussert sich erstmals

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  • Nach einer gescheiterten Hinrichtung in Tennessee ist die verurteilte Mörderin Christa Pike wieder bei Bewusstsein.
  • Pike hatte am vergangenen Mittwoch zwei Injektionen des Mittels Pentobarbital überlebt und galt danach zeitweise als hirntot.
  • Der Chef der Strafvollzugsbehörde trat zurück; Gouverneur Bill Lee setzte weitere Hinrichtungen bis Jahresende aus.

Die Anwälte der US-Todeskandidatin Christa Pike, die eine Giftspritze überlebt hat, haben ein Gesundheitsupdate geteilt. Randy Spivey sagte gemäss der BBC, Pike habe am Montagabend als hirntot gegolten, die lebenserhaltenden Massnahmen hätten am darauffolgenden Tag eingestellt werden sollen.

Doch Pike sei am Dienstag – «zum Schock aller» – aufgewacht und habe angefangen zu sprechen. Spivey zufolge hat sie ein Blutgerinnsel in einem ihrer Arme sowie eine Lungenentzündung und kann derzeit noch nicht schlucken. Beide Arme und Hände seien «enorm angeschwollen». Die Hände sähen aus, «als hätte man einen OP-Handschuh aufgeblasen».

«Wo bin ich, und wer sind Sie?»

Ihr Anwalt erzählt weiter, sie sei «wütend und verwirrt» im Spital aufgewacht mit einem Schlauch im Hals und umgeben von Menschen, die sie nicht kannte. Ihre erste Frage habe gelautet: «Wo bin ich, und wer sind Sie?» Seitdem habe sie eine Reihe weiterer Fragen gestellt, sagt Spivey – unter anderem über die Familie von Colleen Slemmer, jener Frau, die sie vor drei Jahrzehnten ermordet hatte.

«Wir wissen nicht, welche Folgen all das für ihre psychische Gesundheit haben wird», sagt Spivey. Kognitive Beeinträchtigungen seien bei ihr bisher nicht festgestellt worden. Ihre Füsse sowie ihr rechter Arm seien weiterhin mit Fesseln am Spitalbett fixiert. Die 50-Jährige habe nun einen langen Genesungsweg vor sich.

Das ist passiert

Christa Pike war 1995 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Der Fall erregte damals landesweites Aufsehen, weil Slemmers Leiche mit einem Pentagramm auf der Brust aufgefunden wurde, das als satanisches Zeichen gilt. Pikes Anwälte führten ins Feld, dass sie die Tat im Alter von nur 18 Jahren begangen und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen gelitten habe.

Vor einer Woche war die Hinrichtung der  US-Todeskandidatin in beispielloser Weise fehlgeschlagen – und inzwischen ist die verurteilte Mörderin nach Angaben ihrer Anwälte wieder bei Bewusstsein. Sie erneuerten ihren Appell, die Todesstrafe für Pike in lebenslange Haft ohne Möglichkeit der vorzeitigen Entlassung umzuwandeln.

Die Todeskandidatin hatte am Mittwoch vergangener Woche im US-Bundesstaat Tennessee zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt. Sie wurde daraufhin ins Spital gebracht, wo sie künstlich beatmet wurde.

Der Chef der Strafvollzugsbehörde von Tennessee reichte nach der fehlgeschlagenen Hinrichtung seinen Rücktritt ein. Gouverneur Bill Lee setzte weitere Hinrichtungen in dem Bundesstaat bis zum Jahresende aus und ordnete eine unabhängige Untersuchung an.

Mit Material von AFP.

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Justin Arber

Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.

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