Bundessprecherin im Frühstart: Schüler kündigen friedlichen Protest am 20. November an

Bundessprecherin im FrühstartSchüler kündigen friedlichen Protest am 20. November an
29.10.2026, 10:05 Uhr

An Halloween werden rund um die angekündigten Jugendproteste Krawalle befürchtet. Die Bundesschülerkonferenz plant deshalb eine eigene Demo - und fordert die Politik auf, jungen Menschen zuzuhören.
Vor den geplanten Jugendprotesten am Samstag wird mehr über mögliche Ausschreitungen gesprochen als über die Forderungen der jungen Generation. Deshalb plant die Bundesschülerkonferenz jetzt eine eigene Demonstration Ende November. Das hat Generalsekretärin Amy Kirchhoff in der ntv-Sendung Frühstart angekündigt. "Wir werden am 20. November als Bundesschüler*innenkonferenz einen eigenen Protest in Berlin veranstalten und hier auch mit einem zivilgesellschaftlichen Bündnis auftreten", so Kirchhoff. Zugesagt hätten bereits die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Bundeselternrat und Fridays for Future. Womöglich kämen zu der Demonstration in Berlin noch weitere Orte hinzu.
Die junge Generation sei wütend "auf die Menschen, die uns nicht zuhören, und Politik über uns, aber nicht mit uns machen", sagte Kirchoff. Es gehe dabei um marode Schulen, um die Rente und den Arbeitsmarkt. Viele Jüngere rechneten nicht mehr damit, dass es ihnen einmal besser gehen werde als ihren Eltern. "Das ist ein Glaube, der sich gerade in Luft auflöst und entzaubert", sagte Kirchhoff, die im Sommer in Sachsen Abitur gemacht hat und nun in Berlin studiert.
Von den Protesten am kommenden Samstag hatte sich die Schülerkonferenz distanziert. Zur Begründung sagte Kirchhoff, man wisse nicht genau, wer wirklich hinter der Organisationsinitiative "Gen Z regelt" stehe. Zudem teilt sie die Sorge vor Krawalle. "Gewalt ist keine Lösung an der Stelle, sondern wir müssen hier ins Gespräch gehen." Friedliche Proteste unterstützt die Schülerorganisation genauso wie das grundlegende Anliegen: "Die Wut, die Frustration und den Wunsch nach mehr Investitionen, das wollen wir auf alle Fälle mittragen."
Kirchhoff forderte mehr Ausgaben für den Bildungsbereich. Es gebe einen Investitionsstau von etwa 70 Milliarden Euro bei Einrichtungen für die frühkindliche Bildung bis hin zu Universitäten. "Wir müssen uns um die Infrastruktur kümmern, dass sie nicht auseinanderfällt." Zudem müsse genug Geld für Personal da sein. Das riesige Schuldenpaket der Bundesregierung reiche nicht aus, so die Studentin. Viel von dem Geld werde in andere Bereiche gesteckt.
Kirchhoff forderte zudem eine bessere Berufsbildung für junge Menschen, gerade mit Blick auf die Risiken von künstlicher Intelligenz für den Arbeitsmarkt. Menschen müssten besser darin geschult werden, mit KI umzugehen. Derzeit seien weder die Kinder und Jugendlichen dafür ausgebildet noch die Erwachsenen, die das Thema vermitteln sollen.
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