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Wednesday, September 9, 2026

«Hüttenteam soll ab 22 Uhr ruhig sein»: Eure Alpen-Aufreger

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Eiswürfel im Rivella, Extrawünsche beim Znacht oder kurzfristige Absagen: Vier SAC-Hüttenwartinnen und Hüttenwarte haben 20 Minuten erzählt, was ihnen im Alltag unnötige Arbeit bereitet. Anschliessend wollten wir von euch wissen: Was stört euch auf SAC-Hütten besonders? Ihr habt geliefert – und ziemlich genaue Vorstellungen davon, was gar nicht geht.

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«Am Esstisch grölen geht gar nicht»

Für Leserin Thea ist vor allem Lärm ein Ärgernis. «Am meisten stören mich andere Gäste, die zu Unzeiten laut sind oder am Esstisch grölen», schreibt sie. Eine Hütte sei für sie «ein ruhiger, geschützter Ort in den Bergen und kein Partyraum».

Gemütliches Beisammensein in den Bergen wünschen sich viele – solange alle rücksichtsvoll sind.

Gemütliches Beisammensein in den Bergen wünschen sich viele – solange alle rücksichtsvoll sind.Getty Images

Dass Lärm nicht immer von den Gästen ausgeht, merkt Danielle an. Sie stört sich daran, wenn Hüttenwartinnen und Hüttenwarte mit ihrem Team selbst noch nach 22 Uhr laut sind.

«Bitte kein Geraschel von Plastiksäcken um drei Uhr morgens»

Besonders konkret wird Andreas beim Thema Nachtruhe. Sein Wunsch: «Bitte packt eure Kleidung und Ausrüstung nicht in Plastiksäcke, die ihr dann um drei Uhr morgens aus dem Rucksack zieht und minutenlang umpackt.»

Auch Karabiner und anderes technisches Material müssten aus seiner Sicht nachts nicht im Schlafraum sortiert werden. Und beim Zmorge brauche es ebenfalls noch nicht die komplette Ausrüstung: «Ihr müsst den Klettergurt nicht schon vor dem Frühstück anziehen und mit dem ganzen Gehänge im Zmorgeraum herumturnen.»

Ausrüstung verteilt auf dem Boden, Plastiksäcke inklusive – kein Problem tagsüber, aber um drei Uhr morgens ein Albtraum für Mitschläfer.

Ausrüstung verteilt auf dem Boden, Plastiksäcke inklusive – kein Problem tagsüber, aber um drei Uhr morgens ein Albtraum für Mitschläfer.Getty Images

Michel wiederum nervt sich beim Schlafen über geschlossene Fenster. Wenn jemand das für frische Luft geöffnete Fenster wieder zumacht, werde der «miefige Geruch aller Anwesenden unausstehlich», schreibt er.

«Das Standardmenü sollte vegetarisch sein»

Beim Essen gehen die Vorstellungen in der Community weit auseinander. Eva würde sich wünschen, dass das Standardmenü auf Hütten vegetarisch ist. «Fleisch, Alkohol und Süssgetränke können alle im Tal konsumieren», schreibt sie. Auf der Hütte solle eher bescheiden konsumiert werden. Eigenen Proviant solle jeder selbst hoch- und seinen Abfall wieder hinuntertragen.

Auch Martina findet, dass Hüttenteams es sich bei Spezialwünschen teilweise einfacher machen könnten. Sie ist nach eigenen Angaben Allergikerin und hat selbst vier Jahre auf einer Hütte gearbeitet. Statt zahlreiche verschiedene Gerichte anzubieten, könne ein Menü so geplant werden, dass möglichst viele Gäste davon essen können, findet sie. Sie selbst meide Hütten teilweise, weil Allergien ihrer Erfahrung nach unnötig kompliziert gehandhabt würden.

Znacht auf der SAC-Hütte: Was auf den Tisch kommt, ist nicht immer nach jedermanns Geschmack – die Community hat klare Meinungen.

Znacht auf der SAC-Hütte: Was auf den Tisch kommt, ist nicht immer nach jedermanns Geschmack – die Community hat klare Meinungen.Schweiz Tourismus / Florian Frey

«Hüttenwarte sind zu rücksichtsvoll: Es gibt, was es gibt»

Therese und Ruedi sehen das ganz anders. Sie würden lediglich zwei Menüs anbieten: mit und ohne Fleisch. «Alle anderen sollen ihr Spezialessen selber mitnehmen», schreiben sie. Wer auf einer Hütte übernachte, müsse sich anpassen können. Ihr Fazit: «Komfort gibt es zu Hause.»

Auch Michel findet, Hüttenwartinnen und Hüttenwarte sollten nicht auf jeden Essenswunsch eingehen. Medizinisch notwendige Bedürfnisse müssten selbstverständlich berücksichtigt werden. Bei allen anderen Ansprüchen hält er es lieber einfach: «Es gibt, was es gibt.»

Wie viel Komfort erwartest du von einer SAC-Hütte?

«Dreimal Polenta – war das Zufall?»

Markus beschäftigt beim Hüttenessen dagegen eine ganz andere Frage. Im vergangenen Jahr besuchte er drei verschiedene SAC-Hütten – und bekam jedes Mal Polenta.

«Ich mag Polenta nicht und fragte mich, ob das von der SAC-Zentrale vorgegeben wurde oder einfach Zufall war», schreibt er. Früher habe es häufiger Älplermagronen gegeben. Die hätten ihm besser geschmeckt.

Polenta – auf SAC-Hütten ein häufiger Gast auf dem Teller. Nicht alle Bergsteiger sind begeistert davon.

Polenta – auf SAC-Hütten ein häufiger Gast auf dem Teller. Nicht alle Bergsteiger sind begeistert davon.imago/Westend61

«Die Hütten wurden als Schutzhütten konzipiert»

Tourenleiter Mike stört sich zwar ebenfalls am «egoistischen und teilweise rücksichtslosen Verhalten» einzelner Gäste. Sein Verständnis für die Hüttenteams habe aber auch Grenzen.

Wenn genügend Platz vorhanden sei, verstehe er etwa nicht, warum alle Gäste an einen Tisch oder eng in einen Schlafraum gesetzt würden. Auch ein Vier-Gang-Menü auf einer Berghütte hält er für unnötig. Der Hüttentourismus habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Dabei gehe aus seiner Sicht vergessen, wofür die Unterkünfte ursprünglich gedacht seien: «Als Schutzhütten und Ausgangspunkte für Bergsteiger.»

«Kleinkinder gehören nicht auf den Berg»

Eine klare Haltung hat Claudia. Sie stört sich daran, wenn Eltern mit Babys oder Kleinkindern in einfachen Berghütten übernachten und andere Gäste nachts durch Weinen geweckt werden.

Sie findet deshalb, Eltern sollten mit kleinen Kindern nicht in solchen Hütten übernachten. Auch die Belastung durch Sonne, Hitze und Wetterwechsel sieht sie kritisch. Ihr Fazit: «Kleinkinder gehören nicht auf den Berg.»

Mit Baby in die Berge – für manche ein Erlebnis, für andere ein Ärgernis in der Hütte.

Mit Baby in die Berge – für manche ein Erlebnis, für andere ein Ärgernis in der Hütte.Getty Images

Ob am Esstisch, im Massenschlag oder beim Zusammensitzen: Siehst du es wie unsere Community? Oder hast du andere Meinungen?

Laura Zygmunt

Laura Zygmunt (lmz) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Lifestyle und schreibt über die Welt des Reisens.

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