The Jerusalem PostIDF reinforces West Bank troop deployment amid concern of terror attacks over holidaysESPNTaylor Swift 12, Purdue 0: Boilermakers' album release curse continuesInquirerMarcos meets with Eastern Visayas troops; lauds security, peace effortsBollywood HungamaAnubhav Sinha launches music label ‘Benaras Beat’ with exclusive songs to be unveiledPunchHaaland leads Ronaldo, Mitrović, Gyokeres in Nations League all-time scoring chartUN NewsThe Takeaway: UN General Assembly debate Day 5CNN TürkSON DAKİKA... Antalya Milletvekili Erdem hakkında 'rüşvet' suçundan soruşturma한겨레추석 연휴 마지막날 한강공원 흉기소지 40대 검거…다친 사람은 없어UOLMulher é agredida com soco e ameaçada de morte por namorada em Jandaia do SulColliderTom Hardy’s 8-Episode 'Peaky Blinders' Follow-Up Officially Lands on Free StreamingCBS NewsSeveral arrested, bomb disposal deployed near air base used by U.S. forcesAnime News NetworkMonster Strike Franchise Gets New Mera×Death: Shinigami to Boku no Ijō na Koi TV Anime Starting on January 5
The Daily Newsstand · Free, Always
Sunday, September 27, 2026

Geschichten aus dem Eis – So arbeitet ein Gletscherarchäologe in den Urner Alpen

Translate

«Gletscher sind Schatzkammern». Das sagt Marcel Cornelissen. Er arbeitet als freiberuflicher Archäologe. Als solcher ist er häufig in den Bergen unterwegs – und hebt wichtige Fundstücke.

Wobei «heben» eigentlich das falsche Wort ist. Die Fundstücke liegen im Gletscher meistens oben auf dem Eis. Und vieles kommt in letzter Zeit quasi automatisch zum Vorschein, da die Gletscher immer mehr schmelzen.

Weniger graben müssen: Das sei der Hauptunterschied, verglichen mit der Arbeit eines Archäologen in einer Stadt oder im Flachland. «Es ist aber nicht so, dass wir auf einem Campingstuhl warten, bis das Eis etwas freigegeben hat», lacht Cornelissen.

Die archäologische Arbeit in den Alpen

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 3. Die Funde werden genau dokumentiert, stabilisiert und für den Transport vorbereitet. Diese Arbeiten fanden im Urner Voralptal statt. Bildquelle: Marlen Staub/Abteilung Denkmalpflege und Archäologie Uri.

    Person in blauer Jacke und Helm sitzt auf Schnee mit Ausrüstung.
  • Bild 2 von 3. Archäologinnen und Archäologen bei Feldarbeiten am Brunnifirn im Kanton Uri. Bildquelle: Valentin Luthiger/Urner Institut Kulturen der Alpen.

  • Bild 3 von 3. Funde, die während der Arbeiten auf dem Brunnifirn gemacht wurden, sind Teil der Ausstellung «Schatzkammer Eis» im Gletschergarten Luzern. Bildquelle: Valentin Luthiger/Urner Institut Kulturen der Alpen.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Er wird häufig aufgeboten, wenn eine Meldung eingeht, dass eine Berggängerin oder ein Berggänger etwas auf einem Gletscher entdeckt hat. Dann geht er mit einem Team vor Ort. Die Funde werden dokumentiert, stabilisiert und für den Transport vorbereitet. Datiert werden die Gegenstände nämlich in einem Labor.

Funde erzählen viele Geschichten

Ein uralter Kuhschädel, eine kleine römische Statue, ein Rosenkranz oder ein Pfeilbogen: Die unterschiedlichsten Gegenstände haben die Gletscher bereits freigegeben. Im Gletschergarten in Luzern ist aktuell eine Ausstellung zu sehen, an welcher auch Marcel Cornelissen mitgewirkt hat.

Gletscher erzählen über Menschen, Klima und Umwelt

Anfang Bildergalerie

Bildergalerie überspringen

  • Bild 1 von 3. Wem gehörte diese Ausrüstung, die ein Gletscher nach mehreren hundert Jahren freigegeben hat? Bildquelle: SRF/Sämi Studer.

  • Bild 2 von 3. Marcel Cornelissen erklärt in der Ausstellung im Luzerner Gletschergarten von seiner Arbeit. Bildquelle: SRF/Sämi Studer.

  • Bild 3 von 3. Teile eines Bogens, der auf dem Lötschenpass gefunden wurde. Bildquelle: SRF/Sämi Studer.

Ende der Bildergalerie

Zurück zum Anfang der Bildergalerie.

Im Rahmen des Projekts «Bergeis» am Urner Institut Kulturen der Alpen untersucht er insbesondere den Abbau und die Nutzung von Bergkristall während der Mittelsteinzeit.

Die Ausstellung im Gletschergarten Luzern

Box aufklappen Box zuklappen

Die Ausstellung mit dem Titel «Schatzkammer Eis» führt erstmals die beiden Forschungsgebiete Gletscherarchäologie und Eiskernforschung in einer Ausstellung zusammen.

Zu sehen sind einerseits Fundstücke aus archäologischen Feldarbeiten auf dem Gletscher. Andererseits wird die Eiskernforschung vorgestellt. Diese rekonstruiert anhand von Eisproben Klima- und Umweltveränderungen.

Die Ausstellung ist bis am 22. August 2027 zu sehen.

Ihn faszinierten vor allem die Geschichten, von denen die Funde erzählen. «Wie könnten die Leute vor 8000 Jahren gelebt haben? Antworten auf diese Fragen zu finden, finde ich sehr spannend», so Cornelissen.

Wichtiges Archiv schmilzt langsam aber sicher weg

Er erzählt von einem Fund auf dem Lötschenpass, auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis. Dort kamen ein Bogen und Pfeilspitzen aus der Bronzezeit zum Vorschein.

Es stellten sich sofort verschiedene Fragen: Wofür haben die Leute diese Waffe genau benutzt? Gingen sie auf die Jagd? Schützten sie ihre Weidetiere? Gab es Auseinandersetzungen mit anderen Menschen?

Da geht viel archäologisches Wissen verloren.

Das Gletschereis sei ein einzigartiges Archiv der Vergangenheit. Dass dieses Archiv immer mehr wegschmilzt, gebe ihm zu denken.

In 20 Jahren wird es zwar vielleicht viele neue, wissenschaftliche Methoden geben, um das Eis und die Gegenstände darin zu analysieren. Nur: Bis dahin wird es viel weniger Gletschereis geben. «Da geht viel archäologisches Wissen verloren», so Marcel Cornelissen.

Diskutieren Sie mit:

Regionaljournal Zentralschweiz, 23.09.2026, 12:03 Uhr ;  oecc;vonb;noes

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.