KI für die Verwaltung: So steht es um die Deutschland-App
Die Bundesregierung treibt die Entwicklung der Deutschland-App voran, überlässt konkrete Details und die Steuerung von Partnern aber weitgehend ihrem Generalunternehmer. Mit der Konzeption und Implementierung eines Prototyps einer KI-basierten Verwaltungsplattform samt zugehöriger Anwendung hat die Exekutive T-Systems beauftragt. Ziel des Vorhabens ist es laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion, Bürgern einen zentralen, dialogbasierten und mobilen Zugang zu staatlichen Dienstleistungen über Ländergrenzen hinweg zu bieten.
Für den Entwicklungsauftrag sei keine neue Ausschreibung erforderlich gewesen, schreibt das federführende Digitalministerium. Die Order sei als Einzelabruf aus bestehenden Rahmenverträgen des Kaufhauses des Bundes erfolgt, denen bereits wettbewerbliche Vergabeverfahren vorausgegangen gewesen seien. Die Telekom-Tochter entscheide eigenverantwortlich über die Auswahl und Steuerung etwaiger Subunternehmer. Zu Berichten über eine Einbindung weiterer Partner wie SAP macht die Regierung keine Angaben, da die Ausgestaltung von Unteraufträgen beim Generalunternehmer liege.
Zur Unterstützung des Projekts nutzt der Bund in der aktuellen Phase weitere Rahmenverträge. Für Tests und Abnahme hat das ITZBund maximal rund 553.000 Euro netto veranschlagt. Verträge für das Projektmanagement mit KPMG (bis zu 319.700 Euro) und für die Produktsteuerung mit Capgemini (bis zu 285.696 Euro) summieren sich mit diesem Posten in der Initialphase auf maximal etwa 1,16 Millionen Euro netto für Beratungs- und Regieleistungen.
Erprobung in sechs Städten und Anbindung an eID
Der Prototyp wird laut der Exekutive als einheitliche Plattform für alle beteiligten Pilotkommunen konzipiert. Getestet werde das System in Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg, Nürnberg und Wiesbaden. Die Auswahl der Städte erfolgte der Antwort zufolge nach Kriterien wie Fallaufkommen, Digitalisierungsgrad, Verwaltungsstruktur und Nutzergruppen. Inhaltlich konzentriere sich der Testlauf zunächst auf ausgewählte Verwaltungsleistungen aus den Bereichen Familie, Wohnen, Soziales und Unternehmensgründung.
Der Fahrplan sieht eine mehrstufige Entwicklungsstrategie vor. Nach einem Proof of Concept und einer darauf aufbauenden ersten funktionsfähigen Version, die nur mit den nötigsten Grundfunktionen ausgestattet ist, folgen entwicklungsbegleitende Tests. Dafür sollen absehbar mehrere hundert Nutzer Zugang erhalten. An diese Phase kann sich optional ein begrenzter Probewirkbetrieb von bis zu zwölf Monaten anschließen, der mit einer dreimonatigen Phase erhöhter Service-Anforderungen („HyperCare“) startet.
Für den Prototyp entwickle T-Systems zunächst einen mobilen Client, heißt es. Ein Webinterface sei konzeptionell vorgesehen. Die Authentifizierung soll über die eID-Funktion des Personalausweises erfolgen. Die EUDI-Wallet wird bereits in einer Testumgebung erprobt. Das Gesamtprojekt begleiten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Bundesdatenschutzbeauftragte Moritz Hennemann fortlaufend. Wann genau es mit welchen Funktionalitäten losgehen wird, weiß das Digitalressort weiter nicht zu sagen.
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