Wasser fliesst nur 30 Minuten pro Tag: Bergbeiz muss schliessen

- Wegen akutem Wassermangel reicht das Wasser auf der Farneralp kaum mehr für eine zweite Toilettenspülung im Restaurantbetrieb.
- Das Wirtepaar Monika und Manuel Schuler hat das Bergrestaurant voraussichtlich bis September geschlossen.
- Laut Meteorologe Peter Wick könnte die Trockenheit die Schweiz noch lange beschäftigen.
Eine halbe Stunde am Tag. So lange fliesst auf der Farneralp bei Goldingen im Kanton St. Gallen derzeit noch Wasser aus den Leitungen. Für das Bergrestaurant auf 1155 Metern Höhe reicht das nicht mehr. Das Wirtepaar Monika und Manuel Schuler hat den Betrieb deshalb vorerst bis mindestens Ende August eingestellt, wie die Zürcher Oberland Medien berichten.
«Das Restaurant bleibt voraussichtlich bis September wegen Wassermangel geschlossen, das Joik-Konzert und der Alpgottesdienst werden dennoch in einem einfacheren Rahmen durchgeführt», heisst es auf der Website des Restaurants.
Für die beiden ist es der dritte Sommer auf der Farneralp – und mit Abstand der trockenste. Die eigenen Quellen seien praktisch versiegt, sagt Manuel Schuler. Schon seit einiger Zeit müsse die Alp zusätzlich Wasser von Nachbarn beziehen. Damit sich die Situation nachhaltig verbessere, brauche es kräftigen Regen. Vom Wassermangel ist die gesamte Region Goldingen betroffen.
Wasser reicht kaum für Toilettenspülung
Wie knapp das Wasser inzwischen ist, zeige ein Beispiel aus dem Restaurantbetrieb. Laut Schuler wäre derzeit nicht einmal genügend Wasser vorhanden, um die Toiletten bei normalem Betrieb ein zweites Mal zu spülen.
Die Trockenheit habe auch Folgen für den Landwirtschaftsbetrieb. Die Schulers halten auf der Alp unter anderem rund 70 Ziegen, zwei Pferde, etwa zehn eigene Rinder, Hühner und Katzen. Den Tieren gehe es gut, allerdings musste zusätzliches Futter früher als üblich auf die Alp geliefert werden. Rund 70 Rinder und Kühe von anderen Landwirtschaftsbetrieben, die jeweils zur Sömmerung auf die Farneralp gebracht würden, seien bereits am 5. August ins Tal zurückgekehrt. Normalerweise blieben die Tiere bis zum 9. September.
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Trockenheit könnte noch lange anhalten
Die Trockenheit könnte die Schweiz noch bis weit in den Herbst beschäftigen. Meteorologe Peter Wick sagte auf Anfrage, dass ein paar Regentage nicht ausreichen werden. Während sich die oberste Bodenschicht relativ schnell erhole, bräuchten tiefere Schichten, Grundwasser, Quellen und Flüsse deutlich länger. Damit sich die Reserven wieder auffüllen, müssten Herbst, Winter und möglicherweise auch der Frühling überdurchschnittlich nass ausfallen.
Gleichzeitig haben grosse Seen und das Mittelmeer viel Wärme gespeichert. Treffen im Herbst erste Kaltlufteinbrüche auf das warme Wasser, kann das lokal Schauer und Gewitter begünstigen. Besonders im Tessin und am Alpensüdhang könnten bei entsprechender Wetterlage intensive Niederschläge auftreten. Zudem könnten trockenheitsgestresste Bäume ihre Blätter früher verfärben oder abwerfen.

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Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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