Prämienlast – Prämien steigen wieder – SP legt neuen Initiativtext vor

Prämienlast Prämien steigen wieder – SP legt neuen Initiativtext vor
Die SP will via Gutschriften Prämienzahlende entlasten, finanziert von Reichen und Firmen.
28.09.2026, 19:13
Am Dienstag gibt der Bundesrat die Prämienerhöhungen fürs nächste Jahr bekannt. Klar ist schon jetzt: Die Prämien werden wieder steigen.
Just vor Bekanntgabe des nächsten Prämienanstiegs gibt die SP ihren Text für ihre Initiative «Für tiefere Krankenkassenprämien» bekannt. Eine Initiative, die die SP am Parteitag in Sursee vor einem Jahr in den Grundzügen beschlossen hat.
Inhalt der Initiative
Die SP will mit ihrer Initiative unter dem Strich 90 Prozent der Bevölkerung bei den Prämien entlasten. Konkret soll es Gutschriften geben: Für Erwachsene wären dies zwei kostenlose Monatsprämien, die zwei mittleren schweizweiten Monatsprämien entsprechen. Für Kinder sollen es sechs Monatsprämien sein. Damit wären laut SP die Kinderprämien für die meisten Familien kostenlos, denn die kantonalen Prämienverbilligungen bleiben mit der Initiative erhalten.
Finanziert würde das Ganze über einen neuen Steuerzuschlag auf hohe Einkommen natürlicher Personen sowie auf den Reinertrag von Unternehmen bei den Bundessteuern. Laut SP sollen demnach lediglich die einkommensstärksten zehn Prozent der Bevölkerung zusätzlich belastet werden. Der SP schwebt dabei das Prinzip der AHV vor: Wer viel verdient, bezahlt mehr.
Kritik: reine Symptombekämpfung
Die Initiative ähnelt damit der Prämienentlastungsinitiative, die das Volk im Sommer 2024 verworfen hat: Die Initiative forderte, dass kein Haushalt mehr als zehn Prozent seines verfügbaren Einkommens für die Krankenkassenprämien ausgeben muss. Auch damals setzte die Partei bei der Umverteilung der Finanzierung an. Andere Parteien bemängelten damals, die Initiative setze nicht bei den ursächlichen Kosten des Gesundheitswesens an.
Das Gleiche bemängeln jetzt die Gesundheitspolitiker anderer Parteien wieder. So sagt der Mitte-Politiker Lorenz Hess: «Die Initiative ist Symptombekämpfung. Es ist alter Wein in neuen Schläuchen. Es geht nur um eine Umverteilung der Kosten.» Das Grundproblem sei, dass die Bevölkerung jährlich so viele Gesundheitsleistungen beziehe. Darum würden die Kosten Jahr für Jahr steigen.
SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer kontert: «Das eine tun und das andere nicht lassen. Die SP engagiert sich an vorderster Stelle dafür, dass die Medikamentenpreise sinken und Pharmakonzerne nicht Milliardengewinne auf unsere Kosten machen können.» Es brauche aber gleichzeitig eine schnelle Entlastung für die Menschen mit tieferen Krankenkassenprämien.
Die SP betont, ihre Initiative greife wenig ins Gesundheitssystem ein und sei schnell umsetzbar. Die Wahlfreiheit bei den Franchisen und Versicherungsmodellen bleibe bestehen.
Die SP möchte mit der Unterschriftensammlung Mitte November beginnen.
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