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Monday, October 5, 2026

Schüler (15) wird durch Explosion einer Granate Hand abgerissen

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  • Ein 15-jähriger Schüler verlor bei einer Demonstration in Lens eine Hand, nachdem eine Granate explodiert war. Der genaue Ablauf ist noch unklar.
  • Die Liga für Menschenrechte kritisiert die Polizeieinsätze gegen protestierende Schülerinnen und Schüler und zeigt sich «sehr besorgt».
  • Seit Beginn der Proteste gab es rund 5000 Festnahmen. Der Vorfall wird nun von der französischen Polizeiinspektion (IGPN) untersucht.

Einem 15-jährigen Schüler wurde am Montagmorgen bei einer Demonstration in Lens durch die Explosion einer Granate eine Hand abgerissen. Die genauen Umstände des Vorfalls sind bislang unklar.

Nach Angaben einer Polizeiquelle ereignete sich der Unfall, nachdem der Jugendliche eine Granate aufgehoben hatte. Eine Quelle aus einer Polizeigewerkschaft erklärte, es habe sich um eine Distanzierungsgranate der französischen Bereitschaftspolizei (CRS) gehandelt. Der Schüler soll versucht haben, die Granate aufzuheben und zurückzuwerfen. Dabei sei sie in seiner Hand explodiert. Ein Zeuge widersprach dieser Darstellung jedoch gegenüber «Franceinfo».

Genaue Umstände noch unklar

Die Behörden machten zunächst keine genaueren Angaben zu den Umständen. Der Präfekt des Départements Pas-de-Calais, François-Xavier Lauch, bezeichnete den Vorfall auf einer Pressekonferenz als «sehr ernst». Das Leben des Jugendlichen sei glücklicherweise nicht in Gefahr. Er wurde «sehr schnell» in ein Spital in Lille gebracht.

Auch der Staatsanwalt von Béthune, Etienne Thieffry, erklärte, dass derzeit noch nicht feststehe, ob der Jugendliche die Granate tatsächlich aufgehoben habe und diese anschliessend in seiner Hand explodiert sei oder ob die Granate auf ihm gelandet sei.

Die Liga für Menschenrechte ist besorgt

Die französische Liga für Menschenrechte (LDH) kritisierte am Montag eine «allgemeine Abkehr von rechtsstaatlichen Grundsätzen» und die Missachtung des gesetzlichen Rahmens bei Polizeieinsätzen gegen Schülerinnen und Schüler, die seit mehreren Tagen protestieren.

LDH-Präsidentin Nathalie Tehio zeigte sich «sehr besorgt» über diese Entwicklung. Sie kritisierte den Umgang mit den Jugendlichen und erklärte, das internationale Recht werde «nicht nur nicht eingehalten, sondern vollständig mit Füssen getreten».

5000 Festnahmen seit Beginn der Proteste

Seit Beginn der Protestbewegung wurden rund 5000 Menschen festgenommen, davon allein 2000 am Donnerstag. Organisationen sprechen von Festnahmen in einem «beispiellosen Ausmass».

Der Staatsanwalt übergab den Fall an die Generalinspektion der französischen Nationalpolizei (IGPN). Sie ermittelt wegen des Verdachts auf Gewalt, die zu einer Verstümmelung oder dauerhaften Behinderung geführt hat. Die genauen Umstände und der zeitliche Ablauf des Vorfalls sollen vollständig aufgeklärt werden.

Die Berufsschule Auguste-Béhal in Lens, die der verletzte Jugendliche besucht, kündigte auf Facebook an, mit sofortiger Wirkung auf Fernunterricht umzustellen. Zudem wurde eine Anlaufstelle zur Betreuung und Unterstützung eingerichtet.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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