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Thursday, October 15, 2026

Ungleicher Status als Problem? Experte analysiert Sommers Ehe-Aus

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Yann und Alina Sommer sprachen 2022 in einer SRF-Dokumentation über die Rollenverteilung in ihrer Ehe.SRF

Darum gehts

  • Stress, Reisen und öffentlicher Druck belasten Beziehungen von Prominenten laut Paarberater Werner Klumpp stark.
  • Das «verflixte 7. Jahr» ist ein Mythos: 2024 dauerten geschiedene Ehen in der Schweiz im Schnitt 15,8 Jahre.
  • Eltern sollen Kindern sagen, dass sie keine Schuld haben, und respektvoll miteinander umgehen.

Nach sieben Jahren Ehe zogen Alina und Yann Sommer einen Schlussstrich. Der Ex-Nati-Goalie gab am Mittwoch bekannt, dass sie seit Anfang Jahr getrennt seien. Insgesamt war das Paar zehn Jahre liiert und hat zwei gemeinsame Töchter.

Gründe für das Aus nannte Sommer keine. Der «Blick» will jedoch wissen, dass die berufliche Zukunft von Alina eine Rolle gespielt habe. 20 Minuten hat mit Werner Klumpp, Paarberater bei «Paarberatung im Kanton Zürich», über die Trennung im Hause Sommer gesprochen.

Welche Herausforderungen birgt eine Beziehung mit einer Person, die so stark in der Öffentlichkeit steht wie Yann Sommer?

«Solche Beziehungen sind in hohem Mass der Beobachtung und auch der Bewertung der Öffentlichkeit ausgesetzt: Positive Momente können ebenso rasch publik werden wie Konflikte oder Krisen», erklärt Klumpp. Dabei würden solche Paare grundlegend vor der Herausforderung stehen, ob und welche Beziehungsaspekte sie mit der Öffentlichkeit teilen beziehungsweise welche sie privat halten möchten.

Eine weitere Herausforderung sei der Stress, der durch die vielen Reisen und Termine entstehen könne. «Dies belastet häufig die Kommunikation und Verbundenheit miteinander, da das Paar weniger Zeit gemeinsam verbringen kann.» Ebenso könne ein ungleicher Status im Paar dazu führen, dass der weniger prominente Partner seinem Gegenüber «den Rücken frei hält», den Alltag organisiere und am Laufen halte, was zu Unzufriedenheit und Konflikten führen könne.

Wie schwierig ist es, öffentlich stets den Schein zu wahren, dass alles gut ist?

«Im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen, setzt prominente Paare grundsätzlich stark unter Druck: Also ein zusätzlicher Stressfaktor für die Beziehung mit den besonderen und alltäglichen Herausforderungen, welche das Paar zu bewältigen hat», so der Beziehungsexperte. «In dem Moment, in dem das Paar entscheidet, Konflikte und Krisen öffentlich zu machen, kommt eine eigene Dynamik ins Spiel, welche das Paar aufgrund von Bewertungen und Spekulationen vielfach noch weiter belastet.»

Um diesen zusätzlichen Stress zu vermeiden, würden viele Paare versuchen, den Schein der Beziehung zu wahren. Den Selbsttest, wie einfach das gelingt, könne jeder selbst durchführen: «Wie gut können wir vor Freunden verbergen, dass wir gerade noch einen heftigen Streit miteinander hatten?»

Was hat es mit dem «verflixten 7. Jahr» der Ehe auf sich?

«Was die Statistik zeigt: Die Ursachen dafür, dass sich Paare überhaupt trennen, sind weniger mit der Anzahl von Beziehungsjahren zu erklären als vielmehr mit anderen Aspekten der Beziehung – zum Beispiel dem Auseinanderleben, schwieriger Kommunikation oder feststeckenden Konfliktmustern.»

So lohne es sich in jedem Fall, nicht erst im siebten Jahr in die Beziehung zu investieren, sondern bereits frühzeitig, wenn Probleme offensichtlich würden – vielleicht auch mit professioneller Hilfe, so der Paarberater.

Das ist der Experte

Daten des Bundesamtes für Statistik beweisen, dass es sich beim «verflixten 7. Jahr» um einen Mythos handelt. 2024 wurden in der Schweiz 16’100 Ehen geschieden. Die durchschnittliche Ehedauer betrug dabei 15,8 Jahre.

Yann und Alina haben zwei Töchter. Wie gestaltet man eine Trennung für die Kinder möglichst «angenehm»?

«Unabhängig vom Status der Eltern ist eine Trennung für Kinder herausfordernd und belastend. Doch die Eltern haben Einfluss darauf, ihre Kinder in der Bewältigung zu unterstützen. Ihnen zu sagen, dass sie keine Schuld an der Trennung haben und dass sie weiterhin als Eltern für sie da sein werden», erklärt Klumpp.

Der richtige Umgang mit den Kindern ist bei einer Trennung besonders wichtig.

Der richtige Umgang mit den Kindern ist bei einer Trennung besonders wichtig.Instagram/yannsommer

Zudem sei es sehr wichtig zu regeln, wer wann für die Betreuung zuständig ist, und diesen Plan wenn möglich gemeinsam den Kindern mitzuteilen.

«Das schafft für die Kinder Sicherheit inmitten der neuen Situation. Erleben die Kinder, dass die Eltern respektvoll miteinander kommunizieren und Konflikte nicht in deren Anwesenheit austragen, ermutigt sie dies darin, nach und nach Vertrauen in die Situation zu fassen.» So, wie es auch Yann und Alina Sommer versprechen: «Ihr Glück und Wohlergehen stehen für uns weiterhin an erster Stelle.»

Hast du Fragen zu Beziehung, Liebe oder sexueller Gesundheit?

Hier findest du Hilfe:

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Nino Vinzens

Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.

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