Am Matterhorn vermisst: Neue Spur bei der Suche nach Kalie (38)

- Die kanadische Bergläuferin Kalie McCrystal (38) wird seit dem 1. September auf der italienischen Seite des Matterhorns vermisst.
- Eine neue Spur: Die Rettungskräfte klären ab, bis wann eine zweite SIM-Karte, die McCrystal bei sich trug, aktiv war.
- Die Hoffnung, sie lebend zu finden, ist laut den Rettern praktisch gleich null.
Angehörige und Freunde der kanadischen Bergläuferin Kalie McCrystal sind in grosser Sorge: Die 38-Jährige wird seit mehreren Tagen auf der italienischen Seite des Matterhorns vermisst, berichten unter anderem Ansa und RAI News.
McCrystal schoss am Dienstag, 1. September, oberhalb der Jean-Antoine-Carrel-Hütte auf rund 3830 Metern ein Selfie. Das ist ihr letztes Lebenszeichen. Auf dem Bild trägt sie Shorts, eine leichte Jacke und einen Trailrunning-Rucksack. Seither fehlt von ihr jede Spur.
Konzentration auf zweite SIM-Karte
Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa jetzt berichtet, gibt es eine neue Spur. Die Suche konzentriert sich nun auf eine Handy-SIM-Karte. Die Suchmannschaften haben herausgefunden, dass McCrystal eine zweite SIM-Karte bei sich trug. Nun klären die Retter ab, bis wann diese aktiv war.
Ziel ist es, ihre letzte Position am Matterhorn möglichst genau zu bestimmen – damit die Helikopterflüge gezielter eingesetzt werden können. Die Suche wird gemeinsam von der alpinen Rettung des Aostatals und der Finanzpolizei in Cervinia geführt, die dort auch für die Bergrettung zuständig ist.
Weisse Kleidung erschwert Suche
Wertvoll ist dabei die Aussage einer Seilschaft polnischer Bergsteigerinnen. Sie wollen McCrystal am frühen Nachmittag beim Abstieg gesehen haben, knapp unterhalb des Pic Tyndall auf über 4000 Metern Höhe. Gekleidet war sie eher wie eine Skyrunnerin als wie eine Alpinistin: Shorts, eine Windjacke, Trail-Schuhe und ein kleiner Rucksack.
Die Retter erklären: «Sie trug eine weisse Jacke. Das macht es noch schwieriger, sie am Berg zwischen den Felsen auszumachen.» Sobald alle neuen Hinweise ausgewertet sind, soll die Suche fortgesetzt werden.
Die Kanadierin hatte sich zuvor bereits mehrere Tage im italienischen Cervinia aufgehalten. In einem Instagram-Post schreibt sie, dass sie sich auf einen neuen Berglaufrekord am Matterhorn vorbereite. Sie trainierte, um den Rekord für Auf- und Abstieg in weniger als fünf Stunden zu brechen.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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