SCB-Fans boykottieren Derby, Gottéron-Anhänger protestieren

Torpremiere mit blutiger Nase
SCB-Fans boykottieren Derby, Gottéron-Anhänger protestieren
In Freiburg ist die BCF Arena erstmals seit 103 Spielen nicht mehr ausverkauft. Bei Kloten spielen gleich zwei 17-jährige Verteidiger. Hier kommt das Liga-Inside.
Publiziert: vor 34 Minuten
Aktualisiert: vor 20 Minuten
SCB-Fans boykottieren Derby
103-mal in Folge war die BCF-Arena in Freiburg ausverkauft. Doch ausgerechnet beim Zähringer Derby ist die Hütte erstmals seit März 2023 nicht mehr voll. Denn die Berner Fans boykottieren das Spiel, nachdem die Freiburger Kantonsbehörden nach Ausschreitungen in den letzten Duellen kurzfristig beschlossen hatten, nur SCB-Fans in den Gästesektor zu lassen, die mit einem organisierten Transport und einem Kombi-Ticket anreisen. So blieb der verkleinerte Gästesektor leer. Und die offizielle Zuschauerzahl betrug nur 9400 bei einer Kapazität von neu 9620. Auch die Gottéron-Fans protestierten (erneut). Gegen die Klubpolitik, erhöhte Abo-Preise und Schrumpfung des Gästeblocks. «Wenn der Glanz des Titels verblendet!», hiess es auf einer Banderole.
HCD-Steiner (18) trifft mit blutiger Nase
Im Sommer wurde Lars Steiner von den St. Louis Blues gedraftet. Am Dienstag erlebt der 18-jährige Stürmer, der nach zwei Jahren in Kanada zum HC Davos zurückgekehrt ist, einen weiteren Meilenstein seiner Karriere. Er trifft erstmals in der National League. Und wie! Es ist ein Tor zum Einrahmen. Herrlich, wie er zum Schluss Ambri-Goalie Philip Wüthrich umkurvt. Als er zum Interview mit Mysports (siehe Video oben) erscheint, ist seine Nase immer noch blutig. «Das gehört leider auch dazu», sagt er. Im ersten Drittel war er von einem Schuss von Teamkollege Dominik Egli im Gesicht getroffen worden, setzte das Spiel dann mit einem Helm mit Vollvisier fort.
4:54
Ambri-Piotta – Davos 0:3:Steiner macht mit Slalom-Lauf alles klar
Wein für Trutmann
Vor der Partie ZSC Lions – Biel stand ein Spieler der Gäste im Zentrum. Verteidiger Dario Trutmann, der von 2019 bis 2026 für die Zürcher die Knochen hinhielt und mit ihnen zwei Meistertitel und die Champions League gewinnen konnte, wurde geehrt. ZSC-Sportchef Sven Leuenberger überreichte Trutmann einen edlen Tropfen Wein. Das Spiel selbst war dann für Trutmann nicht mehr so berauschend – nach der 3:6-Niederlage sagte er gegenüber Mysports zum ersten Wiedersehen mit seinen Ex-Kollegen: «Ich wünsche ihnen eine gute Saison und dass alle gesund bleiben.»
1:02
Ex-Lion Trutmann über Rückkehr:«Es ist extrem schwierig, in Zürich zurückzukommen»
Steinegger braucht frische Luft
Der EHC Biel wird bei den ZSC Lions im ersten Drittel vorgeführt, liegt mit 1:4 zurück. Es hätte aber auch gut und gerne bereits 1:6 oder 1:7 stehen können. Sportchef Martin Steinegger ist nach den ersten 20 Minuten ordentlich bedient und braucht frische Luft. Als er dann ins Stadion zurückkehrt, meint er zu Blick: «Hoch gewinnen werden wir heute vermutlich nicht mehr.» Immerhin kommen die Seeländer nochmals auf 3:4 heran, ehe sie mit 3:6 den Kürzeren ziehen. «Wir spielten noch nicht in vielen Partien über 60 Minuten, und so etwas geht in dieser Liga nicht», ärgert sich Trainer Christian Dubé danach.
40 Tore von Knak?
Gegen Biel erzielt der von Davos zu den ZSC Lions gestossene Simon Knak bereits seinen sechsten Saisontreffer. Will er tatsächlich über 40 Tore schiessen? So viele würden es, wenn der Nati-Stürmer diesen Schnitt hält. Knak dazu mit einem Schmunzeln: «Wenn ich das kann, dann würde ich es gerne tun. Aber letztlich will ich dem Team helfen, Tore zu schiessen – und wenn ich die Chance bekomme, ein Tor zu machen, dann haue ich den Puck auch gerne rein.» Sein Erfolgsrezept: «Ich habe mit Sven Andrighetto und Denis Malgin zwei Supermitspieler und finde einen Weg, am richtigen Ort zu stehen.»
Torschütze Petrovic fast sprachlos
Ein Tor in der Champions League hatte er schon auf dem Konto, doch das 4:1 gegen die Lakers ist sein erster Treffer in der National League. Der Grund, weshalb Nik Petrovic erst in dieser Saison beim EVZ zum Zug kommt in der NL? Erst seit dieser Saison besitzt der gebürtige Slowene nach fünf Jahren in der Schweiz und beim Klub die Schweizer Lizenz.
Eine Geduldsprobe. «Ich wusste, dass es so lange dauert. Und ich wusste, dass es mich eines Tages nerven wird», das sagt der 20-Jährige unmittelbar nach dem 5:2-Sieg. Dabei steckt der angeschriebene Puck seines Premierentores in seinem Hosenbund. Und nun also das erste Tor im fünften Match. «Das ist unglaublich, ich finde fast keine Worte. Davon habe ich als Kind geträumt.» Sein Jubel auf dem Eis war ausgelassen.
Vor fünf Jahren kam er als Teenager allein in die Schweiz, «weil hier das Hockey und die Schulbildung top sind». Seine Eltern sind in Slowenien geblieben, schauen sich aber jedes Spiel an. Wissen sie schon von seinem Torerfolg? «Ich habe noch nicht aufs Handy geschaut», sagt der Stürmer in fast astreinem Schweizerdeutsch, das er auch dank Teamkollegen wie Loris Wey und Robin Antenen rasch gelernt habe. Von Trainer Lauri Marjamäki spürt Petrovic das Vertrauen, er lässt ihn sogar im Powerplay laufen.
Verbandsseite bleibt ein Ärgernis
Für Fans, die Bescheid wissen wollten, war das Game Center des Eishockey-Verbandes SIHF eine gute Anlaufstelle gewesen. Sie war praktisch, übersichtlich und funktional. Doch auf diese Saison wurde die Homepage neu konzipiert. Und zwar dermassen schlecht, dass es eine Anleitung von 13 PDF-Seiten dafür braucht. Zum Glück blieb die alte, immer noch perfekt funktionierende, Seite noch erreichbar. Doch dem wurde nun ein Riegel geschoben. Man braucht ein Passwort, um Zugriff zu haben. Also wird man genötigt, sich mit der neuen Homepage abfinden. Am Dienstag erreichte diese nun einen neuen Tiefpunkt. Als die Spiele längst begonnen hatten, wartete man vergeblich auf Aufstellungen. Diese konnte man wenigstens auf der Seite der National League finden, die allerdings auch kein Ruhmesblatt für eine Profi-Liga ist.
Servette erlebt alle Extreme
Die Tabelle in der National League treibt zu Saisonbeginn seltsame Blüten. Die ZSC Lions haben nach sieben Runden bereits neun Punkte Vorsprung auf Rang 2. Dahinter ist es enger als eng, von Rang 2 bis Rang 14 besteht eine Differenz von lediglich sieben Punkten. Erster Verfolger der Zürcher ist plötzlich Servette, das nach drei Runden noch Letzter war, aber sich nach drei Niederlagen zum Start zuletzt mit vier Siegen in Folge eindrücklich hochgearbeitet hat.
Kloten-Trainer Liniger muss auf seine Junioren setzen
Nach vier Niederlagen in Serie wäre eigentlich für Kloten allerhöchste Zeit, mal wieder Punkte einzufahren, wenn man den Anschluss nicht verlieren will. Doch Michael Liniger sieht sich gezwungen, auf junge und unerfahrene Spieler zu setzen. Denn die Verletztenliste auf dem Matchblatt des Kloten-Trainers am Dienstag gegen Genf ist lang. Acht Spieler fahren nicht in die Westschweiz mit. Neben Elia Liniger und Laurin Rupli, die in dieser Saison bereits zum Einsatz gekommen sind, erlebt nun Philip Moser gegen Genf sein NL-Debüt. Mit Rupli und Moser spielen somit gleich zwei 17-Jährige in der Kloten-Defensive und ausgerechnet gegen die Zürcher entscheiden sich die Servettiens zur Abwechslung, nicht zunächst in Rückstand zu geraten. Sein Debüt hat sich Moser wohl anders vorgestellt, denn das 3:0 für Genf bereitet der Junior gleich noch selbst mit einem unglücklichen Pass aus der eigenen Zone vor. Immerhin kommen die Kloten-Teenager auf reichlich Eiszeit. Liniger steht beinahe 15 Minuten auf dem Eis, während Rupli und Moser je zu zehn Minuten kommen. So sammeln die Klotener zwar keine Punkte, aber wenigstens Erfahrung.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 7 | 15 | 21 | |
2 | Genève-Servette HC | 7 | 2 | 12 | |
3 | HC Ambri-Piotta | 7 | -2 | 11 | |
4 | HC Ajoie | 7 | 2 | 11 | |
5 | HC Fribourg-Gottéron | 7 | 3 | 11 | |
6 | EV Zug | 5 | 9 | 10 | |
7 | HC Davos | 7 | -1 | 10 | |
8 | SCL Tigers | 7 | -3 | 9 | |
9 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 7 | -6 | 9 | |
10 | SC Bern | 5 | 0 | 7 | |
11 | EHC Biel | 6 | 1 | 7 | |
12 | Lausanne HC | 6 | -7 | 6 | |
13 | EHC Kloten | 7 | -11 | 6 | |
14 | HC Lugano | 5 | -2 | 5 |
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